Wolfgang Kubicki, Vizepräsident des Bundestages und Stellvertretender Vorsitzender der FDP | Foto: Heuer Dialog

QUO VADIS 2018: Das Davos der Immobilienwirtschaft in Berlin

Von Frank Schmeichel

Zum 28. Mal trafen sich Mitte Februar die Topentscheider der Immobilienbranche zum QUO VADIS im Hotel Adlon in Berlin, um über die Zukunft der Städte und Gebäude interdisziplinär und nachhaltig zu diskutieren. Mit rund 420 Teilnehmern erlebt die Immobilienveranstaltung von Heuer Dialog einen erneuten Teilnehmerrekord. Exklusivpartner der Veranstaltung waren der Spezialist für Immobilieninvestments in der Deka-Gruppe, Deka Immobilien, und einer der bundesweit führenden Immobilienprojektentwickler, Instone Real Estate.

Wolfgang Kubicki hielt die Auftaktrede des QUO VADIS 2018

„Beim nächsten Versuch, ziehen wir das durch“, versprach Wolfgang Kubicki mit Blick auf die gescheiterten Sondierungen zur „Jamaika-Koalition“ und die noch unsichere Neuauflage der GroKo. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP und Bundestagsvizepräsident eröffnete am 19. Februar am Vorabend des 28. QUO VADIS der Immobilienwirtschaft die Veranstaltung mit seiner Auftaktrede. Veranstaltungsort war der Kaisersaal der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin – genau der Ort, wo im Oktober letzten Jahres die ersten Sondierungsgespräche stattgefunden haben.

 

Wolfgang Kubicki, Vizepräsident des Bundestages und Stellvertretender Vorsitzender der FDP | Foto: Heuer Dialog, Alexander Sell Fotografie

Wolfgang Kubicki, Vizepräsident des Bundestages und Stellvertretender Vorsitzender der FDP
| Foto: Heuer Dialog,
Alexander Sell Fotografie

 

München schrumpft und in Berlin bleiben die Jungen weg

Mit Spannung wurde der Vortrag des Mitverfassers des Frühjahrsgutachtens der Immobilienexperten; Prof. Dr. Harald Simons, Mitglied des Vorstands der empirica ag, bei QUO VADIS 2018 ; zum Thema Wohnungspreise erwartet. Er prognostizierte vor einem Jahr bei QUO VADIS, dass in Berlin sicherlich, in München wahrscheinlich, mit einem Trendbruch bei den Kaufpreisen zu rechnen sei. An diesen Aussagen hält er auch bei seinem diesjährigen Vortrag fest. Die Binnenwanderung in Berlin und München sei eingebrochen. In Berlin ziehen die Jungen weiter in die nächste Schwarmstadt Leipzig. „Leipzig ist top“, so seine Worte. Früher generierte man noch Zuwanderung über das Ausland, das sei deutlich zurückgegangen. Auch gibt es seiner Meinung nach keine Spekulationen mit Baugenehmigungen. In Berlin werden in diesem Jahr 19.000 Wohnungen fertig gestellt. Prof. Dr. Simons Fazit lautete daher: „Es gibt keine Knappheit an Wohnungen in Berlin!“.

 

Prof. Dr. Harald Simons, Mitglied des Vorstands, empirica ag | Foto: Heuer Dialog, Alexander Sell Fotografie

Prof. Dr. Harald Simons, Mitglied des Vorstands, empirica ag
| Foto: Heuer Dialog, Alexander Sell Fotografie

 

 

Die deutsche Wirtschaft ist stabil und bestens reguliert

Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA, eröffnete traditionell den ersten Kongresstag am 20. Februar im Hotel Adlon. „Uns geht es gut. Die deutsche Wirtschaft ist stabil und bestens reguliert. Wir brauchen eine Baulandoffensive und mehr Anreize statt Regulierung“, so Dr. Mattners Forderung an die Politik.

 

Dr. Andreas Mattner Präsident, ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. und QUO VADIS-Moderator Karsten Trompetter (li) | Foto: Heuer Dialog, Alexander Sell Fotografie

Dr. Andreas Mattner
Präsident, ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. und QUO VADIS-Moderator Karsten Trompetter (li)
| Foto: Heuer Dialog, Alexander Sell Fotografie

 

Es läuft gut in Deutschland, also geht die Party weiter

Ähnlich äußerte sich Prof. Dr. Feld, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: „Es läuft gut in Deutschland, die Party geht weiter.“ Er sieht keine Anzeichen für eine Immobilienblase. Eine große Herausforderung der deutschen Immobilienwirtschaft ist für ihn die Preisentwicklung in den Ballungszentren. Im Koalitionsvertrag gäbe es ein „Hüh und Hott“. Damit meint er, dass es keine aus seiner Sicht notwendige Deregulierung gibt, stattdessen stelle er eine Überregulierung fest. Im Einzelnen ging er auf die Grunderwerbssteuer ein sowie die Verschärfung der Share Deals und er prognostizierte Veränderungen bei der Grundsteuer A und B, die seiner Meinung nach verfassungswidrig ist. Er geht davon aus, dass auch das Bundesverfassungsgericht so entscheiden wird.

 

Prof. Dr. Lars P. Feld Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und Direktor, Walter Eucken Institut e.V. | Foto: Heuer Dialog, Alexander Sell Fotografie

Prof. Dr. Lars P. Feld Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und Direktor, Walter Eucken Institut e.V. | Foto: Heuer Dialog, Alexander Sell Fotografie

 

QUO VADIS – ein Blick in die Zukunft

Ein zentraler Streitpunkt auf der Immobilienveranstaltung war die Debatte,um den Einsatz der Blockchain-Technologie in der Immobilienbranche. Was kann die neue Technologie in der Immobilienwelt bewirken? Taugt sie nun als Alternative zum Grundbuch oder nicht? Noch jedenfalls muss jede Transaktion auf einem Blockchain-Grundbuch zusätzlich zu der Freizeichnung durch den privaten Schlüssel des Berechtigten von einem Notar freigegeben werden. In Zukunft wird sich das aber wohl schnell ändern. Es wird bereits an Blockchain-Lösungen gearbeitet, um Rechtsverhältnisse an Grundstücken abzubilden. Wichtig ist hierbei die Ängste schon im Vorfeld zu nehmen und versiert an die neue Technologie heranzutreten. Für Unternehmen bedeutet das einen maßgeblichen Zugewinn bei der Neuorganisation bereits etablierter Unternehmen und könnte in der Immobilienwelt für einen Wandel sorgen.

Einerseits fördert Blockchain eine nachhaltige Unternehmensstrategie, andererseits könnte sie aber zukünftig für die Freisetzung von Mitarbeitern führen.  Ferner können Transaktionen in Deutschland, aufgrund der Hochrechnungen von Experten, bereits in drei bis fünf Jahren blockchainbasiert ablaufen. Das würde bedeuten, dass in ca. zwei Jahren Union Investment Deals innerhalb von 24 Stunden getätigt werden könnten. Betroffen wären allerdings nicht nur große Investmentdeals, sondern auch Transaktionen bis in den Bereich Property Management/Asset Management. Neben der Blockchain-Technologie werden wohl auch Kryptowährungen, beispielsweise Bitcoin, zu massiven Änderungen in der Immobilienwirtschaft führen.

 

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