Puppen sind für alle da – Stiftung Bildung wehrt sich gegen Geschlechterklischees|Foto:Pixabay

Puppen sind für alle da – Stiftung Bildung wehrt sich gegen Geschlechterklischees

Was genau ist Partizipation und wie wird sie im Alltag angewendet? Die Stiftung Bildung veranstaltet am 19. April 2018 einen Tag der Offenen Tür im Rahmen der Stiftungswoche Berlin. „Wir bestimmen unsere Zukunft“ ist das Motto, unter dem den Besuchern gezeigt wird, wie die Arbeit der Stiftung Bildung funktioniert, welche Projekte in Planung sind und wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Partizipation in den Alltag integrieren. Ein wichtiges Thema ist vor allem den Geschlechterklischees entgegen zu wirken und in der Förderung mehr auf die Individuen als auf die Geschlechter einzugehen.

 „Vereint für gute Kita und Schule“ – Der Förderpreis 2018 geht an Projekte die frei von Geschlechterklischees sind

Parallel zur Stiftungswoche lädt Berlin am 26. April 2018 zum diesjährigen Girls‘ Day ein. Geprägt ist dieser Tag vor allem dadurch, dass Mädchen in frauenuntypische und Jungen in männeruntypische Berufe blicken können. Passend dazu unterstützt die Stiftung Berlin mit dem Förderpreis 2018 „Vereint für gute Kita und Schule“ Projekte, die frei von Geschlechterklischees sind.

Auch Jungs dürfen mit Puppen spielen und Mädchen sich für Fußball interessieren. Diese Ansicht teilt auch die Stiftung Bildung. Der diesjährige Förderpreis geht an drei Projekte, die junge Menschen dazu ermutigen, ihre persönlichen Neigungen und Talente – frei von Geschlechterrollen –  auszuleben. Insgesamt ist der Preis mit 15.000 Euro dotiert. Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten jeweils 5.000 Euro, die sie frei einsetzen können. Bewerben können sich Schul- und Kitafördervereine, die ein Projekt initiiert haben, das die Bildung fernab von Geschlechterklischees fördert. Ziel ist es, dass die gesellschaftlich verankerten Geschlechterstereotypen in Zukunft keinen oder zumindest weniger Einfluss in der frühkindlichen Entwicklung haben.

 

Puppen sind für alle da – Stiftung Bildung wehrt sich gegen Geschlechterklischees|Foto:Pixaybay

Puppen sind für alle da – Stiftung Bildung wehrt sich gegen Geschlechterklischees   | Foto : Pixaybay

 

Frauen gehören hinter den Herd und Männer bringen das Geld nach Hause – Wie sehr haben sich die Geschlechterklischees in den Köpfen der Gesellschaft wirklich verändert?

Es mag den Anschein haben, dass sich die Menschheit stetig weiter entwickelt. In den meisten Teilen der Welt dürfen Frauen wählen gehen, einen Beruf ausüben ohne ihren Mann um Erlaubnis zu bitten und Männer können ihre sensible Seite, um einiges offener kundtun, als noch vor einigen Jahren. Allerdings ist die Emanzipation in vielen Köpfen noch nicht wirklich angekommen. Eine Studie der William Paterson University in Wayne, New Jersey kam zu dem Ergebnis, dass sich die typischen Rollenklischees kaum geändert haben.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten im Jahr 2014 rund 200 Probanden einen Geschlechterstereotyptest unterzogen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus New Jersey mussten einschätzen, mit welcher Wahrscheinlichkeit Frauen und Männer diverse Verhaltensmerkmale aufweisen würden. Die Ergebnisse verglichen die Forscher mit dem Geschlechterstereotyptest aus dem Jahr 1983. Damals wurden 195 Studenten exakt die gleichen Fragen gestellt. Das Resultat: Knapp 20 Jahre später waren die Probanden noch gleichermaßen stark von den Geschlechterklischees überzeugt. Das Klischeedenken über die Frauenrolle hat sich sogar verstärkt.

Ohne Arme keine Kekse

Es steht außer Frage, dass in unserer Gesellschaft keine reine Gleichberechtigung herrscht. Trotz der Studie und einigen deutlichen Unterschieden zwischen Frauen und Männern wie  zum Beispiel in den Bereichen Sport, Arbeitswelt oder im Bildungssektor hat sich in den letzten Jahren ein großer Wandel getan. Wer allerdings eine Gesellschaft mit völliger Gleichberechtigung anstrebt, muss den Worten Taten folgen lassen. Die Förderung der Stiftung Bildung geht mit gutem Beispiel voran dafür Sorge zu tragen, dass der Rollenunterschied in Zukunft nur noch ein semi-relevanter Faktor sein wird. (ls)

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