Präventionsbus: Charité startet mobiles Impfprojekt für Schüler

In diesem Jahr sind bereits 917 Masernfälle in Deutschland gemeldet worden. Zwei Jahre zuvor wurden bundesweit 2.464 Fälle registriert, 50 Prozent davon in Berlin. Grund dafür ist die häufig fehlende zweite Impfung, die für einen lebenslangen Schutz notwendig ist. Um dem entgegenzuwirken, startet die Charité – Universitätsmedizin Berlin im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit zu Beginn des neuen Schuljahres das Projekt „Gesundheit, Vorbeugung und Impfen an Schulen“. Zum Einsatz kommt der Präventionsbus, eine „rollende Arztpraxis“, die jeweils mehrere Tage auf Schulhöfen platziert wird.

„Die Impflücken sind in Deutschland noch immer zu groß. Gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen fehlen wichtige Schutzimpfungen. Deshalb unterstützen wir die Charité dabei, neue Wege zu gehen, um Schülerinnen und Schülern zu zeigen: Wer sich impfen lässt, schützt sich selbst und seine Mitmenschen vor gefährlichen Krankheiten und übernimmt Verantwortung für die ganze Gesellschaft“, erklärt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Im Mittelpunkt des Projektes steht die Frage, wie mobile Gesundheitsteams zusammen mit Schulen zur Verbesserung des Wissenstandes zum Thema Immunsystem und Impfen beitragen können. Dadurch soll bei den Heranwachsenden Interesse an gesundheitsbewusstem Verhalten geweckt und der Anteil der Jugendlichen mit einem vollständigen Impfschutz verbessert werden. Ärztinnen und Ärzte der Charité wirken in Zusammenarbeit mit den Schulen als Fachexperten am Unterricht mit, beraten und bieten auch Schutzimpfungen an. Schulen, Lehrer und Eltern werden vorab in das Projekt einbezogen und um Zustimmung gebeten. „Mit dem Präventionsbus und unseren mobilen Gesundheitsteams können wir gut auf die Schülerinnen und Schüler zugehen und diese für die eigene Gesundheitsvorsorge interessieren“, sagt Privatdozent Dr. Joachim Seybold, stellvertretender Ärztlicher Direktor der Charité. Er ergänzt: „Wir danken dem Bundesministerium für Gesundheit, dass es unseren neuartigen Ansatz unterstützt und hoffen, dass die mobile Gesundheitsvorbeugung weiter Schule macht.“ (red)

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