P wie Pankow und Pannen

Seit neun Jahren läuft die Debatte über die Zukunft des neuen Viertels am Pankower Tor bereits, einig ist sich bisher noch keiner. Zahlreiche Fragen stehen noch offen. Dazu gehören die der Verkehrsplanung, der Größe eines Einkaufscenters und der Anzahl an Schulen. Aber auch der Eigentümer, der Bezirk und der Senat sind sich noch nicht einig.

Die Verkehrsplanung als größter Anker

Es wurden Gutachter beauftragt, welche sich speziell mit dem Verkehr, vor allem den öffentlichen Verkehrsmitteln, befassen sollten. In einem jetzt veröffentlichten Bericht wurde dieser allerdings nicht berücksichtigt. Sehr zum Ärger des Bezirks. Ein Verordneter ließ gegenüber der Berliner Zeitung verlauten: „Wir sind jetzt wieder auf dem Stand wie vor zwei Jahren“. Neben der fehlenden Verkehrsprognose stehen noch weitere Probleme auf der Agenda.

Unternehmer Krieger will viel investieren

Der Berliner Möbelunternehmer Kurt Krieger will kräftig in das Gelände investieren. Für stolze 500 Millionen Euro soll ein Quartier mit 1000 Wohnungen entstehen. Ein Viertel der Summe soll der sozialen Wohnraumförderung zugutekommen. Außerdem plant Krieger ein Einkaufscenter, mehrere Kitas, Schulen sowie Möbel- und Fachmärkte. Doch seit neun Jahren sind ihm die Hände gebunden und sowohl Verhandlungen, Planung als auch Bau stagnieren.

Das von Krieger geplante 30.000 Quadratmeter große Einkaufscenter lehnt der Senat ab. Diesem sei die Planung zu rigoros. Laut der Senatsverwaltung sei ein so großes Einkaufscenter „nicht mehr zeitgemäß“, „im Trend aktueller Entwicklungen“ liege ein Einkaufszentrum mit bis zu 15.000 Quadratmetern, gab die Verwaltung gegenüber der Berliner Zeitung an.

Krieg und Frieden

Indes herrscht Clinch zwischen dem Bezirk und dem Senat. So gibt die zuständige Abteilungsleiterin gegenüber der Berliner Zeitung bekannt, dass „viele der aktuell – leider erneut – zu kritisierenden Punkte nicht hinreichend und teilweise gar nicht korrigiert“ wurden. Es gäbe Rechenfehler und widersprüchliche Darstellungen sowie irreführende Aussagen. Bisher gab es drei Untersuchungen, der Bezirk plant ein jedes Mal von vorne.

In einem Punkt sind der Senat und der Bezirk sich dann doch einig: Auf dem Areal müssen dringend neue Schulen gebaut werden. Beabsichtigt ist der Bau von einer Grundschule direkt am S- und U-Bahnhof Pankow und einer weiterführenden Schule an der Prenzlauer Promenade. Der genaue Standort ist wiederum umstritten. Auf dem Gelände befindet sich ein geschützter Rundlokschuppen, dessen Zuständigkeitsverhältnisse für die Grundversicherung zurzeit gerichtlich geprüft werden.

Zeit vergeht, nichts entsteht…

Vor über einem Jahr hatten sich die drei Parteien bereits in einem städtebaulichen Vertrag geeinigt. Einzig und allein die Unterschriften fehlten noch. Dann kam die Wahl und die neu gewählten Bezirks- und Landespolitiker haben den Vertrag bis heute nicht unterschrieben. Das Konzept wurde in der neuen Koalition erneut debattiert und reflektiert. Es gehe um Verkehr und Einzelhandel.

Für den Bezirk steht fest: Die Abgeordneten müssen den Vertrag endlich unterschreiben und politisch agieren. Bisher weiß niemand, wie es mit dem Viertel weitergehen soll geschweige denn, wie es aus architektonischer Sicht generell einmal aussehen soll. (red)

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