Öffentlicher Dienst: Die Berliner Verwaltung findet keinen Nachwuchs

Die Berliner Verwaltung ist wenig attraktiv für junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Denn sie müssen damit rechnen, dort auf schlecht bezahlte, gestresste und frustrierte Mitarbeiter zu treffen, von denen viele kurz vor dem Ruhestand stehen. Die Stimmung ist schlecht, die Krankenstände sind hoch und die IT-Ausstattung vieler Arbeitsplätze treibt die Beschäftigten in den Wahnsinn. Es wird immer schwieriger, frei werdende Stellen in der Verwaltung nachzubesetzen.

Im Landesdienst Berlin sind in den vergangenen zehn Jahren die Altersgruppen zwischen 35 und 50 Jahren weitgehend weggebrochen. Bis 2022 scheidet ein Viertel der jetzt noch Beschäftigten aus Altersgründen aus. In den Bezirksämtern ist es fast ein Drittel. Nur 5 Prozent der öffentlich Bediensteten sind jünger als 30 Jahre. Die durchschnittliche Krankenquote im Berliner Landesdienst liegt bei über 10 Prozent.

Um die personellen Abgänge auszugleichen und die Aufgaben einer wachsenden Stadt zu bewältigen, müssen jährlich bis zu 6.000 Stellen nachbesetzt werden. Das gilt vor allem für Kitas, Schulen und Hochschulen, Polizei und Feuerwehr, Justiz und Finanzämter, für die über 90 Prozent der öffentlich Bediensteten arbeiten. (red)

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