Normalisierung des Mietmarktes in Berlin

Ein Kommentar zum Wohnungsmarktbericht 2016 der IBB

Berlin zieht als Deutschlands einzige Metropole nach (2,7% Wirtschaftswachstum) und ist trotz stetig steigender Mieten ein attraktiver Wohnort. In der Hauptstadt erreichen die Wohnpreise nach Jahren des Abgehängtseins, die für europäische Metropolen angemessenen Werte.

Allein seit dem vergangenen Jahr sind 60.500 neue Einwohner (Stand 24.02.2017 – rbb24) zu verzeichnen – Berlin hatte selten so viel Zuzug. Daraus ergibt sich rein statistisch ein Überschuss von 41.000 Menschen (Stand 21.01.2017 – Berliner Morgenpost) im Vergleich zum erwarteten Zuzug, der sich entsprechend auf den Wohnungsmarkt auswirkt. Das knappe Wohnungsangebot kann die enorme Nachfrage, die größtenteils aus dem Ausland kommt, nicht bedienen – die Preise für Eigentumswohnungen und Mietwohnungen steigen rasant. Allein zwischen 2014 und 2015 erhöhte sich der Quadratmeterpreis für Mietwohnungen um 3,1% und liegt momentan durchschnittlich bei 9,07 Euro je Quadratmeter. Allerdings ist dies ein völlig normaler Prozess für Großstadtverhältnisse. Berlin schneidet verglichen mit München. oder internationalen Metropolen, beispielsweise New York, mehr als gut ab. Die Preisspanne liegt zwischen 18 Euro Miete je Quadratmeter bei Top-Lage (Berlin Mitte) und bei Peripherie-Lage (Marzahn-Hellersdorf) unter sieben Euro Miete je Quadratmeter. Münchens günstigster Preis je Quadratmeter liegt bei 13,58 Euro, dagegen lässt es sich in Berlin deutlich günstiger leben. Problematisch gestaltet sich dennoch der Mangel an bezahlbaren Sozialwohnungen, da sie für private Investoren aufgrund steigender Kosten und Bauauflagen zunehmend unattraktiv werden, aber hier ist die Berliner Politik gefragt und kann gegebenenfalls regulierend eingreifen.

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