Brennpunkt Berlin: Neue Sicherheitsmaßnahmen am Alexanderplatz

Die Hauptstadt wächst im Rekordtempo. Allerdings hat der Berlin Boom auch so seine Schattenseiten. Mit dem enormen Bevölkerungswachstum nehmen auch die Straftaten zu, aber der Personalbestand der Polizei wird dem nicht angepasst. Die Hauptstadt hat trotz Kriminalitätsrückgang im bundesweiten Vergleich die schlechteste Bilanz. Im letzten Jahr wurden in der Kriminalitätsstatistik Berlin 568.860 Straftaten erfasst. Das große Sorgenkind ist derzeit der Alexanderplatz.

Gewalt unter dem Fernsehturm

Mittlerweile ist der beliebte Touristik Hotspot und gefragte Treffpunkt für Jugendliche der gefährlichste Ort in Berlin. Statistisch gesehen, passieren zwischen Fernsehturm und Neptunbrunnen täglich sieben Diebstähle und zwei Körperverletzungen. Hierbei sind die regelmäßigen Massenschlägereien, Messerstechereien und Drogendelikte am Alex noch nicht inbegriffen. Was wird dagegen getan?

Mehr Sicherheit am Alexanderplatz

Der Senat und die Polizei versuchen das Kriminalitätspotential aktiv durch verschiedene Maßnahmen einzudämmen. So wurde die Polizeipräsenz am Alexanderplatz erhöht und wird mit der neuen Polizeiwache, die im Dezember bezugsfertig sein soll, für mehr Sicherheit sorgen. Rund um die Uhr werden ein Bundespolizist und zwei Bezirkspolizisten sieben Tage die Woche vor Ort sein. Seit dem 1. November gibt es sogar noch eine eigene Ermittlungsgruppe „Alex“, um die den Anwohner und die umliegenden Gewerbebetreiber vor gewaltbereiten Gruppen zu schützen. Darüber hinaus soll ein am Alexanderplatz gelegener Jugendaktionsraum (Jara) Abhilfe schaffen. An diesem Freitag wird der 30 Quadratmeter große Container Jara eröffnet. Der gemeinnützige Träger Moabiter Ratschlag wird das Jugendzentrum übernehmen.

Dort sollen Jugendliche sich treffen können, Kreativangebote und Beratung wahrnehmen können. Das Ziel der Senatorin für Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Sandra Scheeres, ist es, die jungen Leute abzufangen, bevor sie in Kontakt mit kriminellen Gruppierungen geraten. Für das Projekt werden bis Ende 2018 rund 140.000 Euro zur Verfügung gestellt. Ob die Maßnahmen dauerhaft für weniger Straftaten am Alexanderplatz sorgen werden, bleibt abzuwarten. Zudem müsste auch überlegt werden, ob es nicht sinnvoll wäre, Bus- und Tramhaltestellen zu versetzen. Mehr als 360.000 Menschen laufen täglich über den Alex, viele davon nutzen den Verkehrsknotenpunkt zum Umsteigen. Vielleicht könnte eine andere Raumverteilung das Konfliktpotential schon eindämmen. (red)

 

 

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