Mitgliedskarte dranhalten, losfahren – Carsharing ist der neue Umweltsünder

Keine Lust mehr auf die BVG zu warten? Die angesagte Alternative „Carsharing“ zum ÖPNV macht auch vor Berlin nicht halt. Das Prinzip ist praktisch und einfach. Deswegen benutzen inzwischen immer mehr Berliner Car2go, Drivenow oder andere Carsharing-Anbieter. Doch statt weniger Autos ist mehr Verkehr die Folge, was zu mehr Schadstoffen und Stau führt.

Carsharing-Unterstützer meinen dazu, dass Klimaschutz durch Auto fahren gewährleistet wird, da ein Wagen mehrere Privatautos ersetzt. Doch ist dem wirklich so?

Geograf Stefan Weigele entgegnet, dass viele Fahrten nur wenige Kilometer lang sind, beispielsweise nach Feierabend von einem Berliner Szenenviertel ins nächste, trotz einer Bus-oder Monatskarte. Des Weiteren fahren Carsharing-Autos durchschnittlich nur circa eine Stunde pro Tag in der Berliner Großstadt. Das macht sie genauso ineffizient wie ein Privatauto. Des Weiteren hat Berlin bereits erhebliche Probleme mit hohem Verkehrsaufkommen, was sich in Staus und verstopften Straßen, besonders zur Rush-Hour zeigt.

Stationslose Leihwagen Anbieter, wie Autobauer Daimler (Car2go), BMW (Drivenow) und Citroen (Multicity), tauchen zunehmend häufiger in Berlin und anderen großen deutschen Städten auf. Im Jahre 2016 hatte das Free-floating-Angebot in Großstädten 40% des Angebots erreicht. Die klassischen stationsbasierten Anbieter wachsen eher in kleineren Städten.

Umwelthilfe-Geschäftsführer Resch warnt nun Kommunen davor, Carsharing durch kostenlose Parkplätze und reservierte Stellflächen zu fördern: „Das ist eine Verkaufsförderung für die Autoindustrie.“ Seiner Meinung nach sei eine Preissenkung und Verbesserung bei Bus und Bahn der Berliner Verkehrsbetriebe die einzige Lösung für Verkehr und Umwelt. Allerdings empfinden Bus-und Bahnbetreiber die Carsharing-Anbieter nicht als Konkurrenz, da sie noch zu klein seien.

Die Lösung liegt also in Kooperation beider Welten, wie es teilweise bereits vorhanden ist, um mit Carsharing die Lücken im Netz zu schließen, was einer Großstadt wie Berlin durchaus zu Gute kommen würde. (saa)

Bildquelle: wikimedia

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