MIPIM Tagebuch, Tag 2: Berlin en plein essor

Ein kurzer Blick auf das prallgefüllte Programm des Berlin-Standes ließ schon erahnen, dass der zweite Messetag den Besuchern der MIPIM viele Impulse und Networkingmöglichkeiten bieten würde. Der Berlin-Stand ist nicht zuletzt wegen seines anspruchsvollen Programms einer der bestbesuchten Stände der MIPIM und wird von namhaften Unternehmen wie der Berliner Volksbank als Sponsor unterstützt.

 

Die Boomtown Berlin, die stetig wachsende Nachfrage am Büromarkt und auch die Folgen des Brexits standen im Fokus der Auftaktveranstaltung am Berlin Stand. Berlin Partner-Chef Dr. Stefan Franzke hob dabei hervor, dass der Berliner Büromarkt weiterhin exponentiell wächst und das aktuelle Angebot an Büroflächen nicht die große Nachfrage decken kann. Noch in diesem Jahr rechnen er und seine Diskussionspartner mit einem Anstieg der Mietpreise auf über 30 Euro. Zu den Interessenten zählen neben Berliner Unternehmen verstärkt auch internationale Unternehmen. Es wird erwartet, dass nach dem Brexit immer mehr britische Unternehmen in die deutsche Hauptstadt ziehen werden, erste Anzeichen dafür gäbe es laut Franzke bereits.

 

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Yachten wurden zu Kommunikationszentren. Hier WCM mit Vorstandsvorsitzendem Stavros Efremidis (rechts)

 

Beim traditionellen ZIA-Empfang traf sich wie jedes Jahr das Who’s Who der Berliner Immobilienbranche. Die zahlreichen Gäste wurden von  ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner, Berlins Staatssekretär für Wohnen Sebastian Scheel, dem Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen und Gunther Adler, Staatssekretär im BMUB, begrüßt. Neben Projektentwicklern waren auch Investoren und Bankenvertreter unter den Gästen, so auch Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Vorstandes der Investitionsbank Berlin, sowie Andreas Tied, Bereichsleiter für Immobilien- & Stadtentwicklung der IBB. Letzterer stellte im Anschluss an den Empfang die aktuellen Entwicklungen des Berliner Wohnungsmarktes dar.

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Blick auf den Hafen und die Altstadt von Cannes vom Berlin-Stand aus

Auch die Assmann Beraten + Planen AG, die im vergangenen Jahr von Braunschweig nach Berlin gezogen ist, war vor Ort. Anfang des Monats wurde bekannt, dass das Unternehmen vom Schweizer Energie- und Infrastrukturkonzern BKW gekauft wurde und nun einem Ingenieurnetzwerk aus über 1.000 Experten angehört.

 

Nicht nur das Programm des Berlin-Standes beeindruckt, sondern auch die zahlreichen Visualisierungen und Projektpräsentationen wie etwa von Grand City Properties oder der CG Gruppe. Manche Projekte sind bereits in der Realisierung und im Verkauf, bei anderen steht der praktischen Umsetzung der teils überzogenen Pläne noch die fehlende Baugenehmigung im Weg. Beste Beispiele dafür sind am Alexanderplatz zu finden: Während das im Bau befindliche Projekt „Grandaire am Alexanderplatz“ der STRATEGIS AG bereits im Durchschnitt jeden Tag eine Wohnung verkauft, ist beim Projekt „Alexander Berlin Capital Tower“ auch in diesem Jahr keinerlei Fortschritt zu vermelden. Der Auftritt auf der Messe hingegen wird immer intensiver. Bei Experten heißt es schon: „Große Klappe und nichts dahinter“. Tatsächlich will der Investor mehr Geschossflächen, was sich Senatsbaudirektorin Lüscher aber nicht einfach so verkaufen lässt. Ergebnis keine Baugenehmigung in absehbarer Zeit in Sicht. Und würden die Entwickler der Monarch Group die Politik des neuen Senats richtig interpretieren, dann würden sie feststellen, dass Hochhäuser nicht gerade auf der Prioritätenliste stehen. Der russische Investor ist gut beraten, wenn er mehr Nachbarschaft, Partizipation und Diplomatie an den Tag legen würde und nicht auf Hochglanzplakaten und protzigen Ständen den Eindruck erweckt, dass es schon ein Projekt gibt.

 

Einer der neueren großen Player in der Stadt ist die SSN Group, die aktuell nicht nur in Berlin, sondern auch in Düsseldorf investiert. Allein in Berlin hat die im Schweizer Zug ansässige Immobiliengruppe im letzten halben Jahr drei Projekte erworben: Das Milestone Projekt „Quartier Bundesallee“ wird bereits realisiert. Unweit des Brandenburger Tors kaufte SSN das Filetgrundstück Wilhelmstraße 56-59, auf dem im vergangenen Jahr noch DDR-Plattenbauten standen und setzt hier die Arbeiten für das Projekt „The Wilhelm“ fort. In der Franklinstraße in Charlottenburg plant SSN ein Bürogebäude mit fast 11.000 Quadratmetern Mietfläche.

Lesen Sie hier den ersten Teil unseres MIPIM-Tagebuchs.

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