Martin Hikel | Foto: SPD Berlin/Joachim Gern

Martin Hikel wird neuer Bezirksbürgermeister von Neukölln

Nach drei Jahren Amtszeit als Bezirksbürgermeisterin von Neukölln gibt die neue Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Franziska Giffey, nun den goldenen Generalschlüssel zum Rathaus weiter.

Am Mittwochabend wählte die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) mit breiter Mehrheit Martin Hikel zum neuen Bürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln.

Neukölln hat einen neuen Bürgermeister

Mit 27 Jastimmen bei 17 Gegenstimmen und fünf Enthaltungen wurde der 31-jährige Martin Hikel zum neuen Bezirksbürgermeister gewählt. „Ich bin stolz, dass ich dem Bezirk, in dem ich nicht nur physisch, sondern auch persönlich groß geworden bin, jetzt dreieinhalb Jahre dienen darf“, sagte Hikel bei der Wahl am Mittwochabend. Seit 2011 ist er Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung und wurde 2016 sogar zum Fraktionsvorsitzenden der SPD gewählt.

Die fehlende Erfahrung als Berufspolitiker, macht er mit seiner persönlichen Nähe zum Neuköllner Bezirk wett. Der gebürtige Berliner verbrachte seine Jugend in Rudow und schloss am Neuköllner Albert-Einstein-Gymnasium in Britz sein Abitur ab. Damit kenne er den Bezirk „mit all seinen unterschiedlichen Lebenslagen und Herausforderungen“, so Giffey. Der Bezirk Neukölln ist insbesondere für seine hohe Kriminalitäts- und Armutsquote bekannt und gilt als „Problembezirk“.

Jan-Christopher Rämer war erste Wahl gewesen

Anfangs hatte wohl niemand damit gerechnet, dass Martin Hikel der nächste Bürgermeister wird. Denn mit deutlich mehr Erfahrung war der Neuköllner Bildungsstadtrat Jan-Christopher Rämer die erste Wahl für das Amt gewesen.

Nachdem er aber wegen Trunkenheit am Steuer aufgefallen war, kam er als Kandidat nicht mehr in Frage. Der Neuköllner Bezirksstadtrat für Bildung, Schule, Kultur und Sport hat bereits um seine Entlassung aus dem Beamtenverhältnis gebeten. Zudem erklärte er seinen Rücktritt von sämtlichen Ämtern und Funktionen innerhalb der SPD.

Hikel will Schwerpunkt auf Bildung und Integration setzen

Die Liste der sozialen und politischen Baustellen ist lang. Vor allem wolle Hikel sich auf die Schwerpunkte Bildung und Integration konzentrieren. So will er Kindern eine gute Bildung ermöglichen, Zuwanderern die Regeln des Zusammenlebens aufzeigen und Verstöße nicht tolerieren.

„Ich werde mich den großen Herausforderungen des Amtes mit ganzer Kraft stellen. Den pragmatischen und problemorientierten politischen Kurs, für den wir 2016 gewählt worden sind, werde ich fortsetzen. Das heißt für mich: Bildungserfolg darf nicht von der sozialen Herkunft abhängig sein. Deshalb müssen die besten Schulen in die härtesten Kieze. Bildung bleibt in Neukölln unser wichtigster politischer Schwerpunkt“, so der 31-jährige Lehrer aus Rudow.

Ob der 2,08 m große Mann den Aufgaben als Bezirksbürgermeister gewachsen ist, wird sich in Zukunft zeigen. Als seine erste Aufgabe nimmt er die Eröffnung eines Engagement-Zentrums für Ehrenamtliche in Angriff. (dn)

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