Magnetwirkung: Berlin zieht Gründer an

Der BBB-Gründerindex für Berlin steht 2016 bei der Marke von exakt 200,9. Das bedeutet rund 201 Gründungen je 10.000 Erwerbspersonen. Damit hat sich das gute Ergebnis von 2015 verfestigt. Im Bundesdurchschnitt ist der Index dagegen weiter gefallen und steht nun nur noch bei 122,7. Damit liegt der Wert für 2016 drei Prozent unter dem Vorjahr.

Die positive Berliner Entwicklung wird insbesondere von Gründungen gestützt, die neben den Initiatoren mit mindestens einem Arbeitnehmer an den Start gehen. In diesem Fall handelt es sich um  „echte Betriebe“, im Unterschied zu Kleingewerbegründungen, bei der die Gründerin bzw. der Gründer ohne Mitarbeiter startet.

„Berlin hat seine Magnetwirkung erneut unter Beweis gestellt“, bilanziert Waltraud Wolf, Geschäftsführerin der BBB BÜRGSCHAFTSBANK, „und dies bei gleichzeitig wachsender Einwohnerzahl und einer steigenden Zahl von Erwerbspersonen.“

Berlin weist, gemessen am Unternehmensbestand, in den Branchen Energieversorgung, dem technologisch interessanten Bereich „Information und Kommunikation“ sowie den unternehmensnahen „sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ deutliche Überschüsse aus und unterstreicht damit seine Anziehungskraft für technologiebasierte Gründungen. Berlin ist auch Gründerstadt für FinTech-Startups, die sich vor allem einen Namen für B2C-Angebote gemacht haben.

Dass Berlin weiterhin Gründerhauptstadt bleibt, liegt zu einem wesentlichen Teil an der Gründungsneigung von Berlinern mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die 2015 für fast die Hälfte aller Unternehmensgründungen stehen.

Auch gemessen an der Einwohnerzahl liegt in Berlin die Zahl von gut 30 Gründungen je 1.000 ausländischer Mitbürger sehr hoch. Hier haben annähernd so viele Nichtdeutsche ein Gewerbe angemeldet wie in Hamburg, München, Köln und Frankfurt zusammen. Die Spitzenreiter unter den nichtdeutschen Gründern/Gründerinnen in Berlin sind nach wie vor Polen, gefolgt von Rumänen, Türken, Bulgaren, Italienern und Kroaten.

Auch im Metropolenvergleich ist Berlin erneut seiner Favoritenrolle als deutsche Gründer-hauptstadt gerecht geworden. Gemessen an den „Erwerbsaktiven“ weist die deutsche Hauptstadt die mit Abstand meisten Gründungen unter den 12 untersuchten deutschen

Städten auf. Mit 182 Gewerbegründungen je 10.000 Erwerbsaktiven rangiert Berlin 2015 deutlich vor Leipzig (133), Hamburg (130) und München (126). Schlusslichter sind wie im Vorjahr Stuttgart (75) und Bremen (82).

Forschungsintensive Industrien sowie wissensintensive Dienstleistungen sind bedeutende Zukunftsfelder, die darum gesondert ausgewertet wurden. In der Regel sind Stadtgebiete in Deutschland keine Zentren für die Gründung von forschungsintensiven Industrieunternehmen. Nur die Städte Berlin und Bremen liegen 2015 über dem Bundesdurchschnitt. Bei den Gründungen im Bereich wissensintensive Dienstleistungen liegt Berlin zwar ebenfalls in der Spitzengruppe, muss aber München und Köln den Vortritt lassen. Hier hat Berlin noch Luft nach oben. Beachtenswert ist in diesem Zusammenhang die Attraktivität, die Leipzig auf Gründer/Gründerinnen ausübt.

„Das Ergebnis dieses Teilbereichs sollte Anlass sein, die Rahmenbedingungen für Gründer forschungs- und wissensintensiver Bereiche  in Berlin zu überprüfen und ggf. neu auszurichten.“ mahnt BBB-Geschäftsführerin Waltraud Wolf. „Offenbar nutzt Berlin die Vorzüge seines Hochschul- und Wissenschaftsstandortes noch nicht uneingeschränkt. Dieser Herausforderung aber muss sich Berlin stellen, will es die digitalen Veränderungen in der Wirtschaft aktiv gestalten.“ Hierbei steht die BBB an der Seite der Berliner Wirtschaft, verspricht Wolf.

Den Gründerindex 2017 finden Sie >>> hier

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