Luisenstadt: Neues Leben auf altem Industriegelände an der Spree

Die Nördliche Luisenstadt in Berlin-Mitte steht im Mittelpunkt eines neuen Projektes von Trockland. Der in Berlin ansässige Bauherr und Projektentwickler plant die Sanierung und Entwicklung des Areals, das sich bandartig zwischen der Köpenicker Straße 40 – 41 und der Spree erstreckt. Seit Jahrzehnten weitestgehend ungenutzt, stehen zwischen der Michael- und der Schillingbrücke die Überreste einer der ältesten deutschen Kunsteisfabriken. Im Einklang mit dem integrierten Entwicklungskonzept für das Sanierungsgebiet Nördliche Luisenstadt wird Trockland den denkmalgeschützten Bestand behutsam sanieren und das Grundstück durch moderne  Gebäude maßvoll verdichten.

Unter dem Namen „Eiswerk“ will Trockland auf dem circa 8.800 Qua-dratmeter großen Grundstück bis 2020 eine lebendige Mischung aus Wohnen, Gewerbe sowie kultur- und kreativwirtschaftlicher Nutzung mit einer Bruttogeschossfläche von ca. 23.000 Quadratmetern sowie einer Tiefgarage realisieren.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem Projekt Eiswerk einem bedeutsamen Zeugnis der Berliner Industriekultur neues Leben einhauchen und so zur Reurbanisierung des vernachlässigten innerstädtischen Geländes beitragen können“, sagt Heskel Nathaniel, CEO und Geschäftsführer von Trockland.

Zum Projekt Eiswerk gehören das Wohnhaus mit Vorderhaus, Mittel- und Seitenflügel an der Köpenicker Straße sowie das rückwärtige, ehemalige Kühlhaus. Die eigentliche Eisfabrik – das markante Ziegelsteingebäude mit dem weithin sichtbaren Schornstein – ist nicht Teil des von Trockland erworbenen Grundstücks. Verkäufer und bis zum Nutzen-Lasten-Wechsel Eigentümer der Liegenschaft ist die TLG IMMOBILIEN AG. Das Grundstück, auf dem sich die eigentliche Eisfabrik befindet, wurde bereits im Jahr 2008 als eigenständiges Grundstück geteilt und ist heute in anderweitigem Eigentum.

Trockland hat mit dem renommierten Architekturbüro GRAFT einen langjährigen Partner mit der Planung für das Gesamtkonzept Eiswerk beauftragt: Das vorhandene Wohnhaus und das Kühlhaus werden denkmalgerecht saniert. Ein neu entstehendes Wohnhaus an der Köpenicker Straße wird sich zwar konzeptionell vom Bestandsgebäude abheben, jedoch die Fassadengliederung des benachbarten Altbaus aufgreifen. Diese Blockrandschließung repariert eine weitere Kriegswunde im Stadtbild. Im hinteren, der Spree zugewandten, Grundstücksteil entsteht ebenfalls ein neues Gebäude. Dessen zum Ufer hin tiefer staffelnde Architektur nimmt Bezug zur Eisfabrik, hält einerseits respektvollen Abstand und schafft andererseits wertvollen Lebensraum durch eine bewusst geplante Hofstruktur. Altbestand und Neubau entlang der Köpenicker Straße werden Mietwohnungen sowie kleinteilige Gewerbeflächen im Erdgeschoss beherbergen. Das Konzept sieht weiterhin eine öffentliche Zuwegung von der Straße zum Spreeufer und zur vom Bezirk geplanten, noch zu errichtenden, Uferpromenade vor.

Auf dem 1893 von Carl Bolle erworbenen Areal am alten Berliner Holzmarkt ließ die Norddeutsche Eiswerke A.G. zwischen 1909 und 1910 eine zwei Höfe umschließende Wohn- und Fabrikanlage errichten. Nach einer wechselvollen Geschichte wurde das Gelände in den Jahren nach der Wende der TLG IMMOBILIEN AG übertragen. (red)

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