London im Brexit Trauma: Run auf Berliner Pop-up Lab

Die Rede ist von Krieg, von Technologieschlachten, von dreistem Wildern aber auch von freundlichen Feinden. Das ist der Tenor der London Times zum Pop-up Lab Berlin. Berlin Partner präsentiert diese Woche das Kreativlabor “Startup meets Grownup” im hippen Londoner Bezirk Soho. Und so strömten unzählige Besucher, darunter Entrepreneure, Hippster, Künstler, Kreative sowie Vertreter der nationalen und internationalen Presse in das eigens angemietete Ladenlokal, um den Spirit von Berlin live zu erleben.

“Normalerweise bewerben sich Start-ups bei möglichen Förderern. Wir drehen den Spieß um und gehen aktiv auf die Leute zu. Es lohnt sich, um junge Unternehmen zu kämpfen. Die Brexit Entscheidung hat für große Verunsicherung gesorgt. Wir zeigen hier vor Ort, dass Berlin die beste Alternative zu London ist: Bei uns trifft Lifestyle auf Freiheit, kreatives Potenzial, Venture Capital, Internationalität und Kooperationen mit etablierten Industrieunternehmen. Davon können sich unsere Gäste hier vor Ort selbst ein Bild machen und das tun sie auch.” Stefan Franzke, Sprecher der Geschäftführung von Berlin Partner, freut sich über den enormen Ansturm. Seit der Brexit Entscheidung haben sich unzählige Start-ups bei der Berliner Wirtschaftsförderung gemeldet, weil sie einen Umzug in die Hauptstadt zumindest ins Kalkül ziehen. Fünf Unternehmen sind schon gekommen und 40 sind ernsthaft in Verhandlungen. Franzke: “Erst spürten eine regelrechte Panik. Aber ich allein bekomme immer noch täglich mindestens zwei Anfragen. Für britische Unternehmen ist der Standort ideal, weil er nach der Brexit Entscheidung einen neuen Zugang zum Binnenmarkt der EU bietet. Die Zukunft der Finanzmetropole London ist unsicher. Deshalb ist Berlin besonders für Digitalunternehmen der Finanzbranche (Fintechs) attraktiv. Gleichzeitig ist Berlin plötzlich auch für größere, internationale Unternehmen interessant.”

Die Argumente von Berlin Partner sind erschwingliche Büromieten, Umzugshilfen und öffentliche Fördergelder. Zudem bringt Franzke schweres Gepäck mit: Förderprogramme von Bayer, Springer, der Deutschen Bahn und der Metro. “Wir werden außerordentlich stark von der Wirtschaft unterstützt. Deshalb können wir schnell reagieren als andere.“

Die Marketingveranstaltung, die insgesamt eine Woche dauert, soll im Umkehrschluss Berliner Unternehmen dabei helfen, Kontakte und Kooperationen in London zu finden. Die Londoner Wirtschaftsförderung ist deshalb Kooperationspartner des Pop-up Labs Berlin. Sura Hussein, Senior Business Development Manager bei London & Partners reagiert humoring gelassen auf Berlins Ambitionen, London den Rang als Start-up Hub abzulaufen. Wo gäbe es denn bitte mehr Lifestyle, Kultur, Vielfalt, Geld, Freiheit, Gründergeist und Internationalität als in London? Und wer alleine aus Kostengründen nach Berlin wolle, dem könne sie erschwingliche Angebote machen.

Zum Schluss noch eine in der Besuchermenge aufgeschnappte Bemerkung eines Londoners, der auch sicher viele Berliner zustimmen würden. “The Bürgeramt, it sucks!”

 

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