Lange Nacht der Industrie 2018. | Foto: LNDI - Arne Vollstedt

Lange Nacht der Industrie 2018 – Offene Werkstore statt „laut und schmutzig“

Gestern Abend gab die 7. Lange Nacht der Industrie (LNDI) mehr als 1.000 Teilnehmern die Möglichkeit hinter die Kulissen namhafter und regionaler Industrieunternehmen zu blicken. Um 17.15 Uhr starteten Busse von verschiedenen Standorten auf insgesamt 14, vorher wählbare Touren. Teilnehmer konnten im Zuge ihrer Anmeldung zwei Unternehmen wählen, deren Produktionsprozesse sie einmal miterleben wollten.  Die 2008 in Hamburg initiierte Veranstaltung bietet Schülern, Studierenden, arbeitssuchenden und industrieinteressierten Menschen Einblicke in die Werkhallen von 27 teilnehmenden Unternehmen. Neben dem Entdecken von spannenden Karrieremöglichkeiten, bietet die LNDI auch Unternehmen die Chance, ihre öffentliche Positionierung als Ausbilder zu stärken.

„Der Berliner Industriestandort steht für innovative, intelligente und nachhaltige Produkte und Zukunftslösungen. Ich freue mich, dass die Lange Nacht der Industrie einmal mehr die Möglichkeit bietet, hinter die Kulissen zu schauen“, so die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop.

BMW, Bayer, Bombardier und Florida Eis

Die diesjährige Nacht konzentrierte sich auf aktuelle Themen der Digitalisierung wie Smart City, intelligente Mobilität, 3D-Druck und Industrie 4.0. Erstmalig konnten sich Interessierte auch tagsüber von 12-17 Uhr an Ständen und durch Impulsvorträge verschiedener Unternehmen zu Karrierechancen informieren. Die Karriere-Messe auf der unter anderem die IHK Berlin, Talent Berlin und die Bundesagentur für Arbeit vertreten waren, fand im Lichthof der Technischen Universität statt. Ziel war es, laut Veranstalter, das industrielle Image als „laut und schmutzig“ zu bekämpfen. Dieses dürfte auch im Zuge etlicher Abgas-Skandale der letzten Jahre entstanden sein. Die kreative Mitarbeit der Unternehmen ermöglicht es ihnen, die Touren ab Betreten ihrer Produktionsbereiche komplett selbst zu gestalten. Der emotionale Kontakt zu den Besuchern kommt auch im sozialen Engagement für Bildungszwecke zum Ausdruck, da alle Touren kostenfrei sind.

Nach dem Credo „Persönlicher Kontakt ist durch kein Medium zu ersetzen“, bringt die gemeinsame Initiative der Wirtschaft und Bundesregierung Licht ins Dunkel. Internationale Konzerne wie BMW, Bayer, Bombardier und Siemens sind jährlich vertreten, aber auch hippe Eismarken konnten gestern Nacht probiert werden. Die Spandauer Firma Florida Eis lud zu später Stunde zum Erraten der beliebtesten Eissorte Berlins ein.

Unternehmenstouren bei der LNDI 2018. | Foto: LNDI – Arne Vollstedt

Lange Nacht der Industrie hat feste Ziele

IHK-Präsidentin von Berlin, Beatrice Kramm, zog eine positive Bilanz. Sie richtete ihr Wort nicht nur an die Teilnahme der Öffentlichkeit, sondern in diesem Jahr auch an die Politik. „Die Lange Nacht hat uns wieder deutlich gezeigt: Die Berliner Industrie hat ihren festen Platz in der Hauptstadtwirtschaft und bei den Berlinern. Mehr als tausend Schüler, Eltern, Studenten und andere interessierte Teilnehmer haben an den Unternehmensführungen teilgenommen und  live erlebt, warum die Industrie als attraktiver Arbeitgeber punktet. Neben guter Bezahlung bieten die Unternehmen spannende und hochwertige Jobs in technologie-intensiven Bereichen. Die positive Resonanz haben sich die Firmen also mehr als verdient. Das sollte auch dem Berliner Senat signalisieren: Industriepolitik lohnt sich!“, so Kramm.

Von der LNDI profitierten bisher mehr als 68.000 Teilnehmer in elf veranstaltenden Regionen Deutschlands. 600 Unternehmen öffneten bisher ihre Werkstore und lüfteten somit das Geheimnis um die angesiedelten Branchen der Region. Denn typische Zulieferer, sogenannte „Hidden Champions“ sind der Bevölkerung häufig völlig unbekannt. Auch der zunehmende Fachkräfte- und Nachwuchsmangel ist ein häufig diskutierter Zustand. Die Industriezweige erhoffen sich in dieser Hinsicht durch die geschäftige Nacht und potenzielle Bewerber, einen Aufschwung. (cn)

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