Kostenexplosion: Ausbau des Zentralen Omnibusbahnhof sprengt den Rahmen

Beim ersten Spatenstich im Sommer 2015 beliefen sich die Kosten für den Ausbau des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) noch auf 14,3 Millionen Euro. Mittlerweile veranschlagt das Land Berlin eine Summe von rund 30 Millionen Euro. Zuletzt stiegen die Kosten auf 36 Millionen, wegen umfangreicherer Arbeiten. Statt Sanierungen und Instandsetzungen soll neu gebaut werden. Die Kapazität des Busbahnhofs müsse erweitert werden – immer mehr Menschen nutzen den Bus statt die Bahn oder das Auto.

Wie sich die Summe letztendlich zusammensetzt oder wer dafür zuständig ist, ist unklar. Die Finanzverwaltung verweist auf die Wirtschaftsverwaltung, die wiederum auf die Verkehrsverwaltung und weder dort noch bei der BVG möchte sich jemand zur aktuellen Summe äußern. Zu befürchten sind Kostenexplosionen wie schon beim BER, dem Hauptbahnhof, der Zentrale des Bundesnachrichtendienstes oder dem Internationalen Kongresszentrum ICC – wenn in Berlin gebaut wird, wird es teuer.

Zentraler Omnibusbahnhof Berlin

Im Jahr 2016 verzeichnete der ZOB Berlin 215.000 An- und Abfahrten und mehr als 5 Millionen Fahrgäste. Tendenz steigend, sagt der Senat. Die BVG hingegen geht von einem Rückgang des Busverkehrs aus. Als Grund nennen sie eine Marktkonsolidierung durch den Wegfall des Linienangebots von drei Anbietern im November 2016. Der Wegfall der Linienangebote wurde von dem Busunternehmen Flixbus übernommen. Der Anbieter Flixbus verzeichnet mittlerweile einen Marktanteil von über 90 Prozent und nimmt damit eine marktbeherrschende Position unter den Busunternehmen in Deutschland ein.

Ob der Ausbau des ZOB im nächsten Jahr abgeschlossen wird – bleibt offen. Ob die Kosten für den Ausbau weiter ansteigen werden – sehr wahrscheinlich. Ob in Berlin jemals etwas gebaut und vorausgesagte Kosten eingehalten werden – zeigt die Zukunft. (ao)

 

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