Knapper Wohnraum treibt die Mieten weiter in die Höhe

Wer in Berlin auf Wohnungssuche ist, der muss Geduld und Geld mitbringen. Die Wohnungsknappheit treibt die Mieten in die Höhe und macht das Wohnen in Berlin zum teuersten in ganz Ostdeutschland. Wie der „Wohnungsmarktbericht Ostdeutschland 2017“, den die TAG Immobilien AG gestern vorgestellt hat, zeigt, liegt der Preis pro Quadratmeter Kaltmiete bei mittlerweile 10,09 Euro. Damit übertreffen die Preise sogar den Quadratmeterpreis in Potsdam – die bisher als teuerste Stadt im Osten des Landes galt.

Der stetige Anstieg der Mieten in Berlin treibt die Menschen ins Umland. Dort sind die Mieten mitunter recht günstig, steigen aber dennoch an. In der Untersuchung der TAG wurden 27 Städte betrachtet. In Eberswalde zum Beispiel liegt der Preis pro Quadratmeter bei 5,60 Euro, in Brandenburg an der Havel zahlt man eine durchschnittliche Quadratmeter-Miete von 5,50 Euro, in Nauen 6,49 Euro und in Strausberg 6,87 Euro.

Auch Wohneigentum ist teuer   

Dem Bericht zufolge, sind auch die Wohneigentumspreise in Berlin und Potsdam angestiegen. Haushalte in Berlin und Brandenburg müssen im Durchschnitt mittlerweile fast 32 Prozent bzw. 29 Prozent ihres Nettoeinkommens für das Wohnen ausgeben. Es gibt sogar Bereiche in Berlin, in welchen die Wohnkostenbelastungsquote bei 51 Prozent liegt. Für eine Eigentumswohnung im Bestand zahlt man in Berlin inzwischen 3100 Euro pro Quadratmeter. Bei Neubauwohnungen liegt der Preis pro Quadratmeter überdies schon bei 4600 Euro. Die Preise in Potsdam nehmen sich nicht viel von denen in Berlin. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte kommt sogar auf einen Durchschnittswert in der Hauptstadt von 5038 Euro pro Quadratmeter.

Der stetige Anstieg ist vorhersehbar, aber laut Immobilienverkäufer Nikolaus Ziegert, nicht mehr so stark. Gegenüber der Berliner Zeitung und in seinem Bericht gab er an, nach Preissteigerungen von durchschnittlich 10 Prozent in den letzten 5 Jahren, sei in den nächsten Jahren mit einem Anstieg von etwas über 5 Prozent zu rechnen.

Wohnraum in Berlin wird immer rarer. Der Wohnungsbau entwickelt sich zudem nur sehr langsam. Um dem entgegen zu wirken und der großen Nachfrage gerecht zu werden, ist es nun Aufgabe der Regierung, gegen die Wohnungsknappheit vorzugehen und den enormen Anstieg der Mieten zu regulieren und zu stabilisieren. (ao)

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