Kitaplatz-Not: Macht jetzt jeder Bezirk was er will?| Foto: Pixabay

Kitaplatz-Not: Macht jetzt jeder Bezirk was er will?

Die Kitaplatz-Not in Deutschland ist groß. Insbesondere die Hauptstadt ist von dem Problem betroffen. In Berlin sollen laut Schätzungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in diesem Jahr 3.000 Kinder keinen Kitaplatz bekommen. Die ersten Bezirke Berlin Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg planen künftig dagegen etwas zu unternehmen. Mit ihrem Eigenbetrieb, Kindergarten City, wollen die Bezirke die frei werdenden Kitaplätze nur noch an Kinder vergeben, die dort gemeldet sind.

Kita-Platz-Not trotz Rechtsanspruch

Zwar gibt es seit dem 1. August 2013 für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz, allerdings braucht es erneut richterlichen Druck, um diesen umzusetzen. So hat das Oberverwaltungsgericht in zwei Fällen die Stadtteile dazu verpflichtet, zügig einen Betreuungsplatz für die Kinder zur Verfügung zu stellen.

„Wir werden zukünftig alle wirklich frei werdenden Plätze nur noch an Kinder vermitteln, die im Bezirk gemeldet sind“, so die Geschäftsleiterin des Eigenbetrieb Kindergarten City, Katja Grenner. Ob und wann es tatsächlich dazu kommt, steht aktuell nicht fest. Die Jugendämter der Bezirke Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg versuchen eine gemeinsame Vereinbarung mit Kindergarten City zu finden.

Jugendamt schaltet sich ein

Bisher hatte das Jugendamt bei der Platzvergabe in Kindertagesstätten keinen Einfluss. Dennoch suchen die verzweifelten Eltern bei ihnen nach Hilfe, wenn ihr Kind keinen Kitaplatz erhält. Dort entstehen die Wartelisten für die Härtefälle. Die Jugendämter wollen Kontingente von Kitaplätzen im Eigenbetrieb erhalten, um diese den Familien in den jeweiligen Bezirken zur Verfügung zu stellen. Der Eigenbetrieb Kindergarten City schlägt ein Kontingent von bis zu 10 Prozent vor. Die Jugendämter in Friedrichshain-Kreuzberg erwarten jedoch mehr.

Einig sind sich beide zumindest in dem Fall, dass man sich zunächst auf die Kinder der jeweiligen Bezirke konzentrieren möchte. „Natürlich geht es in erster Linie um die bezirkliche Versorgung“, so Bezirksstadträtin, Sandra Obermeyer. Auch die Familiensenatorin Sandra Scheeres äußert sich positiv über die Idee: „ Durch die Vereinbarung mit den Eigenbetrieben erhalten die Bezirke nun eine echte Einflussmöglichkeit auf die Vergabe von Kitaplätzen.“

Not macht erfinderisch

Generell geht die Idee nicht ausschließlich dahin gehend, dass nur Kinder aus den Bezirken einen Anspruch auf einen Kitaplatz haben sollen, sondern der Anspruch berlinweit gilt. Durch die Knappheit an Plätzen werden jedoch Kinder der jeweiligen Bezirke bevorzugt. Wie eine tatsächliche Umsetzung aussehen soll, ist zurzeit noch unklar. „Wir wollen am Ende nicht mehr Schaden anrichten, als dass wir Nutzen davon haben“, erklärt Obermeyer.

Ob das wirklich die Lösung ist, ist fraglich. Vielmehr wird es Zeit, dass die Forderungen der Richter, um den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz zu realisieren, verwirklicht werden: Lohnsteigerung für Erzieherinnen, bessere Betreuungsschlüssel, mehr Kita-Räume durch Investitionen in den sozialen Wohnungsbau- und sehr wichtig, ein zentrales Platz-Suchsystem um Kitas und Eltern zu entlasten. Die Forderungen der Richter sind selbstverständlich und hätten schon längst in Angriff genommen werden müssen. (ls)

1 Antwort
  1. Cialia
    Cialia says:

    Hallo, eins ehr wichtiges Thema…leider nehmen sich viel zu wenige Blogger mal eines wichtigen Themas an. So viele Fashion-Blogs…alles schön und gut, aber wichtige Themen kommen oft zu kurz.
    Einen KITA-Platz in Belrin zu finden ist oft nur Glückssache…Politiker entdekcen das Thema nur im Wahlkampf für sich, danach ist nie wieder was von ihnen zu hören. Welche Zustände da für Eltern sind, ist ein Skandal.
    Schöne Grüße Carolin

    Antworten

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