Immer mehr Berliner nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel | Foto: Pixnio

Immer mehr Berliner nutzen öffentliche Verkehrsmittel

Ob zur Arbeit oder mal zum nächsten Einkaufszentrum – Tagtäglich nutzen Millionen Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel. Durch den Ausbau der Netze und die Takterhöhung steigt die Attraktivität des Nahverkehrs stetig. Dies zeigen auch die kürzlich veröffentlichen Fahrgastzahlen aus dem Jahr 2017.

BVG bleibt weiter auf Wachstumskurs

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) verzeichnete 2017 enorme Rekordzahlen. Erstmals waren mehr als 4 Millionen Fahrgäste pro Tag unterwegs. Insgesamt zählte die VBB rund 1,47 Milliarden Passagiere. Vor allem konnten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), als eines der 39 Mitgliedsunternehmen des VBB, beträchtliche Rekordzahlen erzielen: Über eine Milliarde Fahrgäste benutzten im vergangenen Jahr den Berliner Nahverkehr. 2016 waren es noch 19 Millionen Fahrgäste weniger.

Nach wie vor bildet die U-Bahn das Rückgrat der öffentlichen Verkehrsmittel. Rund 563 Millionen Fahrgastfahrten zählte die BVG im letzten Jahr. Darüber hinaus wurden auch Busse sowie S- und Straßenbahnen verstärkt genutzt. Neben dem Nahverkehr waren aber auch viele Menschen auf den Regionalverkehr angewiesen. Rund 300.000 Menschen pendelten letztes Jahr zwischen Berlin und dem Umland. Laut Angaben des VBB fuhren 85 Millionen Menschen mit den Regionalzügen. Ob es nun am Umweltbewusstsein der Einwohner, an den Staus oder an den hohen Parkgebühren liegt – nach Einschätzungen der BVG verliert das Auto immer mehr an Stellenwert.

Kommt bald das Minutenticket?

Heute kann ein Fahrgast mit einem Einzelfahrschein zwei Stunden lang im gesamten Stadtgebiet die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Für kurze Fahrten gibt es die sogenannte Kurzstrecke. Doch Tickets für mittellange Strecken und mittellange Reisezeiten innerhalb der Region Berlin gibt es nicht. Daher wird derzeit über ein „Minutenticket“ diskutiert. Wer also lange unterwegs ist, muss auch mehr bezahlen bzw. wer sich nur kurz im Bus oder in der Bahn aufhält, bezahlt dementsprechend weniger.

Über diese Tarifoption zeigt sich die BVG aufgeschlossen: „Wir sind offen für neue Tarifideen, die dazu beitragen, die Attraktivität des Berliner Nahverkehrs weiter zu steigern“, sagt Markus Falkner, Sprecher der BVG. So muss der Kunde nicht den üblichen Betrag für eine Einzelkarte zahlen, wenn er die zwei Stunden nicht voll ausnutzt. „Wir prüfen, ob zeitbasierte Tarife in größerem Maße als derzeit möglich wären“, teilt Susanne Henckel, Geschäftsführerin der VBB, mit. Näheres zum Zeittarif will die VBB noch nichts sagen.

Tarife für Bus und Bahn bleiben 2019 stabil

2014 beschloss der VBB-Aufsichtsrat jeweils zum 1. Januar eines Jahres indexbasierte Tarifanpassungen durchzuführen. Nun gibt es jedoch eine gute Nachricht für Fahrgäste: 2019 wird es wahrscheinlich keine Fahrpreiserhöhung geben. „So, wie sich die Lage derzeit darstellt, sehe ich wenig Spielraum für eine Tarifanhebung“, so Henckel. „Die Entscheidung trifft allerdings der Aufsichtsrat, der auch berücksichtigen muss, wie sich die Personal- und andere Kosten bei den Verkehrsunternehmen entwickelt haben“, erklärte sie weiter.

Ob oder inwiefern sich die Tarife erhöhen werden, entscheidet letztendlich der Index. Dieser zählt die Entwicklung der Lebenshaltungskosten, Kraftstoff- und Stromkosten. Je geringer der Index ist, desto niedriger ist auch die Preiserhöhung. Nach aktuellem Stand werden die Tarife wohl stabil bleiben.

Derzeit berät sich die Arbeitsgruppe der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz über die Tarifentwicklung. „Ein Thema wird auch sein, neue attraktive Tarifangebote für Azubis und andere Fahrgäste unter 18 Jahren zu schaffen“, kündigte Henckel an. Über diese Tarifvorschläge dürften sich also vor allem die Auszubildenden freuen, die dadurch ihre finanzielle Belastung verringern können. (dn)

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