Die Antragsinitiatoren mit der geplanten Streckenführung | Foto: Bezirksamt Neukölln von Berlin

Flughafen BER soll U-Bahnanschluss bekommen

Was für den Flughafen Tegel aufgrund der immensen Kosten nie realisiert wurde, soll nun für den zukünftigen Hauptstadtflughafen BER möglich werden: Eine Anbindung per U-Bahnanschluss. Auf dem 15. Dialogforum Airport Berlin-Brandenburg wurde gestern eine entsprechende Initiative einstimmig beschlossen. Beteiligt sind daran alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der an den BER angrenzenden Städte und Gemeinden sowie Vertreter der Länder Berlin, Brandenburg und des Bundes. Eingebracht wurde der Antrag gemeinsam von Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey (Neukölln), Bürgermeister Dr. Udo Haase (Gemeinde Schönefeld) und Bezirksbürgermeister Oliver Igel (Treptow-Köpenick).

Zuvor hatten die Antragsinitiatoren ihr Konzept für die Streckenführung vorgestellt, das bereits mit der BVG abgestimmt worden war. Hauptadressaten waren die brandenburgische Verkehrsministerin Kathrin Schneider und Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher, die beide ebenfalls für den Antrag votierten. In dem Antrag werden die Länder Berlin, Brandenburg und der Bund aufgefordert, das Konzept für die zukunftssichere Verkehrsanbindung des Hauptstadtflughafens voranzubringen.

Die verlängerte U7 ermöglicht den U-Bahnanschluss

Konkret wird von der Initiative die Verlängerung der U 7 bis zum Flughafen angestrebt. Demnach würde zunächst ein Lückenschluss vom U-Bahnhof Rudow bis zum S-Bahnhof Schönefeld (3 km) erfolgen und anschließend in einem zweiten Schritt die Verlängerung bis zum BER Terminal. Dabei liegt laut Initiative das Interesse auch bei den weit über eine halbe Million Menschen, die im Einzugsgebiet der U7 als Berlins längster U-Bahn-Linie wohnen.

Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey sagte zu dem Beschluss: „Heute haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein geschafft, die U 7-Verlängerung wahr werden zu lassen. Schon heute werden jedes Jahr 11 Millionen Passagiere in Schönefeld abgefertigt. Künftig werden es über 30 und in den nächsten Jahren über 50 Millionen sein. Die ganze Flughafenregion wächst. Tausende werden in der Airport-City arbeiten und müssen verkehrlich gut angebunden sein. Dabei ist für Neukölln die Entlastung des U-Bahnhofs Rudow von großer Bedeutung, aber auch endlich der Anschluss des Rudower Frauenviertels an das Berliner U-Bahnnetz. Wir brauchen einen starken öffentlichen Nahverkehr, der auch morgen noch die Nachfrage von und zum Flughafen bewältigen kann. Es ist völlig klar, dass dabei die U7 Verlängerung eines der wichtigsten ÖPNV Projekte der wachsenden Flughafenregion sein muss. Es bleibt dabei: Ein Hauptstadtflughafen braucht auch eine Hauptstadtanbindung.“

Initiative ist sich einig – Planung aber noch nicht abgeschlossen

Das Dialogforum Airport Berlin Brandenburg betonte dagegen in seinem Beschluss zum Tagesordnungspunkt, dass es die Initiativen zwar unterstütze, jedoch die Meinungsbildung des Landes Berlin und weitere noch durchzuführende verkehrliche Untersuchungen noch nicht abgeschlossen seien. Die Verfahrensbeteiligten des Landes Berlin, des Landes Brandenburg, des Bundes und der betroffenen Kommunen würden aber, entsprechenden Bedarf vorausgesetzt, aufgefordert, das Konzept für diese zukunftssichere Verkehrsanbindung voranzubringen.

Dass die Initiative erst jetzt in Gang kommt, obwohl die Strecke laut Bürgermeister Dr. Udo Haase bereits seit 1993 im Flächennutzungsplan vorgesehen und die entsprechenden Grundstücke freigehalten worden seien, wundert in Berlin sicher niemanden mehr. So äußert sich auch Dr. Haase wörtlich: „Ich freue mich, dass dieses sinnvolle Projekt endlich vorankommt. Gemeinsam werden wir ein integriertes, länderübergreifendes Konzept für die Wachstumsregion von Rudow bis nach Schönefeld erarbeiten.“

U-Bahnanschluss wirkt dem drohenden Verkehrsinfarkt entgegen

Immer wieder wird bemängelt, dass der Flughafen BER nicht ausreichend vernünftig an den Straßenverkehr angeschlossen sei bzw. für die zu erwartende Auslastung ein entsprechender Ausbau nicht geplant würde. Hier würde eine weitere alternative Anbindung zur S- und Regionalbahn sicher entlastend wirken. So sieht es auch Bürgermeister Oliver Igel: „In Treptow-Köpenick wird die künftige Verkehrsentwicklung durch den Flughafen mit großer Sorge betrachtet. Mit der U7-Verlängerung können noch mehr Menschen mit dem öffentlichen Nahverkehr den Flughafen erreichen. Wird der öffentliche Nahverkehr nicht weiter ausgebaut, droht ein Verkehrsinfarkt auf den Straßen im Südosten. Dagegen müssen wir etwas tun.“ (uc)

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