BER Terminal | Foto: Günter Wicker/Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Flughafen BER: Alte Monitore verursachen eine halbe Million Euro Schaden

Erst vor kurzem wurde bekannt gegeben, dass die Kosten für den Flughafen Berlin Brandenburg weiter steigen. Nun wurde ein neues Problem bekannt: 750 Monitore müssen ausgetauscht werden.

Angesichts der vielen Probleme hat der Lufthansa-Vorstand inzwischen den Glauben an den Großflughafen verloren und spricht sogar schon von einem BER-Abriss.

Eine halbe Million Euro für neue Monitore

2012 hätte der Großflughafen Berlin Brandenburg offiziell eröffnen sollen. Doch seitdem folgt eine schlechte Nachricht nach der anderen. Vor allem bereitet die Technik immer wieder Probleme. Zuletzt ging aus einem Statusbericht des TÜV Rheinland hervor, dass der Flughafen gravierende Defizite bei den technischen Systemen aufweist. Nach sechs verschobenen Inbetriebnahmen kam dann die große Ankündigung: Der Flughafen BER soll im Oktober 2020 endlich seine Türen öffnen.

Nun gibt es jedoch ein Problem: Die Monitore, die seit 2012 in Betrieb sind, seien größtenteils veraltet und müssen ausgetauscht werden. Wie der Flughafensprecher Stefan Hönemann am vergangenen Donnerstag mitteilte, sind die Bildschirme im Hauptterminal sechs Jahre lang mit der allgemeinen Stromversorgung in dem Gebäude mitgelaufen, die meisten hätten das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Ausgetauscht werden demnach 750 Monitore, von denen 100 noch funktionstüchtig seien. Die noch brauchbaren Monitore werden in den Flughäfen Schönefeld und Tegel zum Einsatz gebracht. Schlappe 500.000 Euro kostet die Austauschaktion.

Flughafen BER: Technik schon im Hochbetrieb

Trotz des Rückschlags gibt es auch eine gute Nachricht: In 39 von 40 Gebäuden des BER herrscht schon Hochbetrieb. Lediglich der Hauptterminal, das größte und wichtigste Gebäude, hat seinen Betrieb noch nicht aufgenommen. Grund sind die veralteten Monitore.

„Ansonsten aber läuft alles bestens“, so Knut Deimer, Leiter der Informations- und Kommunikationstechnik der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. Gerade erst wurde am Mittwoch die neue Technik-Leitstelle für den BER eröffnet. Diese befindet sich im Gebäude der Feuerwache-West in Schönefeld. Von der Leitstelle werden die Gebäudetechnik sowie die IT-Systeme des Hauptstadtflughafen BER überwacht und gesteuert. Bis zur Eröffnung des BER wird die Leitstelle vorerst diese Aufgaben für die alten Flughäfen Tegel und Schönefeld übernehmen.

Lufthansa prognostiziert BER-Abriss

Nach etlichen Verschiebungen und Pannen hat unterdes die Lufthansa offenbar den Glauben an den Hauptstadtflughafen verloren. „Meine Prognose ist: Das Ding wird abgerissen und neu gebaut“, sagte Lufthansa-Vorstand Thorsten Dirks am Freitag auf dem Unternehmertag am Tegernsee.

Der Berliner Senat wies diese Aussage jedoch zurück. „Die drei Gesellschafter sind sich einig: Der Flughafen wird fertiggebaut“, sagte Senatssprecherin Claudia Sünder am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Auch Flughafen-Chef Engelbert Lütke-Daldrup äußert sich entrüstet über die Bemerkung: „Das ist Unsinn.“

Bis zum Eröffnungstermin sind hoffentlich alle Baumaßnahmen fertiggestellt und die Mängel beseitigt. Eine weitere Verschiebung könne sich die Flughafengesellschafter jedenfalls nicht mehr leisten. Berlin hat vorerst dem Flughafen den Geldhahn zugedreht und wird keine weiteren Steuergelder mehr für den BER ausgeben. Immerhin hat der zukünftig drittgrößte Flughafen Deutschlands seit dem ersten Spatenstich schon knapp 7,3 Milliarden Euro verschlungen. (dn)

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