FinTech-Boom: Die Expertenmeinungen gehen auseinander

Das Bewusstsein, das aus einem Finanz-Startup-Boom eine Rezession resultieren kann, ist in der Wirtschaft kein Novum mehr. J. Christopher Flowers (Investmentbanker und Milliardär), Statement im gestrigen Handelsblatt „Die Blase wird platzen“, ist also keine große Überraschung. Das oben genannte Phänomen und eine daraus resultierende „Pleitewelle“ sind allerdings nicht nur den Finanz-Startups vorbehalten, sondern allgemein ein Problem in der Gründerszene. Darüber hinaus ist es schwer die Entwicklungen der asiatischen-, amerikanischen- und europäischen Wirtschaft in den kommenden Jahren voraus zu sehen. Mit Blick auf Deutschland, insbesondere Berlin, haben es Startups in den ersten fünf Jahren immer schwer sich fest zu etablieren.

„Der konkrete Nutzen der FinTechs ist vielleicht noch nicht für jeden erkennbar, aber wir selber erleben ja, dass Disruption auch im Handel stetig an Bedeutung gewinnt. Da werden sicherlich von den unzähligen FinTechs, die auf dem Markt sind, einige wenige bleiben, die dann auch Relevanz erlangen“ so Niels Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg e.V. (den gesamten BERLINboxx Artikel finden Sie hier). Wie auch schon das Handelsblatt es schrieb, aktuelle Statistiken zu FinTech-Pleiten gibt es nicht. Prognosen sind im Digitalisierungsbereich auch schwer aufzustellen.

Sicher ist aber laut den Finanzexperten (u.a. auch J. Christopher Flower): Die Digitalisierung und die FinTechs werden die Banken umkrempeln. Auch hier müssen beide Szenarien betrachtet werden. Einerseits werden viele FinTechs es mit den etablierten Großbanken nicht aufnehmen können und nach kurzer Zeit vom Markt verschwinden, aber andererseits wird die ausgelöste Revolution auch neue Kooperationen und Arbeitsplätze im IT Bereich schaffen (den gesamten BERLINboxx Artikel zu diesem Thema finden Sie hier).

„Wie in anderen Branchen auch, müssen sich Banken den neuen technischen Möglichkeiten anpassen. Sofern es gelingt, das Angebot durch Kooperationen und Digitalisierung der Dienstleistungen zu erweitern, sehe ich, auch für klassische Bankhäuser, in den aktuellen Entwicklungen eher eine Chance, als eine Gefahr“, so Richard Giessel, Executive Relationship Manager bei der vPE Bank (den gesamten BERLINboxx Artikel über die vPE Bank finden Sie hier).

Die Digitalisierung schafft Kooperationen unter FinTech-Unternehmen und mit etablierten Großunternehmen, um dadurch neue Wege beschreiten zu können. Risiken bestehen natürlich immer, aber das gilt für jeden neuen Geschäftszweig. Längst wird der Startup-Boom durch unterschiedliche Modelle gefördert oder unterstützt, um drohende „Pleitewellen“ zu umgehen. Ob Panikmache und die Ankündigung einer „gefährlichen Hysterie“ der Wirtschaft förderlich sind, bleibt fraglich. Wie es letztlich ausgeht, muss differenziert betrachtet werden und ist aktuell noch nicht absehbar. Spätestens sobald eine erste umfassende Statistik über die Fintech-Pleiten erscheint, kann fachmännisch geurteilt werden. (lj)

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