EXPO REAL Spezial 2017: Konstruktiven Dialog wieder in Gang bringen

Die EXPO REAL als bedeutendste deutsche Immobilien- und Standortmesse war in der Vergangenheit stets auch ein Seismograph für das Zusammenwirken von Politik und Wirtschaft. An den großen Ständen von Berlin, Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg haben Politik und Wirtschaft gemeinsam die Stärken und Qualitäten des jeweiligen Standorts kommuniziert. So auch in Berlin, wo der Stand seit Anbeginn in Public- Private-Partnership organisiert wurde. In Eintracht wurde konstruktive Zusammenarbeit zwischen Projektentwicklern, Investoren und Bauträgern auf der einen Seite und Politik sowie Verwaltung auf der anderen Seite demonstriert.

Auch in diesem Jahr ist der Berlin-Brandenburg-Stand eine Leistungsschau von privaten und kommunalen Gesellschaften. Und wieder kann die Hauptstadt voller Stolz auf große Entwicklungsgebiete wie die Europacity, den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Johannisthal/Adlershof sowie die neuentstehenden Quartiere in Buch und Köpenick, die alle Teil des „Wohnungs- und Städtebauprogramms Wachsende Stadt“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen sind, verweisen. Gewerbeimmobilien boomen, größere Flächen für Büros sind schnell vom Markt absorbiert und bleiben ein knappes Gut.

Die stolze Bilanz wird in diesem Jahr jedoch durch die Entwicklung im Wohnungsmarkt, die weit hinter den gesteckten Zielen zurück geblieben ist, getrübt. Obwohl die Berliner Regierungskoalition den Wohnungsbau als Priorität der Legislaturperiode ausgerufen hat, haben zahlreiche Marktteilnehmer den Eindruck, dass mehr verhindert als gefördert wird. Diesbezügliche Kritik an Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher aber auch an einigen Baustadträten in den Bezirken dominieren die Medien. Das Versagen von Instrumenten wie der Mietpreisbremse oder dem Zweckentfremdungsverbot ist offensichtlich. Staatssekretär Sebastian Scheel, zuständig für Wohnen, ist kaum wahrnehmbar und immer wieder ist von der Zerrüttung des Verhältnisses zwischen privaten Investoren und der Bausenatorin die Rede.

Die immensen Probleme der Hauptstadt lassen sich aber – wie in der Vergangenheit – nur im Konsens zwischen Politik, Verwaltung und Immobilienwirtschaft lösen. Die Münchner Messe ist da eine gute Gelegenheit, Ziele gemeinsam zu definieren und an deren Umsetzung konstruktiv zu arbeiten. Insofern ist der Auftritt der Hauptstadt auf der Münchner Messe eine Chance, den ins Stocken geratenen Dialog wieder in Gang zu bringen.

Das EXPO REAL-Tagebuch von Frank Schmeichel: ab 4. Oktober täglich auf www.BERLINboxx.de

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