EQUAL PAY DAY 2018: Transparenz gewinnt

Die Lücke zwischen den Gehältern von Männern und Frauen in Deutschland schließt sich auch nach Jahren der Debatte darüber nicht. Die aktuelle Lohnlücke beträgt 21 Prozent. Für deren Schließung spielt Transparenz eine zentrale Rolle. Doch gegen diese gibt es noch immer viele Vorbehalte.

Transparenz ist entscheidend

Transparente Gehaltsstrukturen werden sowohl von Beschäftigten, als auch von Arbeitgebern mit großer Skepsis betrachtet. Über Geld zu sprechen ist immer noch ein Tabuthema. Zu groß ist die Angst vor Neid in der Belegschaft und vor einem unverhältnismäßigen Bürokratieaufwand. Dass transparente Einkommensstrukturen positive Auswirkungen haben, zeigen aber die Erfahrungen in anderen Ländern. Denn Transparenz schafft Vertrauen und eine Basis für Gehaltsverhandlungen auf Augenhöhe. Nur wer weiß, was die Kollegen und Kolleginnen in vergleichbarer Position verdienen, kann beurteilen, ob das eigene Gehalt Grund zur Zufriedenheit oder Anlass zu Nachverhandlungen ist.

„Transparente Gehaltsstrukturen sind ein Gewinn für alle – nicht nur für weibliche Angestellte. Denn Transparenz beim Gehalt zwingt dazu, gerecht nach Leistung zu entlohnen, und verhindert, dass unbewusste Vorurteile den Blick auf faires Entgelt verstellen. Das wird den Gender Pay Gap deutlich verringern.“ so Uta Zech, Präsidentin BPW Germany. „Unser Ziel: Arbeitgebende und Beschäftigte dafür zu begeistern, Gehaltstransparenz Normalität werden zu lassen!“

Gesetz zur Förderung der Transparenz

Ein entsprechendes Gesetz zur Förderung von Transparenz ist im Sommer 2017 in Kraft getreten. Ein lange erwarteter Schritt. Thomas Fischer, Referatsleiter im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellt den Prozess vom Entwurf bis zum endgültigen Gesetz vor. Warum Transparenz Unternehmen nützt, erläutert Henrike von Platen, CEO und Founder des FPI Fair Pay Innovation Lab gGmbH, in ihrer Keynote.

Equal Pay ist keine nationale Frage, sondern eine internationale Herausforderung. An der Formulierung und Durchsetzung internationaler Arbeits- und Sozialstandards zu Equal Pay arbeitet die International Labour Organization (ILO) Germany. Dr. Annette Niederfranke, Direktorin der ILO Germany, zeigt eine Bestandsaufnahme und stellt internationale Best- Practice-Beispiele vor.

Ursachen und Auswirkungen

Über Ursachen der Entgeltungleichheit, Entwicklungen und den aktuellen Stand berichtet Prof. Dr. Wippermann, Leiter des DELTA-Instituts für Sozial- und Ökologieforschung auf der Veranstaltung zur Equal Pay Day Kampagne 2018.

Unter dem Motto „Transparenz gewinnt.“ startet am 9. November 2017 die Equal Pay Day Kampagne 2018. Initiiert wird die Kampagne seit 2008 durch den Business and Professional Women (BPW) Germany e.V. und gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Wie sich Transparenz auf dem Arbeitsmarkt auswirkt, diskutieren Podiumsgäste und Teilnehmende im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). (red)

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