Eine Vision von Solidarität und Dankbarkeit – Flüchtlinge spenden Blut für Terroropfer

Der Anschlag am Breitscheidplatz vor einigen Wochen hat nicht nur die Deutschen, sondern auch Flüchtlinge geschockt. Nun wurde von jungen Syrern zur Aktion „Bluten für Deutschland“ aufgerufen.

 

Diese Initiative soll ein Symbol für die Unterstützung und Dankbarkeit der Geflüchteten sein und findet neben Berlin auch in Dortmund, Bochum und Köln statt.

 

„Es sollen Leben geschützt, Verletzten geholfen und es sollen Krankheiten überwunden werden. Außerdem wollen wir ein deutliches Zeichen gegen Terrorismus und das Fehlverhalten Einzelner setzen“, so der 24-jährige Initiator des Projekts Mohammed Noor Al-Gosh. Der junge Syrer ist Medizinstudent und erzählte im Zentrum für Transfusionsmedizin und Zelltherapie in Berlin Mitte von seiner Idee. Herausgekommen ist die bundesweite Blutspendenaktion „Bluten für Deutschland“.

 

Um ein Zeichen der Solidarität gegenüber dem Land zu setzen, das sie aufgenommen hat, kommen viele junge Syrer, um Blut zu spenden.

 

Mohammed Noor Al-Goshs Hoffnung ist es, dass möglichst viele Menschen, gleich welcher Herkunft und Nationalität, teilnehmen werden.

 

Den Obolus in Höhe von 20 Euro, die jeder Blutspender von der Charité erhält, werfen die Meisten in eine Sammelbüchse, um den Obdachlosen Berlins zu helfen.

 

Mohammed Noor Al-Gosh selbst hatte Glück im Unglück, als er von Ägypten auf der Route nach Italien 25 Tage auf einem Schlepperboot im Meer verbracht hat, bis schließlich das Rote Kreuz die Flüchtenden entdeckte und ihnen half.

 

Der Deutsch-Syrer Majd Abdulla, der einst für seine Facharztausbildung nach Berlin kam und jetzt als Transfusionsmediziner an der Charité arbeitet, sagt: „Ich finde die Aktion toll, denn das sind junge Syrer, die ihre Bereitschaft zeigen, sich zu integrieren und zu helfen. Das ist einfach schön!“

 

In Syrien ist das Blutspenden staatlich angeordnet und hat daher ein schlechtes Image. Jeder, der studieren will, zum Militär muss oder seinen Führerschein machen möchte, muss spenden. Und zwar nicht nur 400 bis 450 Milliliter, sondern gleich 1000 Milliliter. In Deutschland hingegen spenden die Syrer freiwillig als Zeichen der Hilfe und Solidarität Blut. (saa)

Bildquelle: wikipedia

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