Echter Berliner-Bio Gin

Gin gibt es mittlerweile in allen möglichen Varianten – nun kreieren zwei Berliner Freunde einen Berliner Spree Gin

Gabriel Grote und Henning Birkenhake kosteten verschiedene Berliner Gin-Sorten, doch bei jeder fehlte ihnen etwas, die besondere Note. Also beschlossen sie, ihren eigenen Gin herzustellen. Der besondere Berliner Touch: Gurken aus dem Spreewald. Natürlich Bio.

Ganz unerfahren sind die Beiden nicht: Seit ungefähr sieben Jahren produzieren sie den Kräuterlikör Pijökel 55. Und das ziemlich erfolgreich. Der Likör mit dem Geschmack von Zimt, Nelken, Vanille und Kardamom wurde bereits mehrmals ausgezeichnet. Dabei kommen die beiden Männer aus einer ganz anderen Richtung. Sie lernten sich während ihres Studiums an der Musikhochschule Detmold kennen. Tonmeister und Musikproduzent wollten sie werden, schlossen ihr Studium ab, zogen nach Berlin und fingen an in der Branche zu arbeiten. Zusammen gründeten sie eine Firma, die Sounds anfertigte.

Nebenbei experimentierte Grote mit diversen Rezepturen seines Vaters. Dieser war Apotheker und notierte in den 60er Jahre in einem Buch Salben, Tinkturen und Liköre. Es war üblich, dass Apotheker ihre eigenen Liköre herstellten, die entzündungshemmend und verdauungsfördernd wirkten. Es war wortwörtlich eine Schnappsidee, die Grote und Birkenhake dazu brachte, die Produktion des Liköres nach dem Tod des Vaters fortzusetzen. In der Küche ihres Büros finden sich  große Tanks, etliche Flaschen und Gasballons. Ob sich dieser Aufwand lohnen würde, wussten die Geschäftsführer nicht. Nach 20 Tagen ist der Likör fertig. Solang braucht es, die einzelnen Zutaten wirken zu lassen. Monatlich füllen die Hersteller 500 Liter ab. Bis jetzt.

Mit der Idee, künftig auch echten Berliner Bio Gin herzustellen, müssen sich die Unternehmer ausweiten. In Europas ältester Destillerie, einer hessischen Manufaktur, fanden sie einen geeigneten Partner, um ihr wohl behütetes Gin-Rezept zu verwirklichen. In mühevoller Kleinstarbeit tüftelten sie solange an der Rezeptur, bis vollkommene Zufriedenheit herrschte. Die hessische Manufaktur übernahm schließlich Herstellung und Versand.

Um unabhängig und nicht auf Kredite von Banken angewiesen zu sein, starteten die Freunde eine Online-Sammelaktion, um das Startkapital von 15.000 Euro zusammen zu bekommen. Und es sieht gut aus: vier Tage vor Ende der Aktion fehlen lediglich knapp 1.500 Euro, das Projekt scheint gesichert. Bald kann die Produktion starten, sodass Supermärkte und Restaurant den Gin in ihr Sortiment aufnehmen können.

Das fertige Endprodukt hat eine leichte, sommerliche Note bestehend aus Orangen, Zitronen, Koriandersamen sowie Lavendelblüten, Pomeranzenschalen und natürlich den Spreewaldgurken. Das 43-prozentige alkoholische Getränk schmeckt laut den Herstellern am besten pur bei Zimmertemperatur. Das genaue Rezept wird aber gut gehütet – das Rezeptbuch des Vaters ist an einem sicheren Ort versteckt. (fr)

(Foto: Facebook Spree Gin)

 

1 Antwort
  1. Timo
    Timo says:

    Interessanter Artikel! Finde die Idee mit den Bio Gins wirklich klasse und freue mich schon den Berliner Bio Gin zu verkosten.
    Der reicht sich direkt neben meinem Münchner Bio Gin von The Duke ein.

    Viele Grüße
    Timo

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