Easyjet will Fluggastzahl um 60 Prozent steigern | Foto: Wikimedia

EasyJet will Fluggastzahl um 60 Prozent steigern

EasyJet will sein Angebot an den Berliner Flughäfen deutlich ausweiten. Noch in diesem Jahr will die britische Fluggesellschaft die Zahl der Fluggäste um 60 Prozent erweitern. Damit steigt die Passagierzahl auf 5,6 Millionen.

Seit vergangenem Wochenende bietet easyJet fünf neue Routen ab dem Flughafen Tegel an. Dass die britische Airline eine immer größere Rolle spielt, dürfte die Konkurrenz nicht freuen. Mit den ambitionierten Plänen könnte easyJet schon bald die Nummer eins in Berlin werden.

EasyJet will Zahl der Fluggäste um 60 Prozent steigern

Die britische Fluggesellschaft erlebt derzeit einen großen Aufschwung in der deutschen Hauptstadt. Vor allem profitiert easyJet von der Insolvenz der Air Berlin. Denn nach der Pleite hat die Airline für 40 Millionen Euro Unternehmensteile der insolventen Fluggesellschaft  übernommen. Nun will easyJet noch weiter expandieren.

Der Konzernchef Johan Lundgren teilte am vergangenen Dienstag mit, dass geplant sei, die Zahl der Passagiere 2018 um 60 Prozent auf 5,6 Millionen zu steigern. „Berlin ist mit mehr als 50 Millionen Passagieren seit 2004 ein Kernmarkt für uns“, so Lundgren. Demnach biete die Billigfluggesellschaft ab sofort fünf neue Routen ab Berlin-Tegel an. Im Sommerflugplan, der vergangenen Sonntag in Kraft trat, sind die Ziele Aarhus (Dänemark), Alghero (Italien), Bari (Italien), Olbia (Italien) und Prag (Tschechien) hinzugekommen. Insgesamt bietet easyJet nun 28 Destinationen ab Tegel an.

 

EasyJet bietet künftig fünf neue Routen an | Foto: Wikimedia

 

EasyJet will die neue Nummer eins werden

Mit den geplanten mehr als 100 Strecken von Berlin-Tegel und Schönefeld könnte die britische Airline die Nummer eins in der Hauptstadtregion werden. Um dem Flugstreckenwachstum auch personell zu begegnen, hat die Fluggesellschaft bereits 140 ehemalige Air Berlin Mitarbeiter übernommen. Wie der Airline-Chef, Johan Lundgren, mitteilte, sei insgesamt eine Übernahme von rund 700 Crew-Mitgliedern geplant.

EasyJet will sogar noch einen Schritt weiter gehen und kündigte an, sein “Worldwide by easyJet“ auf Tegel auszuweiten. Mit diesem Service sollen Passagiere künftig die Möglichkeit bekommen, Anschlussflüge auch mit Partnerairlines buchen zu können. In Hinblick darauf will die Billigfluggesellschaft das Umsteigen am Flughafen Tegel ermöglichen. Zudem hat die Airline für das Programm bereits Partner wie z.B. Thomas Cook Airlines, Corsair und Loganair ins Boot geholt.

Laudamotion stärkt Ryanair in Tegel

EasyJet ist längst nicht die einzige Fluggesellschaft, die in Europa aufsteigen will. Nachdem die Air Berlin Tochtergesellschaft Niki ebenfalls Insolvenz anmeldete, hatte Niki Lauda die insolvente Airline für rund 50 Millionen Euro zurückgekauft und diese in Laudamotion umbenannt. Dabei ist der irische Lufthansa-Rivale Ryanair mit 24,9 Prozent an der österreichischen Fluglinie beteiligt.

Schon kurz nachdem die ersten Flugzeuge am vergangenen Wochenende starteten, setzte sich die neue österreichische Fluglinie ehrgeizige Expansionsziele. Wie der Ryanair-Chef Michael O’Leary ankündigte, will Laudamotion eine der größten Billigfluglinien Europas werden. Derzeit sind zehn Flugzeuge, unter anderem ab Düsseldorf, im Betrieb. Ab Sommer werden dann 21 Airbus-Jets von Deutschland, Österreich und der Schweiz aus abheben. Ein neuer Stützpunkt wird dann auch Berlin Tegel, auf dem vier Maschinen stationiert werden. Insgesamt plant die Fluggesellschaft 17 Flugziele ab Berlin.

 

Ab Sommer werden 21 Airbus-Jets von Deutschland, Österreich und der Schweiz aus abheben | Foto: LaudaMotion GmbH

Ab Sommer werden 21 Airbus-Jets von Deutschland, Österreich und der Schweiz aus abheben | Foto: LaudaMotion GmbH

 

Wo bleibt die Lufthansa?

Der Konkurrenzkampf in der Luftfahrtbranche steigt. Während easyJet mit seinen Plänen aufsteigen will und der Regierende Bürgermeister, Michael Müller, sogar von einem wichtigen Schub für Berlin als Wirtschaftsstandort sprach, hat er für die Lufthansa keine netten Worte übrig. Zuletzt hat der deutsche Luftfahrtkonzern die Langstreckenflüge von Berlin in die USA gestrichen. „Ich glaube, dass es wichtig ist, dass es von der größten deutschen Airline ein entsprechendes Engagement in der Hauptstadt gibt und man sich auch mal eindeutig bekennt zu diesem Standort“, sagte Michael Müller bei einer Parlamentssitzung am vergangenen Donnerstag.

Die Beziehung zwischen Berlin und der Lufthansa bleibt weiterhin angespannt. Vor allem sorgte der Lufthansavorstand mit der Aussage, dass der BER abgerissen werden sollte, für Empörung. Zwar hat die Lufthansa seit der Air Berlin Pleite einen Rekordgewinn von rund 70 Prozent auf knapp 3 Milliarden Euro erzielt, doch rechnet der Vorstandschef Carsten Spohr nun mit einem leichten Rückgang. Zudem steigt die Konkurrenz stetig. Mit der Eröffnung des Flughafen BER wird die Hauptstadt zu einem wichtigen Drehkreuz. Dann werden viele Airlines um die Start- und Landerechte konkurrieren. Um weiterhin die Position als Deutschlands größte Fluggesellschaft zu sichern, sollte sich die Lufthansa in Berlin ein Standbein aufbauen. (dn)

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