Easyjet | Foto: Wikimedia

Easyjet startet Flugverkehr ab Tegel

Seit der Insolvenz von Air Berlin im vergangenen Jahr kämpft der Flughafen Tegel mit sinkenden Passagierzahlen. So waren es laut des Betreibers 3,7 Prozent weniger Passagiere als im Vorjahr. Mit „nur“ 20,5 Millionen Fluggästen gab es erstmals nach zwölf Jahren einen Rückgang der Passagierzahl. Die britische Fluggesellschaft Easyjet soll dies nun wieder gerade biegen und die Lücke, die Air Berlin hinterlassen hat, füllen.

Easyjet startet seinen Flugverkehr

Nach der Insolvenz hatte Easyjet für 40 Millionen Euro Teile der Fluggesellschaft Air Berlin übernommen. Nun startet die britische Billigfluglinie an diesem Freitag am Flughafen Tegel seinen ersten innerdeutschen Flug. Der Easyjet-Flug EZY5569 soll um 10:30 Uhr in Richtung München starten. Mit dem Flugbetrieb nach München ist es für Easyjet die erste innerdeutsche Verbindung.

„Berlin hat für uns eine herausragende Bedeutung“, sagt Thomas Haagensen, Easyjet-Chef für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Haagensen will in Berlin nicht nur Privatreisende, sondern auch Geschäftsreisende ansprechen. So sollen allein zwischen Berlin und München 102 Hin- und Rückflüge wöchentlich geplant sein.

Easyjet will seine Flüge verdoppeln

Von Sonntag an will Easyjet ab Tegel 19 Ziele anfliegen, vier davon in Deutschland. Neben München wird die Airline auch die Großstädte Frankfurt, Düsseldorf und Stuttgart anfliegen. Zu den internationalen Zielen gehören u.a. Mallorca, Rom und Tel Aviv. Die britische Fluggesellschaft rechnet mit rund einer Million neuen Passagieren in den nächsten drei Monaten.

Nach London-Gatwick wird Tegel die zweitgrößte Basis für Easyjet. „Wir planen bereit im Sommerflugplan ab Tegel doppelt so viele Ziele anzufliegen“, sagt Haagensen. Laut dem Easyjet-Chef wird Easyjet im Sommer alle 25 Maschinen von Air Berlin übernommen haben. Die zwölf Maschinen, die in Schönefeld stationiert sind, werden weiterhin bestehen bleiben.

Kampfansage an Lufthansa

Mit seinem Vorhaben wird Easyjet zu einer großen Konkurrenz für die Lufthansa. „Lufthansa muss sich warm anziehen“, sagt der Luftfahrtkenner Cord Schellenberg. „Easyjet ist ein respektabler Wettbewerber, der für die Fluggäste auch immer wieder Innovationen in den Markt bringt“, so Schellenberg weiter. Bald könnte Easyjet Lufthansa nicht nur Geschäftsreisende streitig machen. Denn laut Haagensen gibt es bereits erste Anfragen für Langstreckenflüge.

Ob da Lufthansa mithalten kann? Um ihre Position im europäischen Luftverkehr zu stärken, arbeitet die zweitgrößte Fluggesellschaft Europas, die Lufthansa, nun unter Hochdruck an einer Übernahme der insolventen italienischen Fluggesellschaft Alitalia. (dn)

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