Knorr-Bremse Produktion | Foto: Knorr-Bremse AG

Droht bei Knorr-Bremse doch noch Stellenabbau?

Wenige Tage vor Weihnachten konnten 109 Knorr-Bremse Mitarbeiter aufatmen. Denn der Münchner Bahn-Zulieferer teilte mit, dass er die Verlagerung von Hasse & Wrede stoppt. Dabei hatte der Konzern ursprünglich vor, alle Arbeitsplätze aus dem Marzahner Werk nach Tschechien zu verlagern.

Nun steht Knorr-Bremse erneut vor einem großen Problem. Denn in Tegel droht ein Stellenabbau und 400 Mitarbeiter sollen davon betroffen sein.

Der weltweit führende Hersteller von Bremssystemen

Knorr-Bremse ist ein Nutzfahrzeugzulieferer mit Firmenhauptsitz in München. Gegründet wurde das Unternehmen vom Ingenieur Georg Knorr im Jahr 1905 in Berlin. Heute ist Knorr-Bremse ein weltweit führender Hersteller von Bremssystemen und Anbieter weiterer Subsysteme für Schienen- und Nutzfahrzeuge. An über 100 Standorten in 30 Ländern ist Knorr-Bremse vertreten. Für das Unternehmen arbeiten heute rund 25.000 Beschäftigte auf sechs Kontinente. In Berlin sind es etwa 1.100 Beschäftigte.

2016 konnte der Konzern einen Umsatz von rund 5,5 Milliarden Euro erwirtschaften. Trotzdem droht jetzt ein massiver Stellenabbau. Grund dafür ist das Tochterunternehmen Powertech, das in Tegel produziert. Laut Berliner Morgenpost hat Powertech letztes Jahr 17 Millionen Euro Minus gemacht.

400 Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs

In dem Werk in Tegel stellen bislang 292 Mitarbeiter und etwa 100 Leiharbeiter Energieversorgungssysteme für Schienenfahrzeuge her. Der Konzern Knorr-Bremse plant nun bei Powertech die Arbeitszeit von 35 auf 42 Wochenstunden zu erhöhen, um die wirtschaftliche Schieflage zu begradigen. Sicher sind die Arbeitsplätze bei Powertech dennoch nicht. Laut dem Vorstand von Knorr-Bremse, Klaus Deller, wird der Konzern in den nächsten drei bis sechs Monaten eine grundsätzliche Entscheidung treffen müssen.

Es wird in Betracht gezogen, dass Powertech nach Liberec, in Tschechien umziehen soll. Liberec ist eine Stadt in der Metropolregion Prag. Das Unternehmen ist in dieser Region schon seit über 20 Jahren tätig. Mehr als 500 Mitarbeiter sollen dort mittlerweile tätig sein. Laut Knorr-Bremse gebe es vor Ort eine große Auswahl an qualifizierten Mitarbeitern. Was das Unternehmen jedoch gerne verschweigt: Tschechische Angestellte sollen durchschnittlich nur rund ein Drittel des Gehaltes ihrer deutschen Kollegen verdienen. (dn)

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