Deutsche Bahn | Foto: Pixabay

Die Deutsche Bahn will sich für Extremwetter aufrüsten

Die Deutsche Bahn hat immer wieder mit extremen Wetterbedingungen zu kämpfen. Gleich mehrere Stürme sorgten letztes Jahr für große Probleme: Viele Züge konnten nicht fahren oder nur mit großer Verspätung, weil Bäume auf die Gleise gefallen sind. Besonders das Sturmtief Xavier im Oktober letzten Jahres sorgte in Berlin für massive Behinderungen im Bahnverkehr.

Im vergangenen Jahr fielen rund 10.500 Züge aus oder fuhren nur einen Teil der geplanten Strecke.  Der überwiegende Anteil davon aufgrund extremer Wetterlagen. Um künftig besser darauf vorbereitet zu sein und reagieren zu können, will die Deutsche Bahn nun eine horrende Summe investieren.

Deutschland unter extremen Wetterbedingungen

Ob umgekippte Bäume, beschädigten Stromleitungen oder unterspülten Gleise –  die drei Orkantiefs Paul, Xavier und Herwart  haben der Deutsche Bahn enorme Kosten beschert. „Allein die drei großen Stürme im vergangenen Jahr haben unser Ergebnis um 70 bis 80 Millionen Euro belastet“, sagte Richard Lutz, Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn AG.

Der Klimawandel bereitet dem Unternehmen immer größere Probleme. So prognostiziert Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, dass extreme Wetterlagen wie Stürme und Kälteeinbrüche oder außergewöhnlich starke Niederschläge Deutschland in den kommenden Jahren häufiger treffen würde. „Die Bahn ist fast überall in Deutschland aktiv. Das ist ihre große Stärke, aber dadurch ist sie auch besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels. Egal, wo lokale Wetterextreme zuschlagen, sie treffen fast immer auch die Bahn“, so Schellnhuber.

Bahn investiert 625 Millionen Euro

„Solche Extremwetterlagen werden sich immer häufiger auf die Qualität und Robustheit des Bahnverkehrs auswirken“, sagte Bahnchef Richard Lutz in Berlin. Damit die Bahn sich besser auf den Klimawandel vorbereiten kann, will sie in den kommenden fünf Jahren 625 Millionen Euro investieren. Im Hinblick darauf soll ein Fünf-Punkte-Plan für mehr Pünktlichkeit sorgen. Laut Lutz soll unter anderem mehr Geld in den Grünschnitt fließen, damit zukünftig keine Bäume mehr auf die Gleise stürzen. Allein dafür wolle die Bahn jetzt jedes Jahr 100 Millionen investieren.

Ein weiterer wichtiger Punkt sei auch die Reduktion der Treibhausgasemissionen. Der Konzern will bis 2050 CO2- frei sein. Bezüglich der Diesel-Fahrverbote fürchtet sich Lutz nicht. Denn die Bahn sei schon zu 60 Prozent elektrifiziert. Bis 2030 will die Bahn als größter Stromverbraucher Deutschlands rund 70 Prozent davon aus erneuerbaren Quellen beziehen. (dn)

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