Airlines im Test: Deutscher Klimaschutz liegt in der Luft

Die Klimaschutzorganisation Atmosfair veröffentlichte einen Airline-Index, indem die 200 größten Fluggesellschaften der Welt auf ihre Effizienz bei der Vermeidung von Treibhausgas-Emissionen untersucht wurden. Der Airline-Index basiert auf dem Kohlenstoffdioxid-Ausstoß einer Fluggesellschaft pro Kilometer und Passagier aller geflogenen Strecken. Gerechnet wurde mit Daten aus dem Jahr 2015 wie dem Flugzeugtyp, dem Triebwerk, die Verwendung aerodynamischer Flügelspitzen, die Sitz- und Frachtkapazität und die jeweilige Auslastung auf jedem Flug.

Airline Tuifly auf den vorderen Plätzen im Klimaschutztest

Anhand der Daten teilte Atmosfair alle Fluggesellschaften in Effizienzklassen ein. Erschreckend ist, dass keine der Airlines der Klasse A zugeordnet werden konnte. In Klasse B allerdings befinden sich die britische Fluggesellschaft Tui Airways, die deutsche Tochtergesellschaft Tuifly und West Air aus China. Leider setzen nur wenige Airlines hocheffiziente Maschinen für den Luftverkehr  ein. Die Lufthansa Group schaffte es mit ihrer Airline lediglich in Klasse D und belegt damit im internationalen Ranking nur Platz 65.

Lufthansa ist noch nicht effizient genug

Ein Atmosfair Experte sagt dazu: „Lufthansa bestuhlt die Flotte insgesamt leicht unterdurchschnittlich und nutzt damit ihr Effizienzpotenzial nicht voll aus.“
Dabei setzt sich die Lufthansa Group seit geraumer Zeit für den Klimaschutz ein. Sie kooperiert beispielsweise seit geraumer Zeit mit der Schweizer Non-Profit-Organisation myclimate. Jeder Passagier kann über einen CO2-Rechner seine Emissionen gezielt berechnen und für die Einsparung der Emissionen seines Fluges spenden.

Auch ihre vier Klimaschutzsäulen sind eine tolle Vorkehrung, aber überzeugen noch nicht im weltweiten Vergleich. Das liegt mitunter daran, dass die Klimaschutzziele bis 2020 angedacht sind. Die vier Säulen umfassen die Förderung des technischen Fortschritts, verbesserte Infrastruktur, operative Maßnahmen und ökonomische Instrumente. Bis 2020 hat sich die Lufthansa vorgenommen gegenüber dem Jahr 2006 ihren CO2-Ausstoß pro geflogenem Kilometer um 25 Prozent zu senken. Somit soll das IATA Treibstoffeffizienzziel unterstützt werden.

„Die Städte sind weltweit für mehr als 70 Prozent der Emissionen von Treibhausgasen verantwortlich. Berlin soll Modellstadt für erfolgreichen urbanen Klimaschutz werden und über die Stadtgrenzen hinaus Impulse setzen. Klimaneutralität bis 2050 ist für Berlin ein notwendiges und machbares Ziel. Jetzt haben wir die Maßnahmen verabschiedet, wie umgesteuert werden soll“, ließ Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, im Juni diesen Jahres verlauten. Ob die Maßnahmen auch beinhalten, die Lufthansa mit ihren vielen von Air Berlin übernommenen Verbindungen dazu zu verpflichten, ihre Effizienzklasse zu verbessern, bleibt allerdings offen. (red)

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