Deutsche Bahn bekommt Konkurrenz: Flixtrain expandiert in Deutschland | Foto: FlixTrain

Deutsche Bahn bekommt Konkurrenz: Flixtrain expandiert in Deutschland

Flixbus bietet eine der größten Erfolgsgeschichten in der Gründerszene. Innerhalb kürzester Zeit ist es den drei Unternehmern Jochen Engert, Daniel Krauss und Andre Schwämmlein, gelungen den Fernbus-Markt in Deutschland zu dominieren. Rund 1.000 Busse in 22 Ländern, einige der profiliertesten Investoren an Bord – doch damit nicht genug. Das Unternehmen expandiert mit Flixtrain jetzt auch auf Deutschlands Bahnschienen.

Nach einer mehrmonatigen erfolgreichen Testphase wird der Flixtrain in Zukunft als fester Bestandteil in Deutschland verankert sein. Ab April werden täglich Züge zwischen Berlin und Stuttgart über Hannover und Frankfurt am Main angeboten. Doch das ist erst der Anfang der Flixtrain-Zukunft „Wir denken durchaus darüber nach, das Geschäft mit Fernzügen auszubauen“, so Flixbus-Chef Andre Schwämmlein.

Locomore wird zu Flixtrain

Flixbus testete seine erste Bahnverbindung mit Locomore. Für den ehemaligen Fernzug Anbieter sah es zwischenzeitlich nicht gut aus. Nachdem der Betrieb wegen Insolvenz kurzzeitig eingestellt werden musste, übernahm das tschechische Eisenbahnunternehmen Leo Express die nötigen Aktiva aus der Insolvenz. Das führte in Partnerschaft mit dem für den Vertrieb zuständigen Fernbusunternehmen Flixbus zur Wiederaufnahme des Fahrbetriebs. Damit änderte sich nicht nur der Name von Locomore in Flixtrain, sondern auch die Farbe der Züge. Das Unternehmen setzt bei dem Design auf das firmeneigene grün, um möglichst deutlich zu suggerieren, dass Flixtrain und Flixbus zusammen gehören.

Ähnlich wie beim Konzept der Fernbusse, bietet das Unternehmen auch hier eine preisgünstige Fahrt an. Zur Einführung des Fernzugangebots kann der Fahrgast eine Fahrkarte bereits ab 9,99 Euro kaufen. Partner des Flixtrains sind der oben genannte tschechische Bahnunternehmen Leoexpress und der Nürnberger Zugspezialist BahnTouristikExpress. Trotz der internationalen Beziehungen soll Flixtrain zunächst lediglich in Deutschland angeboten werden. „Grenzüberschreitender Verkehr ist wegen der unterschiedlichen Systeme kompliziert. Da setzen wir auf den Bus“, erklärt Schwämmlein.

Flixtrain auf der Überholspur

Das Busunternehmen Flixbus testete den privaten Fernzug zunächst zwischen Berlin und Stuttgart. Viele Fahrgäste aus dem Raum Stuttgart nutzten den ehemaligen Locomore-Zug bis Hannover und von dort den Flixbus nach Hamburg. Seit der Übernahme der Streckenvermarktung im Sommer 2017 verkaufte das Unternehmen rund 150.000 Tickets. „Die Nachfrage nach intermodalen Verbindungen ist so groß, dass wir das Zugangebot bereits dauerhaft um zahlreiche Anschlussverbindungen mit dem Fernbus erweitert haben“, so André Schwämmlein.

Nachdem die Gründer sich mit Flixbus an die Spitze der Fernbusbranche katapultierten, versuchen sie nun selbiges mit dem Flixtrain. Dass das Unternehmen eine tatsächliche Konkurrenz für die Deutsche Bahn werden kann, liegt unter anderem an der digitalen Vernetzung, mit dem das Unternehmen der Deutschen Bahn einen großen Schritt voraus ist. Der unter der Marke Flixbus gegründete Mobilitätsanbieter FlixMobility bietet Europas größtes Fernbusnetz. Das Zusammenspiel aus Internetunternehmen, klassischem Verkehrsbetrieb und Technologie Start-up sorgen für eine große Beliebtheit bei den Fahrgästen. Das richtungsweisende Buchungs- und Ticketingsystem, die Flixbus-App und kostenloses Wifi und GPS-Livetracking sind technologische Innovationen, die es Millionen von Menschen in Europa erleichtern zu reisen.

Mit Flixbus haben die Münchner Unternehmer es geschafft, das Image der Fernbusse radikal zu verändern. Durch die Expansion des Flixtrains gelingt ihnen vielleicht auch der Paradigmenwechsel im Bahnverkehr. (ls)

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