Der gefährlichste Ort in Berlin Mitte muss sicherer werden – Aufrüsten am Alex

Mit dem ersten Spatenstich beginnt die Bauphase für die neue Wachstation am Alex. Seit 2012, als Jonny K. brutal zu Tode getreten wurde, häufen sich Gewaltakte in der Mitte Berlins. Mittlerweile registriert die Polizei fast 2 Straftaten täglich, die am Alexanderplatz verübt werden. Geplant ist, dass die Wachstation von mindestens 3 Polizisten durchgängig besetzt ist. Neben der Wache soll der Alexanderplatz zusätzlich noch durch neue Videotechnik und zusätzliches Polizeipersonal überwacht und somit sicherer gemacht werden.

Kriminalität steigt trotz Polizeipräsenz

Trotz ständiger und schon erhöhter Polizeipräsenz, stieg die Kriminalität am Alexanderplatz von 2012 kontinuierlich an. Im Jahr 2015 wurden 8644 Straftaten am Alexanderplatz verzeichnet, seitdem steigt die Anzahl jährlich beunruhigend an. Durch die Aufrüstung der Innenverwaltung Berlins soll der Kriminalität entgegen gesteuert werden. „Wir werden die Kriminalität zurückdrängen“, so Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Donnerstag bei dem Baubeginn am Alexanderplatz. Die neue Wache steht künftig mitten auf dem Platz, für jedermann sichtbar. Der Bauschluss ist für Dezember 2017 angesetzt. Zusätzlich zum Personal der Wachstation werden dann noch 20 weitere Polizisten in diesem Abschnitt der Stadt bereitstehen.

Die umstrittene Videoüberwachung

Innensenator Geisel denkt zudem über eine gezielte Videoüberwachung am Alexanderplatz nach. Demnach sollen zuerst zwei mobile Videowagen getestet werden, die mit Rundum-Kameras ausgestattet sind und auf die Polizisten jederzeit über Handy- oder Computer Zugriff haben sollen. Nach dieser sogenannten Testphase, sollen dann fest installierte Kameras für Sicherheit sorgen. Diese Maßnahmen sind allerdings noch umstritten, insbesondere Berliner Bürger stehen den Kameras skeptisch gegenüber. Außerdem sind Koalitionspartner von der Linken und den Grünen dagegen und glauben nicht daran, dass Kameras zur Sicherheit beitragen, sondern allein Polizeipräsenz die Stadt sicherer machen kann.

Alexanderplatz, Berlin Mitte

Die Gewerkschaft der Polizei begrüßt das Bauvorhaben des Innensenators – die Wache am Alexanderplatz – hingegen sehr. „Wir sind froh, dass es jetzt endlich in die heiße Phase geht“, sagt Benjamin Jendro, Sprecher der Berliner Polizei Gewerkschaft. Er fügte aber noch hinzu, dass auch die Ausrüstung der Polizei in Berlin insgesamt verbessert werden müsse.

Die Wache am Alexanderplatz ist immerhin ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Kriminalität auf Berlins Straßen kann allerdings nicht nur allein durch Polizeipräsenz gesenkt werden. Ratsam wäre es, die Ursachen von Straftaten zu bekämpfen und somit zukünftig zu vermeiden. Also Angebote zu schaffen, Präventionsarbeit zu leisten, dem Problem auf den Grund zu gehen, sodass Jugendliche und Erwachsene in Zukunft gar nicht erst auf eine schiefe Bahn geraten. (ao)

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.