Das Quartier 206 | Foto: flickr

Dem Quartier 206 droht eine Zwangsversteigerung

Vor knapp 20 Jahren wurde das Quartier 206 an der Friedrichstraße eröffnet. Das markante Gebäude sollte Glamour in die Stadt bringen. Doch davon ist keine Spur mehr zu sehen. Denn bekannte Boutiquen von Luxusmarken wie Gucci, Louis Vuitton oder Yves Saint Laurent sind bereits ausgezogen. Nun wollen die Gläubiger das Gebäude zwangsversteigern.

Seit 2011 steht der Block an der Friedrichstraße unter Zwangsverwaltung. Der Termin für die Zwangsversteigerung ist derzeit auf den 04. Mai dieses Jahres angelegt. Doch der Eigentümer will die Zwangsversteigerung verhindern.

Von Glamour ist keine Spur mehr zu sehen

Als Teil der Friedrichstadt-Passagen entstand das Quartier 206 Mitte der 90er Jahre. Die Friedrichstadt-Passagen, die aus drei Blöcken bestehen, galten nach der Wiedervereinigung der Wiederbelebung der Friedrichstraße. Namhafte Architekten haben diese drei Blöcke entworfen. Das Konzept des Quartiers 206 stützte sich auf Luxusmarken und sollte mit Luxusboutiquen wie Gucci oder Louis Vuitton zum Shopping-Highlight werden. Doch schon bald haben diese ihre Pachtverträge nicht mehr verlängert.

Der Eigentümer Jagdfeld blickt jedoch mit Stolz auf die zwei Jahrzehnte zurück: „Wir haben Stil, Glanz und Internationalität nach Berlin gebracht, als die Stadt noch nicht hip und trendy war.“ Jadgfeld hat noch Hoffnung in das Quartier 206 und setzt alles daran die Zwangsversteigerung abzuwenden. Zwischen dem Eigentümer und der Bank, die die Versteigerung betreibt, gibt es schon seit Jahren Rechtsstreitigkeiten über die Zulässigkeit der Zwangsversteigerung und der Zwangsverwaltung. Am 04. Mai wird es dann ernst.

Das verpasste 20. Jubiläum

Mit einer Beteiligung an den Berliner Filmfestspielen und an der Fashion Week sollte eigentlich letztes Jahr das 20. Jubiläum des Quartiers 206 groß gefeiert werden. Doch dies wurde durch die Schließung des „Departmentstores“, dem Herzstück des Hauses, in den Schatten gestellt. Zudem stehen mittlerweile dutzende Läden leer. Wie groß der Leerstand ist, wollen die Verantwortlichen nicht verraten. Doch laut dem Tagesspiegel soll die Immobilie mit 140 Millionen Euro Schulden belastet sein.

Die Konkurrenz ist groß

Als das Quartier 206 vor knapp 20 Jahren eröffnet wurde, war die Passage mit ihren Luxuswaren noch einzigartig in Berlin. Mittlerweile haben jedoch große Marken ihre Filialen überall in der Stadt. Die Friedrichstraße erhält immer stärkere Konkurrenz. Denn die Luxusboutiquen siedeln sich vermehrt auch am Kudamm oder an der Tauentzienstraße an. Zuletzt zogen viele Luxusmarken mit der Eröffnung der Mall of Berlin am Leipziger Platz wieder in die Hauptstadt.

Letztes Jahr hieß es noch, dass die durch die Schließung des Departmentstores frei werdenden 2.500 Quadratmeter auf drei Etagen von einem anderen „Anbieter aus dem Top-Segment“ übernommen werden, um die Attraktivität des Quartiers 206 zu steigern. Dazu gab es bisher keine Neuigkeiten. Auch wie es mit der geplanten Zwangsversteigerung weitergeht, bleibt abzuwarten. (dn)

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