Das Damoklesschwert über „Deutsche Wohnen“

Des einen Leid ist des anderen Profit. Deutsche Wohnen ist zu eine der größten Wohnungsgesellschaften Berlin aufgestiegen, allerdings nicht ohne Kalkül.

Berlins Immobilienverband IVD plädierte vor kurzem noch für die schnellstmögliche Umsetzung eines Aktionsplans, um mehr Wohnungen bauen zu können. 1. Wohnungsneubau ankurbeln 2. Wohneigentum fördern und 3. Abschaffung der Mietpreisbreme. Aber sind wirklich alle beteiligten Parteien daran interessiert? Forscher Heinz Bontrup fertigte im Auftrag der Linken-Fraktion eine Studie zu einer der größten Wohnungsgesellschaften an.

Die Deutsche Wohnen sind eine der größten börsennotierten Immobiliengesellschaften Europas. Mit mehr als 110.000 in der Hauptstadt, haben sie eine marktmächtige Stellung. Die stagnierende Wohnmarktsituation hat aber auch Profiteure. Anfang 2016 waren sie noch mit fast vier Millionen Euro verschuldet, aber die Mietsteigerung (seit 2009), um durchschnittlich 40 Prozent in den sieben größten Deutschlands, lösten einen Teil des Problems. Hinzu kamen niedrige Zinsen für Immobilien-Kredite, an Deutsche Wohnen interessierte Immobilien-Investoren und Steuergeschenke.

Öffentlich kompromittiert wurden sie allerdings durch ihre aggressiven Mietpreissteigerungen bei gleichzeitiger mangelhafter Instandhaltung. Für die Wohnungsbaugesellschaft ist das eine Win-win-Situation aus profitorientiertem Kalkül. Der Mieter bezahlt mehr Miete für eine Immobilie, die nicht in Stand gehalten wird bis der Eigentümer Grund zur Sanierung und somit zur erneuerten Mietsteigerung hat.

Die harte Ausschüttungspolitik wird den Mietern und Kritikern auch gern als Optimierung verkauft. Bisher blieb es bei Abmahnungen und einer Anhörung im Abgeordnetenhaus. Allerdings möchte die Arbeitsgruppe Mietspiegel sowie der Senat die freie Handhabe der Immobiliengesellschaft eindämmen. Dazu müssen die Instrumentarien zur Anhebung der Mieten angepasst und überarbeitet werden sowie die Einstufung der Wohnlagen. Derweil hat die Deutsche Wohnen wieder rund 3.900 und 270 Gewerbeeinheiten in bester Berliner Wohnlage gekauft. Schnellstmögliche Umsetzungen von Aktionsplänen und die Aushebelung der Mietpreisbremse scheinen dem auch noch in die Hände zu spielen. (red)

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