Das Berlin der Zukunft: Wachsende Wohnungsnot und der Neubau kommt nicht hinterher?

Bauhemmnisse bringen den Neubau von Wohnungen immer wieder ins Stocken. Dazu fehlt es massiv an bezahlbaren Wohnungen, denn im letzten Jahr entfiel die soziale Bindung von knapp 9000 Wohnungen. Dabei wollte Rot-Rot-Grün doch Wohnraum schaffen, aber mittlerweile scheint der Koalitionsvertrag zum Scheitern verurteilt zu sein.

Die Zukunft in Zahlen

Berlin wird weiter wachsen, darin sind sich sämtliche Prognosen einig. Doch die Zahlen, mit denen der Berliner Senat arbeitet, unterscheiden sich deutlich von den Prognosen des Instituts für deutsche Wirtschaft (IW). „Der Senat rechnet nach eigener Aussage nur mit etwa 180.000 zusätzlichen Einwohnern bis 2030“, so der Stadtentwicklungsexperte der CDU-Fraktion, Stefan Evers. Das IW prognostiziert allerdings bis 2035 ein Bevölkerungswachstum von rund 500.000 Menschen. Kein Wunder, dass der Unmut in der Hauptstadt wächst. Insbesondere der Berliner Senat steht im Fokus der Kritik. „Die vom Senat bis 2020 versprochenen 5.000 neuen Studentenwohnungen reichen  nicht einmal aus, um alle Erstsemester zu versorgen, die in wenigen Wochen ihr Studium beginnen. Es ist an der Zeit, den Wohnungsbau zur Chefsache zu machen“, sagt der forschungspolitische Sprecher der CDU, Adrian Grasse. So oder so ist es unwahrscheinlich, dass die 200.000 neuen Wohnungen, die bis 2030 benötigt werden, realisiert werden können.

Fehlende Vernetzung und Bauhemmnisse

Doch was ist der Grund für das Scheitern des Neubaus in Berlin? Dazu befragte der Verband der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen (BBU) 16 seiner Berliner Mitgliedsunternehmer. So sind für die befragten Unternehmen vor allem fehlende Baukapazitäten, das Fehlen von Bauland, teures Bauland, ein schwieriges Neubauklima und der steigende Baupreis eine Hürde im Berliner Wohnungsbau. „Die einfach zu bebauenden Grundstücke sind bereits in der Planung oder Realisierung. Die Umfrage des BBU zeigt, dass das, was jetzt folgt, naturgemäß komplexer sein wird und noch größere Anstrengungen notwendig macht“, sagt die Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke). Konkretere Maßnahmen werden noch nicht genannt.

„Wir brauchen mehr Bauland, mehr Vernetzung und Abstimmung zwischen Berlin und Brandenburg – und mehr Investitionen im Ausbau der der gemeinsamen Infrastruktur“, so BBU-Vorstand Maren Kern. Die BBU-Mitgliedunternehmen planen dieses Jahr Neubauinvestitionen im Umfang von rund 1,3 Millionen. Das sind fast 80 Prozent mehr als im letzten Jahr. Allerdings bleiben die Bauhemmnisse ohne konkrete Maßnahmen des Berliner Senats weiter bestehen. Das heißt: Die Realisierung wird dauern und die Folgen können der Hauptstadt wirtschaftlichen Schaden zufügen. Das Ausmaß des Baudebakels wird jetzt schon langsam sichtbar, denn die Wohnungs- und Mitpreise steigen unaufhörlich weiter und es fehlt an Gewerbeflächen. (red)

 

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