SANUS AG: Abschluss der Rohbauarbeiten am Wohnensemble GREENVILLAGE

56 Wohnungen im Alt- und Neubau in der Richard-Sorge-Straße 68 in Szenebezirk Friedrichshain

Die SANUS AG hat die Rohbauarbeiten  am Wohnensemble GREENVILLAGE in der Friedrichshainer Richard-Sorge-Straße 68 abgeschlossen. Auf einem Areal von rund 1.500 Quadratmetern entstehen an dem Standort insgesamt 56 Wohnungen für Singles und Familien. Die Wohnungen sind zwischen 46 und 173 Quadratmeter groß.

Siegfried Nehls, Vorstand SANUS AG: „Der Reiz bei diesem Projekt ist es, ein Bestandsgebäude von 1910 von Grund auf zu sanieren und im ehemaligen Hofbereich das Quergebäude durch einen Neubau zu ersetzen. Das Zusammenspiel von Tradition und zeitgemäßer Architektur mit einer markanten Formensprache schafft so ein spannendes Wechselspiel unterschiedlicher Architektursprachen“.

Nach der Sanierung des Altbaus, der komplett entkernt wurde und durch eine U-förmige Bebauung ergänzt wird, entstehen so 16 Wohneinheiten einschließlich eines neuen Dachgeschosses. Im Neubau werden 40 Wohnungen entstehen. Nebeneinander angeordnet sind die großen Fensterflächen und die Balkone zueinander versetzt, wodurch das Bild einer dreidimensionalen Bewegung auf der Fassade entsteht. Der Neubau greift die Grund-DNA des benachbarten Altbaus auf und übersetzt diese in die Moderne. Das Ergebnis ist ein Ensemble, in dem Alt und Neu zu einer aufregenden Optik verschmelzen.

Fassade Neubau Richard-Sorge-Straße

Neben den Wohnungen auf einer Nutzfläche von knapp 4.900 Quadratmetern entstehen drei Gewerbeeinheiten (Zwei im Altbau und eine im Neubau) und 11 Tiefgaragenplätze.

„Wohnprojekte in Friedrichshain stellen Projektentwickler immer vor besondere Herausforderungen, denn die Menschen, die es in den Bezirk zieht, legen Wert auf hochwertige Individualität und Vielfalt“, so Siegfried Nehls. „Mit dem Projekt GREENVILLAGE schaffen wir nicht nur Alt- und Neubauwohnungen, sondern decken ein großes Spektrum an Wohnungsgrößen und -grundrissen ab und schaffen damit die besten Voraussetzungen für individuelles Wohnen in einem der angesagtesten Bezirke Berlins.“

Im Frühjahr 2018 soll die Sanierung des Altbaus abgeschlossen sein, im Sommer 2018 erfolgt die Fertigstellung des Neubaus.
Bildrechte: SANUS AG

Link: http://www.sanus-ag.de/

 

Experten begrüßen Beschluss zur Mietpreisbremse

Die Mietpreisbremse wurde 2015 von der Großen Koalition beschlossen und hatte das Ziel, einen gerechten Ausgleich zwischen Mieter- und Vermieterinteressen zu schaffen. Die Regelung sieht vor, dass bei der Wiedervermietung von Bestandswohnungen die zulässige Miete in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt höchstens auf das Niveau der ortsüblichen Vergleichsmiete zuzüglich 10 Prozent angehoben werden darf.

Nun stufte das Landgericht Berlin die Mietpreisbremse als Verstoß gegen das Grundgesetz ein. Denn das Gesetz führe zu einer Ungleichbehandlung von Vermietern, so die Begründung des Gerichts. Das verstoße gegen Artikel 3, Absatz 1 des Grundgesetzes. (BERLINboxx berichtete….)

Aus Sicht von Immobilienexperte Carsten Heinrich, Geschäftsführer des Immobilienunternehmens Rubina Real Estate, der richtige und logisch nachvollziehbare Schritt. „Um die Ursache des Wohnungsmangels und der hohen Mieten zu bekämpfen ist dieses Regulierungsinstrument vollkommen ungeeignet. Die ortsübliche Vergleichsmiete als Referenzpunkt heranzuziehen ist viel zu ungenau. Dieser Faktor war immer rechtsunsicher und streitfällig, ein qualifizierter Mietspiegel wäre da ein belastbarerer Vergleichspunkt gewesen. Das Gesetzt krankte von Beginn an an der Ungleichbehandlung der Vermieter, was durch die Richter ja auch besonders betont wurde.“

Der Großteil der Experten ist sich einig, dass die steigenden Mieten auf die hohe Nachfrage sowie ein zu geringes Angebot zurückzuführen sind. Das ist das Einmaleins der Marktökonomie, denn senken lassen sich die Preise wohl nur durch einen intensivierten Wohnungsneubau. Doch genau dieser Wohnungsneubau wird durch eine Mietpreisbremse für Investoren unattraktiv.

„Wir leben in einer Marktwirtschaft“, so Heinrich. „Jeder Ökonom kann Ihnen erklären: Die Preise sinken nur, wenn sich das Angebot erhöht. Wir brauchen also ein Investitionsprogramm, ähnlich den Programmen aus der Vergangenheit, die etwa Steueranreize geboten haben.“

Hinzu kommt, dass es zum Beispiel in Berlin bis zu drei Jahre dauert, bis ein Neubau genehmigt wird. „Es gibt insbesondere in Berlin genügend Flächen um neue Wohnungen zu bauen, nur müssten diese genehmigt werden“, sagt Heinrich und verweist darauf, dass die Mietpreisbremse ja nichts daran ändert, dass Wohnungen fehlen.

Ein entscheidender Punkt ist aus Sicht des Immobilienexperten auch die  Verunsicherung ausländischer Investoren durch Gesetze wie die Mietpreisbremse. Das Unternehmen Rubina Real Estate ist spezialisiert auf Anleger, insbesondere aus dem Nahen Osten und dem chinesischen Raum. „Berlin ist mehr und mehr zu einer internationalen Stadt geworden. Im Übrigen ist man sehr stolz darauf, dass die deutsche Hauptstadt nun auch über metropolitanen Charakter verfügt. Es ist kontraproduktiv, ausländische Investoren durch Regulierungsinstrumente zu verunsichern und sogar zu verschrecken. Das verhindert, dass Geld, kulturelles Flair und internationale Bedeutung in die Hauptstadt kommen.“

Heinrich hält Verhältnisse wie in London oder Paris, in denen sich Normalverdiener schon lange keine Wohnungen in zentraler Lage mehr leisten können, nicht für erstrebenswert, aber auch für unwahrscheinlich in Berlin. „Ich denke, dass allen Bevölkerungsschichten ausreichend angemessener Wohnraum zur Verfügung stehen sollte, so wie das auch durch die Bundesregierung gefordert wird. Das geht nicht ohne zu bauen und dann sind Mietpreisbremsen, die ohnehin nicht funktionieren, gänzlich überflüssig.“

Was Berlin betrifft, ist Heinrich optimistisch: „Berlin ist speziell. Als europäische Metropole hat die Stadt einfach noch einen extremen Nachholbedarf was die Mieten betrifft, das reguliert sich im Moment etwas. Dennoch sind wir hier von Innenstädten ausschließlich für Reiche weit entfernt.“

Kritik kommt auch aus der Politik. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in der jüngsten Vergangenheit mehrfach von der Mietpreisbremse distanziert. Die Kanzlerin verwies darauf, dass das Gesetz nicht den gewünschten Effekt erzielt und kritisierte die Pläne der SPD, eine neue und verschärfte Mietpreisbremse einzuführen. Stattdessen wäre es sinnvoll, die Bedingungen für den Wohnungsneubau zu verbessern.

Für Berlins Justizsenator Dirk Behrend (Grüne) hingegen gilt die Mietpreisbremse nach wie vor. Der Berliner Senat werde am Freitag im Bundesrat eine Initiative zur Verschärfung der Mietpreisbremse einbringen, so Behrendt weiter.

Die Entscheidung über Zulässigkeit oder Unzulässigkeit der Mietpreisbremse wird nun das Bundesverfassungsgericht treffen müssen, nur dieser Instanz ist es vorbehalten, eine Rechtsnorm für verfassungswidrig zu erklären. (ak)

Bild: Carsten Heinrich, Geschäftsführer Rubina Real Estate. Bildquelle: Rubina Real Estate

Link zum UNternehmen: https://www.rubinarealestate.com/

Paukenschlag: Berliner Landgericht bewertet Mietpreisbremse als verfassungswidrig

Das Landgericht Berlin stuft die seit Mitte 2015 geltende Mietpreisbremse als Verstoß gegen das Grundgesetz ein. Direkte Folgen hat das aber zunächst nicht, denn es ist dem Bundesverfassungsgericht vorbehalten, eine Rechtsnorm für verfassungswidrig zu erklären.

Das Gesetz führe zu einer Ungleichbehandlung von Vermietern, so die Begründung des Gerichts. Das verstoße gegen Artikel 3, Absatz 1 des Grundgesetzes. Damit stellt erstmals ein Gericht die Mietpreisgrenze infrage.

Die Regelung ist dazu gedacht, in Gebieten mit „angespanntem Wohnungsmarkt“ den rapiden Anstieg der Mieten und damit die Kosten bei Wiedervermietungen zu deckeln.

Die ortsübliche Vergleichsmiete als Bezugsgröße für Erhöhungen treffe Vermieter in unterschiedlichen Städten jedoch deutlich unterschiedlich stark, so das Gericht.

Weiter argumentierten die Richter unter anderem damit, dass Vermieter, die bislang maßvolle Mieten verlangt hätten, deutlich benachteiligt würden gegenüber Vermietern, die schon in der Vergangenheit die am Markt erzielbare Miete „maximal ausgeschöpft und damit ungleich höher dazu beigetragen“ hätten, dass Wohnraum für Geringverdiener knapp wird.

Umstrittenes Gesetz

Die Mietpreisbremse war von Beginn an heftig umstritten und wurde von vielen als wirkungslos angesehen. Denn trotz des Gesetzes stiegen die Mieten munter weiter. Die Kaltmieten, insbesondere in begehrten Gegenden, lagen häufig weit über dem erlaubten Aufschlag – ohne dass dies Konsequenzen für die Vermieter nach sich gezogen hätte. Meist sind die Mieter froh, überhaupt eine Wohnung zu finden – und kommen gar nicht darauf, sich gleich beim Vermieter über die zu hohe Miete zu beschweren. Kritiker prophezeiten daher frühzeitig, dass sich der Markt durchsetzt, wo die Nachfrage hoch ist.

BFW sieht in Mietpreisbremse „soziale und juristische Fehlkonstruktion“

„Das Landgericht Berlin hat mit seiner Entscheidung offengelegt, dass die Mietpreisbremse eine soziale und juristische Fehlkonstruktion ist“, kommentierte der Präsident des BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. Andreas Ibel die Entscheidung des Gerichts . „Auch wenn das Votum des Landgerichts keine konkreten Auswirkungen auf das Gesetz hat, kommt ihm eine große bundesweite Signalwirkung zu“, betonte Ibel: „Essenziell ist, dass das Landgericht Berlin zu dem Ergebnis kommt, dass die ortsübliche Vergleichsmiete als Bezugsgröße der Mietpreisbremse ungeeignet ist und den Gesetzeszweck, einkommensschwache Mieter zu schützen, grundlegend verfehlt. Das Urteil macht deutlich: Dem Instrument der Mietpreisbremse fehlt jegliche soziale Komponente.“ Dies gelte umso mehr, weil die praktische Umsetzung der Mietpreisbremse insbesondere in Berlin von der Politik nicht durch eine Wohnungsbauoffensive zur Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum begleitet wurde, so Ibel: „Statt dessen wurde der Wohnungsbau vielfach verhindert: Überzogene Forderungen in städtebaulichen Verträgen, der Ausschluss der privaten Investoren bei der Grundstücksvergabe und Beteiligung der kommunalen Gesellschaften beim Bieterwettstreit haben den Wohnungsbau zusätzlich erschwert und verteuert. Allein diese Politik führt die Mietpreisbremse ad absurdum“, resümierte Ibel.

Der BFW hatte in den vergangenen Jahren vielfach kritisiert, dass die Mietpreisbremse sozial ungerecht ist und von der Politik mit Erwartungen überfrachtet wurde. Diese konnte das Instrument nie erfüllen. Bezahlbare Mieten entstehen nur durch eine Ausweitung des Angebotes, so Ibel: „Jede gebaute Wohnung entlastet den Wohnungsmarkt und wirkt sich dadurch günstig auf die Mieten aus – unabhängig davon, ob dabei ein Eigenheim, kommunaler oder privater Wohnungsbau entsteht. Deshalb muss die neue Bundesregierung endlich die Umsetzung der Maßnahmen anpacken, die das Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen erarbeitet hat.“

Berliner Mieterverein beklagt „dramatische Entwicklung“

Der Berliner Mieterverein sieht hingegen eine „dramatische Entwicklung“ und beklagt eine „massive Welle“ von Mieterhöhungen. Drei von vier Wohnungseigentümern fordern bei einer Mieterhöhung mehr Geld als gesetzlich zulässig und können sich dabei auf den im März neu erschienenen Mietspiegel 2017 berufen. Demnach verlangen die Hauseigentümer mehr als elf Prozent im Durchschnitt oder 55,83 Euro mehr im Monat je untersuchter Wohnung.

Mietpreisbremse auch Thema in der Politik

Die Mietpreisbremse ist auch im Wahlkampf ein wichtiger Punkt auf der Agenda. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte der SPD vorgeworfen, sie fordere einfach eine zweite Mietpreisbremse, wenn die erste nicht funktioniere. Die CDU wolle dagegen die Bedingungen dafür verbessern, um mehr Wohnraum zu schaffen. Justizminister Heiko Maas und Bauministerin Barbara Hendricks (beide SPD) forderten daraufhin, die Mietpreisbremse müsse verschärft und nicht abgeschafft werden.

Zwar bleibt die Einschätzung der Berliner Richter zunächst noch ohne Folgen – es ist jedoch ein weiterer Schlag gegen das einstige Prestigeprojekt der Großen Koalition. (ak)

 

 

Mähren nach Verkauf bereit für Zukäufe

Der Berliner Wohnungsinvestor Mähren hat zwei Immobilienportfolios mit insgesamt 62 Objekten und 2.197 Einheiten in Berlin, Halle, Magdeburg und Leipzig für rd. 287,5 Mio. Euro veräußert. Käufer sind ADO Properties und Brack Capital. Bei den Transaktionen wurde Mähren von Luther vertreten. Der Erlös soll in Zukäufe investiert werden. Das Ankaufsvolumen 2017 liegt bereits bei 180 Mio. Euro. CEO Jakob Mähren äußert sich zuversichtlich, das geplante Investitionsvolumen für 2017 und 2018 von 300 Mio. Euro schon deutlich vor der Frist zu erreichen und will die Investitionsziele „deutlich erhöhen“. (red)

Bauvorbereitung am Leipziger Platz – XXL-Werbefläche wird abgebaut

Bisher war Berlins berühmtes Achteck, das wie unter einem Brennglas die wechselhafte Geschichte Berlin aufzeigt, für Viele nur auf den ersten Blick schon komplett, nämlich durch eine maßstabsgetreue Gebäudesimulation auf einem Planengerüst, das auch als Werbefläche diente.

Nach Erteilung der Baugenehmigung durch das Bezirksamt Berlin Mitte im Juni beginnen nun mit dem Abbau des Gerüsts die bauvorbereitenden Maßnahmen für das Projekt Leipziger Platz 18.

Auf dem Eckgrundstück Leipziger Platz 18 errichtet der Bauherr F100 Investment AG mit seinem Projektentwickler FREO GmbH zwischen Ebertstraße und Leipziger Platz ein Büro- und Geschäftshaus, das oberirdisch über rund 10.000 Quadratmeter BGF verfügen wird.

Nachdem der Abbau des Gerüsts abgeschlossen ist, ist der erste Spatenstich für November 2017 geplant. Für die Fertigstellung des Gebäudes von dem Architekturbüro léonwohlhage ist Ende 2019/Anfang 2020 avisiert.

„Das Gebäude markiert die Schnittstelle zum Potsdamer Platz und bildet gleichzeitig den Abschluss des Ensembles rund um den Leipziger Platz“, so Hilde Léon, Architektin und Geschäftsführerin des ausführenden Büros léonwohlhage. „Es geht unseres Erachtens mehr um das ‚Ensemble’ als um den ‚Solospieler’ in diesem Kontext.“

Der Entwurf sieht einen zehngeschossigen Sockelbau vor, der zur Platzecke hin von einem Turmaufbau gekrönt wird. Im Untergeschoss wird eine Tiefgarage entstehen.

Großflächige Fenster prägen die Fassade aus poliertem und aufgerautem Kunststein. Das geplante Büro- und Geschäftshaus wird sich als Nordwest-Abschluss in die oktogonale Figur des Gesamtareals harmonisch einfügen und dennoch ein eigenständiges, Identität stiftendes Gebäude sein.

Der Leipziger Platz 18 ist ein exponiertes Grundstück: Es ist umschlossen von viel Verkehr (ca. 35.000 Kfz/Tag allein auf der Leipziger Straße), im Untergrund befinden sich zwei U- bzw. S-Bahn-Tunnel. Direkt nebenan liegt die Kanadische Botschaft.

Nachdem 2014 an der Nordostseite des Platzes die „Mall of Berlin“ eröffnete, sieht nun das berühmte Achteck seiner Vollendung entgegen. (red)

 

Bild: Das geplante Gebäude am Leipziger Platz 18. Bildquelle: léonwohlhage

Dr. Frank Steffel: Deutsche zahlen am liebsten bar

Der Volksmund sagt: „Nur Bares ist Wahres.“ Nirgends hat dieses alte Sprichwort mehr Gültigkeit als in Deutschland. Jenseits des Atlantiks, aber auch um uns herum bedient man sich dagegen sehr viel häufiger der Zahlung mit dem „Plastikgeld“, der EC- oder Kreditkarte. Auch die Zahlen hinsichtlich des Zahlens mit dem Smartphone direkt am Point of Sale sind außerhalb Deutschlands geradezu innovativ zu nennen.

Dort herrscht sie schon länger: Die bargeldlose Gesellschaft. Deutsche Touristen, die jetzt im Sommer oder Herbst nach Schweden fahren, werden schnell merken, dass der von zu Hause gewohnte Umgang mit Münzen und Scheinen im hohen Norden Europas nicht mehr alltäglich ist. An der Kasse im Supermarkt heißt es immer öfter: „Es tut mir leid, wir nehmen kein Bargeld.“ Und in den großen Einkaufszentren ist die Abkehr vom Baren längst kein Einzelfall mehr. „Wir bevorzugen Kreditkarten“ prangt in großen Lettern auf Schildern in vielen schwedischen Geschäften.

Die Stockholmer Nahverkehrsbetriebe akzept ieren keine Barzahlung mehr, selbst eine Zeitung oder eine Kugel Eis werden mittlerweile mit Kreditkarte oder Mobiltelefon bezahlt. Wer sein Auto parken will, braucht entweder ein Handy oder eine Kreditkarte: Die Parkautomaten wurden schon vor einigen Jahren auf das bargeldlose Bezahlen umgerüstet. Im schwedischen Handel laufen heute rund 80 Prozent aller Zahlungen über Kreditkarten ab.

Wie tief bei den Deutschen der Widerstand gegen den Wandel ist, kann man an den folgenden Zahlen ablesen: Im Jahr 2016 wurden nach den Erhebungen des Branchenprimus, des Handelsinstituts EHI, noch immer 51,3 Prozent aller Umsätze hierzulande in Bargeld geleistet. Die Zahl der Transaktionen ist noch aussagekräftiger: Knapp 80 Prozent aller Einkäufe wurden mit Bargeld beglichen. Dagegen nutzten im selben Zeitraum US-Amerikaner nur noch bei jedem vierten Einkauf den Greenback. Bei mehr als der Hälfte aller Einkäufe zieht der US-Bürger die Kredit- oder Kontokarte. Im Vergleich dazu kommen in Deutschland die Plastikkarten gerade einmal bei einem Drittel aller Umsätze zum Einsatz. Doch woher kommt nun diese besondere Haltung zum Bargeld bei uns Deutschen und wo liegen möglicherweise die Gründe?

Die Deutschen lieben Bargeld, sie bangen um die Sicherheit ihrer Finanzen, ihrer Daten und die Kontrolle darüber. Außerdem ist die Dichte der Bankautomaten hierzulande noch immer so groß, dass man jederzeit und überall an Bargeld kommt.

Daneben hat Bargeld in der Überzeugung der Menschen hierzulande viele weitere Erfolgsfaktoren: das Zug-um-Zug-Geschäft ist vollends gewährleistet, der Schutz vor einer Insolvenz der Gegenseite entfällt. Haushalte mit geringem Einkommen haben auf diese Weise eine bessere Kontrolle über das Budget. Bargeld benötigt keinerlei technische Infrastruktur. Sogar die Bundesregierung fordert die Bürgerinnen und Bürger im Zivilschutzgesetz auf, für den Krisenfall Bargeldreserven vorzuhalten. Bargeld ist altersunabhängig. Der Taschengeldparagraph räumt auch Kindern und Jugendlichen vor dem Erreichen der Altersgrenze zur Anlage eines Girokontos einen relativen Umgang mit Bargeld im Kaufprozess ein. Hinzu kommt die Anonymität bei der
Transaktion: Das Bargeld wechselt den Besitzer, Dritte können anschließend keinerlei Rückschlüsse auf das Geschäft ziehen. Bargeld scheint in den Augen und Köpfen der Deutschen geprägte Sicherheit!

Wie sieht es nun mit der Entwicklung des Bargeldumlaufs aus? Im Jahr 2016 waren laut Deutscher Bundesbank Euro- Banknoten im Wert von mehr als 1.126 Mrd. Euro im Umlauf. Davon waren fast 600 Mrd. Euro in Banknoten von der Deutschen Bundesbank selbst emittiert. Das Wachstum der ausgegebenen Banknoten ist seit der Einführung des Euro stetig: Seit 2002 hat sie sich verfünffacht. Würde man alle ausgegebenen Euro-Banknoten aneinanderlegen, käme man nach Berechnungen der Bundesbank viermal von der Erde bis zum Mond und wieder zurück.

Daran schließt sich die Frage an, wenn schon Bargeld, dann aber bitte mit mehr Komfort und auch Verstand. Ich habe mich deshalb bereits vor Jahren und nun vor wenigen Monaten auch noch einmal erneut vor dem Hintergrund der Entscheidung Italiens, ab 2018 keine weiteren 1- und 2-Cent-Münzen zu prägen, dafür ausgesprochen, endlich 1- und 2-Euro-Scheine einzuführen. Ich halte die Entscheidung Italiens für positiv. Die Prägung von Münzgeld ist teuer und die kleinen Münzen machen das Portemonnaie unnötig schwer. Man kann sich daher die 1- und 2-Cent-Münzen sparen. Parallel sollte die Europäische Zentralbank neben den 1- und 2-Euro-Münzen endlich 1- und 2-Euro-Scheine einführen.

Die Einführung hätte viele positive Effekte für Verbraucher und Handel. Der Blick auf Amerika zeigt, dass sich dort der 1-Dollar-Schein bei kleinen Beträgen schon lange durchgesetzt hat und sich großer Beliebtheit erfreut.

Abschließend stellt sich die Frage, ob die Zukunft der neuen Bezahlmethoden wirklich aufzuhalten ist? Wird eine Gesellschaft dem Trend zum Ersatz des Bargelds durch moderne Techniken des Mobile Payments neben dem bereits lange existierenden Einsatz von Kreditkarten widerstehen? Die Vorteile der Karten- und Mobilzahlungen liegen ebenso klar auf der Hand: eine flexible Handhabung, jederzeit passend Geldbeträge in Kartenform bereitzuhalten und auch eine höhere Sicherheit bei Verlust. Das Bargeld ist weg, die Karte kann dagegen umgehend gesperrt werden, ein Verlust an Liquidität somit maximal begrenzt werden.

Das Vertrauen in eine Währung beginnt beim Bargeld. Und deshalb wird Bargeld sich behaupten. Experten sind sich sicher, dass auch in den kommenden Jahren das Bargeld seinen angestammten Platz zumindest verteidigenn wird. Konsumenten wägen demnach den Einsatz alternativer Zahlungsmethoden in einem „etwas“ schnelleren Zahlungsvorgang an der Kasse, aber deutlich höherer Risiken hinsichtlich des Datenaustausches, ab. Zugunsten des Bargeldes. Noch sehen sie hinsichtlich einer Umstellung ihrer Zahlungsgewohnheiten einen fehlenden Mehrwert.

Allein aufgrund einer nachwachsenden Generation, die sich ein Leben ohne Smartphone und Internet gar nicht mehr vorstellen kann, ist jedoch langfristig klar: Die Zahlungsarten werden sich ändern und damit die Zahlungsverkehre. Der Trend weist langsam aber sicher zu mehr „unbaren“ Geschäften. Auch in Deutschland.

vPE Bank: FinTechs zeigen Banken den Weg in die Zukunft

Das Geschäftsmodell konservativer Banken scheint auszulaufen, neue Tech-Unternehmen erhöhen immer mehr den Druck auf die Geldhäuser. Noch halten Banken das Monopol in Geldangelegenheiten. Finanzberatungen und Dienstleistungen erfolgten zumeist vor Ort in der Filiale. Das Vertrauen in die Institute war hoch. Der neue Trend geht dahin, dass Kunden ihre Gelder bei den Geldhäusern abziehen. Die Bankenbranche ist global gesehen sehr anfällig dafür geworden, ihre Kunden an moderne Finanzdienstleister zu verlieren, denn Kunden suchen nach Alternativen.

Richard Giessel, Executive Relationship Manager bei der traditionsreichen vPE Bank am Potsdamer Platz in Berlin, sieht in dem neuen Trend kein Problem für klassische Bankhäuser – unter einer Voraussetzung: „Wie in anderen Branchen auch, müssen sich Banken den neuen technischen Möglichkeiten anpassen. Sofern es gelingt, das Angebot durch Kooperationen und Digitalisierung der Dienstleistungen zu erweitern, sehe ich, auch für klassische Bankhäuser, in den aktuellen Entwicklungen eher eine Chance, als eine Gefahr.“

Die vPE Bank ist ein global tätiges Finanzinstitut und hat sich auf den Börsen- und außerbörslichen Handel für private und institutionelle Anleger spezialisiert. Das Bankhaus hat sich selbst auf die Fahnen geschrieben, mit Innovationsgeist und Kompetenz voranzugehen, um seinen Kunden den bestmöglichen Service anzubieten.

Thomas Kickermann, Managing Direktor der vPE Bank, sieht keinen Widerspruch in Tradition und Innovation: „Langjährige Expertise und Erfahrung führen zu Vertrauen, die Basis einer Kundenbeziehung. Wenn man die Zeichen der Zeit erkennt und vorhandene Vorzüge und etablierte Vorgehensweisen intelligent mit den neuen Möglichkeiten kombiniert, dann können wir auf schnell ändernde Kundenwünsche und –erwartungen reagieren.“

Die vPE Bank unterhält Kooperationen mit FinTech-Unternehmen, um dadurch neue Wege beschreiten zu können. Die Kurzform FinTechs steht für „Financial Technologies“ und bezeichnet Unternehmen, die meist mit Hilfe von IT-Lösungen neue und innovative Umsetzungen in die Finanzbranche einbringen. Im Prinzip erstreckt sich die Bezeichnung FinTech für Unternehmen auf alle Aktivitäten, die etwas mit Bezahlen, Finanzieren, Anlegen, Versichern oder auch Geldschöpfung im allgemeinen Sinne zu tun haben.

Digitale Authentifizierungslösungen, persönliches Finanzmanagement (PFM), die einfache und komfortable Kontoführung per Smartphone, wird in Zukunft für uns alle ein Muss sein. In naher Zukunft wird die vPE Bank den Robo-Advisor, einen automatisierten Anlagemanager vorstellen.

„Wir sind uns sicher, auch in Zukunft den Ansprüchen unserer Kunden gerecht werden zu können. Die Kunden fragen immer stärker nach digitalen Diensten, leicht zugänglichen Informationen und maßgeschneiderten Produkten. Und selbstverständlich bleiben wir neben unserer strategischen und notwendigen Positionierung im digitalen Wandel mit unseren erfahrenen Beratern unserer Kernkompetenz treu, stets eine persönliche und vertrauensvolle Kundenbindung zu pflegen. Wir verbinden einesmit dem anderen – zum Vorteil unserer Kunden“, so Karen Terpogossov, Managing Direktor der vPE Bank. (ak)

IHK Potsdam wählt Peter Heydenbluth zum neuen Präsidenten

Bei der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Potsdam wurde am Mittwoch, den 13. September, der neue Präsident Peter Heydenbluth sowie die Vizepräsidenten gewählt.

 

IHK-Präsident Peter Heydenbluth mit 1. Vizepräsidentin Bärbel Röhncke und 2. Vizepräsidenten Uwe Kaim

„Eine bessere Infrastruktur, darüber den weiteren Anschub des ländlichen Raumes sowie die aktive Unterstützung der beruflichen Aus- und Weiterbildung, um das Fachkräfteproblem besser in den Griff zu bekommen – dafür stehe ich. Die Weiterentwicklung der regionalen Wirtschaft ist das Hauptziel der IHK Potsdam, was wir auch in unserem Leitbild fest verankert haben“, so Heydenbluth. Außerdem bedankte er sich bei der vorherigen Präsidentin Beate Fernengel, die die Erneuerung der Kammer gestartet und sehr erfolgreich vorangetrieben hatte.

Zu Peter Heydenbluth

Seit der Gründung der ERV GmbH Entsorgung – Recycling – Verwertung im Jahr 1994 ist Peter Heydenbluth unternehmerisch in Oranienburg tätig. Der gebürtige Hennigsdorfer setzte sich im ersten Wahlgang gegen seinen Mitbewerber Dr. Stephan Knabe, Geschäftsführer der Dr. Knabe GmbH Steuerberatungsgesellschaft, Potsdam, durch. Die Amtsinhaberin Beate Fernengel war zur Präsidentenwahl nicht wieder angetreten, ist aber gewähltes Mitglied der neuen Vollversammlung.

Industrie- und Handelskammer Potsdam

Die IHK Potsdam ist die größte Kammer im Osten Deutschlands. Seit 1898 vertritt sie die wirtschaftlichen Interessen von den Unternehmerinnen und Unternehmern zwischen Prignitz und Fläming. Die im Frühsommer gewählte Vollversammlung ist mit 75 ehrenamtlichen Mitgliedern das höchste Gremium der IHK Potsdam und repräsentiert rund 75.000 Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. (red)

#Data17 – Tableau on Tour in Berlin

Auf der Tableau Konferenz in Berlin hörte sich die BERLINboxx nicht nur inspirierende Keynotes an, sondern führte auch ein Gespräch mit Andy Cotgreave, Senior Technical Evangelist und Henrik Jörgensen, Country Manager DACH-Region bei Tableau.

Die Tableau Konferenz zog über 450 Data interessierte Besucher aus aller Welt an. Vom 11. bis 13. September wurden im Hotel Berlin, Berlin Keynotes von namhaften Tableau-Größen und -Unternehmern gehalten. Darunter James Eiloart der Senior Vice President von Tableau im Bereich EMEA Sales, Jock Mackinlay der Vice President für Research & Experience von Tableau Software sowie Christoph Keese der CEO bei Hyvent, ehemaliger Executive VP bei der Axel Springer SE. Aber auch Tableau Anwender u.a. Vertreter von der Daimler AG, Deutsche Bank, Telefónica, Lufthansa German Airlines, BMG Music Rights und Hello Fresh berichteten ausführlich über Erfahrungen. Darüber hinaus konnten die Besucher auch an einer Vielzahl von Workshops teilnehmen.

Was ist eigentlich ein Tableau?

Keynote „A Language for Visual Analytics“ gehalten von Jock Mackinlay, Vice President für visuelle Analysen bei Tableau Inc.

Als Tableau wird in der Wissenschaft eine Informationstafel beziehungsweise tabellarische Übersicht bezeichnet. Das Unternehmen Tableau Inc. entwickelte auch ein Tableau in Form einer Visualisierungssoftware für Daten. Dazu erklärte , in seiner Keynote „A Language of Visual Analytics“ wie Datenmengen anhand eines Tableaus visuell dargestellt werden können. Durch Farben, Texturen und Formen werden aus reinen Zahlen übersichtliche Grafiken geschaffen. Fakt ist, dass grafische Übersichten schneller erfasst werden können. Ob Karten, verschiedene Diagramme oder andere Darstellungen, so können große Datenmengen leichter in ihrem Kontext und Zusammenhang gesehen werden. Mit der fortschreitenden Digitalisierung wachsen die Datenmengen in den Unternehmen und es ist relevant sie zu nutzen.

Datenvisualisierung mit der Tableau Software

Andy Cotgreave, Experte in visuellen Analysen, spricht mit der BERLINboxx Über die Tableau Software

Endlich haben die Unternehmen das wirtschaftliche Potenzial von Big-Data für sich entdeckt. Datenvisualisierungen wie die Software Tableau ermöglichen es, firmeneigene Daten effizient für das eigene Unternehmen einsetzen zu können. Dazu hat Tableau einige Produkte entwickelt, z.B. den ‚Tableau Desktop‘. Dabei legt Tableau Inc. bei seinen Produkten den Wert auf Interaktivität, Sicherheit, Aktualität und Kompatibilität.

Sicherheit und die jeweiligen Datenschutzgesetze seien für Tableau fundamental wichtig, äußerte sich Andy Cotgreave, der seit 2011 für Tableau tätig ist, zur Thematik Datenschutz. Dasselbe gelte für die Unternehmen, die die Tableau Software nutzen. Schließlich gäbe es in jedem Land die entsprechenden Datenschutzgesetze und jedes Unternehmen habe darüber hinaus eigene Richtlinien, um überhaupt mit großen Datenmengen arbeiten zu dürfen. Zusätzlich zu diesen Richtlinien, biete die Software noch ein weiteres Sicherheitstool, ‚Data Security‘, an, so der DACH-Chef Henrik Jörgensen. Mit Hilfe dieses Tools bestimmt jedes Unternehmen selbst, welche Zugangs-berechtigungen der jeweiligen Abteilung erteilt werden.

Darüber hinaus weist der Experte in visuellen Analysen, Cotgreave, auf ein weiteres wichtiges Problemfeld hin: „Jeder kann Daten produzieren, beziehungsweise alles veröffentlichen. Das ist ein Risiko, da es viel Zeit kostet, die Daten anzupassen und zu säubern. Natürlich ist es eine große Herausforderung Daten in eine Form zu bekommen, um sie entsprechend analysieren zu können. Tableau Inc. arbeitet aber immer weiter daran den Kunden, beziehungsweise Unternehmen die höchstmögliche Flexibilität zu bieten, um ihre großen Datenmengen über ‚Datasources‘ effektiv nutzen zu können. Benutzen die Unternehmen ‚Clean Data‘ liefert die Tableau Software den Nutzern unverfälschte Ergebnisse. Zurzeit arbeitet Tableau Inc. noch an einem Programm für Datenpräparation, um verfälschte Ergebnisse zu vermeiden. So bekommt der Kunde schon bevor die Daten selbst analysiert werden, einen umfassenden Überblick.“

Karl Villanueva von Hello Fresh zeigt wie Daten Auskunft über die Lieblingsrezepte der Kunden geben können

Allgemein ist die Software so konzipiert, dass sie jedem Benutzer, unabhängig von der Branche, essentielle Datenerkenntnisse sowie nützliche Visualisierungen liefert. So berichtete beispielsweise das Unternehmen Hello Fresh auf der Konferenz, wie es möglich ist mit Tableau verschiedene Datasources zu kombinieren, z. B. mit Google Analytics, um nützliche Dashboards zu kreieren. Hello Fresh wurde 2011 in Deutschland gegründet und ist mittlerweile international die Nummer 1 im Vertrieb von Kochboxen. Anhand von Tableau Dashboards, visualisiert durch Diagramme, kann Hello Fresh die Daten individuell für das eigene Marketing nutzen. Das heißt: Je nach Land, Saison und der jeweiligen Beliebtheit von Speisen, können die Hello Fresh Kochboxen angepasst werden. Die Tableau Software funktioniert für den Hersteller von Kochboxen als Tool, um die eigenen Daten für das Firmenmarketing effektiv zu nutzen.

Aber welchen Vorteile bietet Datenvisualisierungen Startups noch und wie beurteilen Analyst Cotgreave und Country Manager Jörgensen den Wirtschaftsstandort Berlin? Berlin sei eine Startup Zentrale. Viele ihrer Kunden würden von Tableau und Cloudworking profitieren. Eben das würde viele Vorteile für Neugründungen im Startup Bereich bedeuten, im Vergleich zu großen Unternehmen wie Lufthansa, die schon große Datenmengen mitbringen, die erst einmal aufgearbeitet werden müssten, so Cotgreave.

Jörgensen und Cotgreave sind sich darin einig, dass Berlin sehr digital orientiert sei. Startups würden von Anfang an ein Geschäftsmodell kreieren, das ihre Daten mit einbringt und für sie profitabel sei. DACH-Chef Jörgensen sieht vor allem den Überblick über die eigenen Daten als einen klaren Vorteil. „Insbesondere bei Finanzierungen ist es für Startups nützlich die Daten zu kennen, da Investoren aufgrund der rasanten Entwicklungen von Startups gern die Strukturen sehen möchten, bevor sie finanzielle Mittel zusichern. Gerade bei kleineren Unternehmen ist das entscheidend, um Investoren für sich zu gewinnen. Daten schaffen Sicherheit, da der Einsatz der Finanzmittel und das Wachstum an sich für die Investoren transparent sind“ so Jörgensen. Viele Analysten und Unternehmen sehen in Big Data das neue Öl, eine Ressource, die man sich zukünftig zu Nutze machen müsse, erklärte Cotgreave.

Tableau Software Inc.

Das Unternehmen Tableau Software Inc. mit Sitz im US-amerikanischen Seattle hat als Entwickler einer Visualisierungssoftware für Daten und Reporting einen neuen Markt erschlossen. Die Idee selbst entstand in Stanford, die Ausgründung fand 2003 unter Pat Hanrahan, Christoph Stolte und Christian Chabot statt. Nun hat die Tableau Inc. weltweit über 3000 Mitarbeiter. Global profitieren rund 61.000 Unternehmen von den effizienten Produkten rundum die Tableau Software. Davon circa 21.000 allein in Europa. Wo geografisch derzeit der weltweit stärkste Markt für die Software zu verzeichnen sei, wollten Cotgreave und Jörgensen allerdings nicht verraten, aber beide betonten, dass Europa in diesem Jahr einen enormen Marktanstieg zu verzeichnen hatte. (lj)

 

2. Berliner Immobiliengespräch: Berlin braucht private Investoren

Das 2. Berliner Immobiliengespräch stand unter dem Motto „Feindbild Investor? Wie weit darf das Land ordnungspolitisch gehen? Wie sehr sollten Investoren an das Gemeinwohl denken?“.

Für viele ein inspirierendes und diskussionswürdiges Thema und so folgte Crème de la Crème der Immobilienbranche der Einladung des Veranstalters W&R Immocom: Sebastian Scheel (Staatssekretär für Wohnen, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen), Christoph Gröner (Vorsitzender des Vorstandes CG Gruppe AG), Florian Schmidt (Bezirksstadtrat für Bauen, Planen und FM, Friedrichshain-Kreuzberg), Dr. Ulrich Kriese (Prokurist, Leiter Öffentlichkeitsarbeit, Stiftung Edith Mayron), Jacopo Mingazzini (Geschäftsführer der Accentro GmbH/Vorstand ACCENTRO Real Estate AG), Manuel Ehlers (Relationship Manager Nachhaltige Immobilien, Triodos Bank) und Alexander Happ (Geschäftsführer BUWOG Group NL Berlin) waren unter den Gästen.

Auf der Agenda standen unter anderem die Themen Vorkaufsrechte für Berliner Bezirke und die immer leidenschaftlich diskutierte Mietpreisbremse. Dies waren allerdings nur zwei von vielen Punkten, die Staatssekretär Sebastian Scheel am Herzen lagen. Scheel forderte von der Berliner Politik mehr Akzeptanz für neues Stadtwachstum, aber auch verstärktes Engagement von privaten Investoren, um das Potenzial der Stadt zu nutzen und gemeinsam gegen die Wohnungsnot vorzugehen.

Staatssekretär Sebastian Scheel

Es bestand Konsens auf dem 2. Berliner Immobiliengespräch, dass in Berlin dringend Wohnraum geschaffen werden muss und die Mietpreisbremse nicht die alleinige Lösung  für die angespannte Wohnraumsituation in der Hauptstadt sein kann.

Aktuell fehlt es Berlin an knapp 77.000 Wohnungen, obwohl genug Flächen vorhanden wären. Laut des Vorsitzenden des Vorstandes der CG Gruppe AG Christoph Gröner sind Eigentumswohnungen die einzige Altersversorgung, der man noch trauen könne. Angesichts der Tatsache, dass das durchschnittliche Nettohaushaltseinkommen in Berlin gerade einmal bei 1400 Euro liegt, ist das sicherlich eine Option, die nicht für Jedermann möglich ist.

Sebastian Scheel, Florian Schmidt, Dr. Ulrich Kriese, Manuel Ehlers, Christian Hunziker, Christoph Gröner, Jacopo Mingazzini & Alexander Happ (v.l.n.r.)

Neben der Diskussion „Wohnraum für alle“ wurde auch das Thema Rigaer Straße angesprochen. Dazu sagte Christoph Gröner, dass eine Verständigung zwischen verschiedenen Standpunkten immer erstrebenswert sei, im Falle der Rigaer Straße ist er jedoch eher skeptisch, dass er zu einer Annäherung kommen könnte. Dennoch: Zum Wohle der Hauptstadt sollten beide Seiten immer dazu bereit sein, den Dialog zu suchen.

Manuel Ehlers, Christian Hunziker, Christoph Gröner & Jacopo Mingazzini (v.l.n.r.)

Im Gegensatz zu den sonst eher ruhig ablaufenden Veranstaltungen der Branche, war das 2. Immobiliengespräch sehr dynamisch und die Diskussionen wurden leidenschaftlich geführt. In der Diskussionsrunde hatte nicht nur Baustadtrat Florian Schmidt sprichwörtlich „Kreide gefressen“. Ganz besonders das Thema Nachhaltigkeit war zwar jedem der Anwesenden ein wichtiges Anliegen, die angelegten Maßstäben waren aber durchaus unterschiedlich. Die Projektentwickler und Immobilienunternehmer  ließen durchblicken, dass sie sich an die gewünschten Nachhaltigkeitsnormen im Bauwesen halten würden,, was wiederum einige Vertreter der Politik skeptisch sahen. Immerhin zeigte die Debatte, dass ein großer Gesprächsbedarf vorliegt und Konsens gesucht werden muss – zum Wohle Berlins.

Franz Rembold (Geschäftsführer AGROMEX GmbH), Marc Engel (AGROMEX GmbH) & Frank Schmeichel (Business Network) (v.l.n.r.)

(mg)