Geschichten und Neuigkeiten aus der Hauptstadt

Das Palmöl-Dilemma: Steht das Pflanzenfett zu Recht in der Kritik?

Palmöl ist wegen seiner großen Vielseitigkeit und den geringen Herstellungskosten weltweit inzwischen das wichtigste Pflanzenöl. Vor allem aus der Lebensmittel– und Kosmetikindustrie ist es nicht mehr wegzudenken. Unter den pflanzlichen Fetten ist es der Superstar – dreimal so ertragreich wie Raps, leichter zu verarbeiten als Kokosfett. Die Palmöl-Produktion steht aber zugleich für vernichtete Regenwaldflächen, strittige Landrechte und katastrophale Arbeitsbedingungen bis hin zu Menschenrechtsverletzungen. Dabei wird Palmöl längst nicht nur umfassend in Lebensmitteln, sondern vor allem auch in Kosmetika verwendet.

Alternative Ansätze: Ist eine faire Produktion von Palmöl möglich?

Unternehmen wie The Body Shop, Yves Rocher und Rituals werben für tierversuchsfreie Kosmetik, weitgehend natürliche Inhaltsstoffe und gründen oder fördern Projekte zur Durchsetzung dieser Standards. Der Kosmetikhersteller Dr. Bronner‘s hat sich bereits 2005 dazu entschieden, ausschließlich auf Rohstoffe aus Biolandbau und fairem Handel zu setzen und die Produktionsverhältnisse komplett umzukrempeln. Dazu gründete Dr. Bronner’s Tochtergesellschaften wie Serendipalm Co. oder Serendipol Co. in Ländern, aus denen das Unternehmen seine Rohstoffe für die Seifenproduktion bezieht. Außerdem werden die Projekte anderer Wohltätigkeits- und Naturschutzorganisationen tatkräftig unterstützt und zum Teil sogar weiter ausgebaut.

Dr. Bronner’s unterstützt verstärkt lokale Kleinbauern und fördert die gezielte und selbstständige Verwirklichung der Gemeinde. Als Mitglied der World Fair Trade Organization (WTFO) werden bereits 90 Prozent der verwendeten Inhaltsstoffe aus Biolandbau bezogen. So wurde 2007 das inzwischen von der ghanaischen Tochtergesellschaft geführte Projekt Serendipalm Co. für die Herstellung von Bio- und Fair Trade-Palmöl ins Leben gerufen. Über 500 Bauern von Farmen, auf denen keine Vergrößerung, Rodungen oder Artenvertreibungen stattgefunden haben, beliefern das Projekt bereits. Die örtlichen Kleinbauern wurden mit Setzlingen versorgt, die es ermöglichen, höhere Erträge auf gleicher Fläche zu erzielen.

Regenwaldrodungen und strittige Landrechte prägen das Image von Palmöl. | Foto: pexels.com

Regenwaldrodungen und strittige Landrechte prägen das Image von Palmöl | Foto: pexels.com

Fairness durch soziale Projekte

Nach ähnlichem Verfahren wurde bereits 2005 das Projekt zur Gewinnung von Bio- und Fair Trade-Kokosöl, Serendipol, in Sri Lanka und inzwischen auch in Kenia initiiert. Diese und viele weitere Projekte arbeiten durch Bodenwartung, die Vergrößerung der Abnahmefarmen, lokale Verbesserung der Lebensqualität und die Schulung der Kleinbauern darauf hin, durch die Erhöhung der Bodenqualität und Lebensqualität der Produkteure, auch eine Erhöhung der Produktivität und Profitabilität zu erreichen. Der Standort in Sri Lanka gehört inzwischen zur weltweit führenden Quelle für Fair Trade Virgin Coconut Oil (VCO). Das Projekt in Kenia wurde trotz weiterlaufender Kundschaft an lokale Partner übergeben. Ein Teil der Erlöse kam sozialen Projekten zugute. So wurden Jugendgruppen unterstützt, denen  bessere Lebensbedingungen ermöglicht werden sollen. Außerdem wurde der Aufbau öffentlicher Sanitäranlagen und einer Geburtenstation finanziert.

Umweltfreundliche Alternativen und Verantwortung

Ein bewusster Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit bedeutet jedoch nicht nur das Bewusstsein für Inhaltsstoffe, Produktionsbedingungen und Lokalität zu schärfen. Es erfordert beispielsweise auch, auf die verwendete Verpackung, produzierten Müll und Minimalismus zu achten. Verzicht auf Plastiktüten oder das Mitbringen von Stoffbeuteln ist schon längst common sense. Unverpackt-Läden, Vermeidung von Plastik, Ersatz durch Papierverpackungen oder Gebrauchsgegenstände aus Holz werden ebenfalls immer populärer. Dennoch wird Palmöl, das nicht nur im Ruf steht, Umwelt und Lebensräume zu zerstören, sondern auch gesundheitsschädigend sein soll, kritisch gesehen. Das Pflanzenfett schmeckt ähnlich wie Butter und ist in allerhand Fertiggerichten, Süßigkeiten, Babynahrung, Seifen und Streichcremes enthalten. Beschränkt man sich auf die Nutzung von Kosmetika, die Palmöl enthalten, dürfte die Frage nach den Produktionsstandards die Entscheidende sein.

Im Rahmen einer Round Table-Diskussionsrunde lädt Dr. Bronner‘s zur Beantwortung der Frage ein: „Kann Palmöl unter ökologisch und sozial verantwortungsvollen Bedingungen hergestellt werden?“. Im Berliner Standort in den Hackeschen Höfen wird am 26. Juni zu 19 Uhr debattiert. Diskutiert wird dabei sicher auch die Frage, ob auch nachhaltige und verantwortungsbewusste Erzeuge zu Recht oder zu Unrecht in der Kritik stehen. (cn)

CLASSIC DAYS Berlin – Kudamm wird zur Oldtimer-Paradestraße

Die CLASSIC DAYS Berlin holen am 9. und 10. Juni 2018 ein Stück Autogeschichte in die Hauptstadt. Mehr als 2.000 Oldtimer bilden am Samstag und Sonntag jeweils ab 10 Uhr eine Automobil-Schau mit Tradition. Bereits zum sechsten Mal erlebt der Kurfürstendamm erlebt das Spektakel. Veranstalter sind die F.F. Peppel GmbH und die AG City .

Klaus-Jürgen Meier, Vorstandsvorsitzender der AG City: „Bei den CLASSIC DAYS Berlin wird der Kurfürstendamm wieder einmal zum Treffpunkt für Jung und Alt. Dort begeben sich die Besucher auf eine Zeitreise, wo Liebhaberstücke mit zum Teil ‚unbezahlbarem‘ Wert im Mittelpunkt stehen. Flanieren und genießen Sie die Eleganz und die Lebensfreude des weltbekannten Shopping-Boulevards.“

Mehr als 2.000 Oldtimer bilden das A – Z der Automobilgeschichte

Der Kudamm gehört zu den beliebtesten Erlebnisstraßen der Welt – bis zu hunderttausend Menschen besuchen ihn täglich. „Die Menschen sind begeistert, unsere Oldtimer an sich vorbeirollen zu lassen und sie an zwei Bühnen mit den besten Moderatoren zu präsentieren. Sie können alle Fahrzeuge in Ruhe auf der 2,5 Kilometer langen Straße bewundern und fotografieren“ so Frank Peppel. Und weil zu klassischen Automobilen auch Genuss und Lebensart gehören, wird den Gästen von der Joachimsthaler Straße bis zum Olivaer Platz Erlebnisgastronomie der besonderen Art angeboten, zum Beispiel:

• Fine Dining
• Champagner-Bar
• Cigar-Lounge
• Weinstände
• Kleinstbrauerei
• Cocktail Areas

 

CLASSIC DAYS Berlin | Foto: Agentur Peppel

CLASSIC DAYS Berlin | Foto: Agentur Peppel

 

Flanieren und Genießen mit internationalem Flair

So lautet das Motto der CLASSIC DAYS Berlin 2018 und exklusive Attraktionen und Angebote ergänzen, was ohnehin auf dem Kudamm vorhanden ist. Da der Kudamm, was das Shoppen angeht, sehr „damenlastig“ ist, wird im Rahmen der CLASSIC DAYS Berlin der Gentlemen‘s Walk auf der Nordseite zwischen Knesebeckstraße und Bleibtreustraße aufgebaut, der Produkte für den Mann präsentiert. Für das leibliche Wohl aller Gäste sorgt ein Catering mit vielen Ständen und einer vielfältigen Auswahl, wie zum Beispiel:

• Französischer Flammkuchen und Crêpes
• Amerikanische Spare Ribs
• Berliner Currywurst
• Italienische Pasta

 

CLASSIC DAYS Berlin | Foto: Agentur Peppel

Oldtimerfans unter sich auf dem Kudamm | Foto: Agentur Peppel

 

Im VIP Bereich werden die Gäste von einem Gourmet-Catering verwöhnt. Für den besonderen Drink zwischendurch säumen viele Cocktail Areas den Weg. An verschiedenen Stellen präsentieren klassische „Food Trucks“, wie sich das Essen entlang der Straßen über die Jahrzehnte entwickelt hat. Die zwei Bühnen sind die Heimat der drei Moderatoren, die als Experten der Geschichte der Verkehrsmittel alle Fahrzeugklassiker und Attraktionen vorstellen werden. Johannes Hübner, Automobilexperte aus Frankfurt, der sonst auch am Nürburgring spricht, stellt dort die Klassiker vor.

Das Angebot ist faszinierend für Autoliebhaber aller Altersklassen. Die CLASSIC DAYS Berlin auf dem Kurfürstendamm sind ein Erlebnis für die ganze Familie. (red)

100 Jahre Berliner Pressekonferenz: Fanal für die Pressefreiheit

Um die Verankerung der Pressefreiheit ging es schon vor 100 Jahren, als die Berliner Pressekonferenz gegründet wurde – das Thema ist weiterhin hochaktuell. Der Vorsitzende der Berliner Pressekonferenz, Thomas Klein, hatte zum 100-jährigen Jubiläum der Berliner Pressekonferenz Can Dündar, den ehemaligen Chefredakteur der türkischen Zeitung „Cumhuriyet“, als Ehrengast ins Restaurant „Hugos“ im 14. Stock des Hotels „Intercontinental“ an der Budapester Straße geladen. Der 56-Jährige, der aktuell in Deutschland lebt, wurde 2015 in der Türkei der Spionage und des Landesverrats angeklagt. Die Strafandrohung liegt für ihn bei mehreren Jahren Haft.

„Wenn sich in der Türkei so viele wertvolle Journalisten an einem Ort treffen wollen würden, müsste das wahrscheinlich im Gefängnis stattfinden“, so Dündar. „Seien Sie solidarisch mit den Kollegen, die in der Türkei um die Meinungsfreiheit kämpfen“, forderte er die Anwesenden auf und äußerte die Hoffnung, dass man eines Tages in einer freien Türkei zusammen kommen könne. Nach seinem flammenden Plädoyer für Meinungsfreiheit, das Recht auf kritische Berichterstattung und eine freie Presse erhielt der Journalist minutenlange standing ovations von den anwesenden Gästen aus der Berliner Politik, Wirtschaft und natürlich den Medien.

 

Mit standing ovations gefeiert: Ehrengast Can Dündar, ehemaliger Chefredakteur der türkischen Zeitung „Cumhuriyet“ | Foto: Charles Yunck

Mit standing ovations gefeiert: Ehrengast Can Dündar, ehemaliger Chefredakteur der türkischen Zeitung „Cumhuriyet“ | Foto: Charles Yunck

 

Politiker loben die Pressekonferenz als Instanz der Pressefreiheit

„Es ist erschreckend, dass so etwas in einem befreundeten Land passiert“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und warb darum, es bewusst als Glück zu empfinden, „dass wir so offen und frei zusammen leben können“. Zu den Gratulanten zum 100-jährigen Jubiläum zählte auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die das im internationalen Vergleich einmalige Format der Selbstorganisation von Journalisten lobte und frei nach Voltaire zitierte: „Ich mag verdammen was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“

 

Kulturstaatsministerin Monika Grütters attestierte der Berliner Pressekonferenz ein ausgeprägtes journalistisches Selbstbewusstsein „sich zur Feier dieses Jubiläums auch Redner aus der Politik auf die Bühne zu holen.“ Foto: Charles Yunck

Kulturstaatsministerin Monika Grütters attestierte der Berliner Pressekonferenz ein ausgeprägtes journalistisches Selbstbewusstsein „sich zur Feier dieses Jubiläums auch Redner aus der Politik auf die Bühne zu holen.“ | Foto: Charles Yunck

 

Aus Sicht von Thomas Klein gehören Demokratie und eine freie Presse unweigerlich zusammen. „Dass wir aktuell immer noch über Themen wie Presse- und Meinungsfreiheit sprechen müssen, hätten wir uns nicht träumen lassen.“ Doch auch der digitale Umbruch ist für den Qualitätsjournalismus nicht nur Chance, sondern ebenso eine Herausforderung. „In Zeiten von Facebook, Newsfeeds und Fake News braucht es engagierte Journalisten, die sich für eine unabhängige und qualitätsvolle Berichterstattung einsetzen“, so Klein.

 

Gastgeber Thomas Klein (l.) neben dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller und dem Unternehmer Nadir Guediri (r.), COPRO Projektentwicklungs GmbH | Foto: Charles Yunck

Gastgeber Thomas Klein (l.) neben dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller und dem Unternehmer Nadir Guediri (r.), COPRO Projektentwicklung GmbH | Foto: Charles Yunck

 

Spargelessen mit langer Tradition

Das traditionelle Spargelessen der Berliner Pressekonferenz ist das Frühlings-Highlight im Terminkalender der Top-Entscheider Berlins. Dementsprechend hoch war die Dichte an Senatoren und wichtigen Repräsentanten der Berliner Wirtschaft. An den lebhaften Tischgesprächen nahmen neben den Senatsmitgliedern Regine Günther, Dilek Kolat, Katrin Lompscher, Andreas Geisel und Ramona Pop, Landessportbundpräsident Klaus Böger, Lotto-Vorstand Marion Bleß, Handelsverbandschef Nils Busch-Petersen, Polizeipräsidentin Barbara Slowik, Rabbiner Yehuda Teichtal, Abgeordnetenhauspräsident Ralf Wieland, Erzbischof Heiner Koch und der frühere Regierende Bürgermeister Walter Momper teil.

 

Investor Dr. Harry van Caem mit Bausenatorin Lompscher | Foto: Charles Yunck

Investor Dr. Harry van Caem mit Bausenatorin Lompscher | Foto: Charles Yunck

 

Neben Medienprominenz wie Gaby Papenburg, Ulrich Meyer oder Christine Richter, zukünftige Chefredakteurin der Berliner Morgenpost, waren zahlreiche Größen aus der Wirtschaft wie Carsten Heinrich vom Immobilien-Branchenprimus Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate, Andreas Knierim, Berliner Zoo, Hartmut Engler, Gegenbauer Unternehmensgruppe, Nadir Guediri, COPRO Projektentwicklung GmbH, Charité-Vorstand Karl Max Einhäupl, Bernhard Hansen, SSN Group, Herbert Dzial, HD Gruppe, Susanne Tattersall, Tattersall•Lorenz, und der niederländische Investor Dr. Harry van Caem gekommen. (ak)

 

Engagiert in Berlin: SSN Group Deutschlandchef Bernhard Hansen mit dem Regierenden Bürgermeister | Foto: Charles Yunck

Engagiert in Berlin: SSN Group Deutschlandchef Bernhard Hansen mit dem Regierenden Bürgermeister | Foto: Charles Yunck

Berliner Start-ups überzeugen bei erstem Rewe Gründerwettbewerb

Dieses Jahr veranstaltete Rewe den ersten Gründerwettbewerb eines Unternehmens im Lebensmitteleinzelhandel. In diesem Rahmen wurde auch erstmalig der „Rewe Start-up Award“ in Köln vergeben. Dabei stammen alle fünf aus den 170 Bewerbern ausgewählten Finalisten-Start-ups  aus Berlin. Nicht umsonst hat die Hauptstadt in den letzten Jahren einen sehr guten Ruf in der Start-up Szene erlangt. „Selo Green Coffee“ setzte sich am Ende durch und konnte den Wettbewerb mit einem gesunden, koffeinhaltigen Getränk für sich entscheiden. Neben der Aufnahme in das Sortiment der über 3.000 Rewe-Filialen und den Online-Handel des Unternehmens, bekommen die Finalisten zukünftig auch Unterstützung in Marketing-Fragen. Bisher hatte sich die Anteil an Food-Start-ups in den deutschen Rewe-Märkten sehr an lokaler und regionaler Vermarktung ausgerichtet. Jetzt ruft das Unternehmen dazu auf, sich nicht nur während der Wettbewerbszeiten mit innovativen Produkten an Rewe zu wenden.

„Junge Unternehmen sind heute viel ideenreicher und kreativer als noch vor ein paar Jahren und reagieren blitzschnell auf Ernährungstrends. Nur fehlt es naturgemäß oftmals noch an wichtigen Kontakten, umfangreichem Branchenwissen und der für eine bundesweite Vermarktung notwendigen Professionalität. Mit dem REWE Start-up Award und unseren Partnern haben wir eine zeitgemäße und dauerhafte Plattform für Gründer geschaffen“, sagt REWE-Marketingleiter und Jury-Mitglied Dr. Johannes Steegmann.

Gründerwettbewerb spürt aktuelle Food- und Lifestyle-Trends auf

Die Finalisten-Start-ups halten mit den neuesten Entwicklungen der Lebensmittelbranche mit und werden von BERLINboxx im Folgenden vorgestellt. Sie verfolgen einen Trend, der sich schon lange nicht mehr nur langsam durchsetzt. Von fairen Produktionsbedingungen, über gesunde und vor allem ausschließliche natürliche Inhaltsstoffe, bis hin zu speziellen Diäten. Heutzutage liegt der Fokus auf gesunder, ausgewogener und der Umwelt gegenüber rücksichtsvoller Ernährung, die kaum Zeit im durchorganisierten Alltag einnimmt. Von fettigem Fast-Food wird Abstand genommen und stattdessen bewusst auf die Zusammensetzung der Produkte geachtet. Auch nachhaltige Produktionsbedingungen und Verpackungen sowie die Unterstützung der Erzeuger liegen immer mehr Unternehmen und Verbrauchern am Herzen. Vor allem in Großstadtregionen sind diese Kriterien für Manche ein Muss für den Kauf eines Produktes. Diese sind innerhalb weniger Minuten zubereitet und meist praktisch zum Mitnehmen geeignet. So bleibt nach eigenen Worten vieler Food-Start-ups mehr Zeit für die anderen wesentlichen Dinge im Leben. Die Finalisten-Start-ups des Rewe-Gründerwettbewerbs stehen diesen Anforderungen in nichts nach. Sie sind stattdessen wohl eher Branchen-Innovateure, die endlich entdeckt wurden.

„Es ist toll zu sehen, mit welcher Kreativität die Finalisten die Jury überzeugen konnten. Um die Zukunft des Einkaufens gemeinsam zu gestalten, sind Impulse von außen wichtig. Wir lassen uns gerne von den innovativen und unkonventionellen Ideen der jungen Gründer inspirieren. Im Gegenzug können wir unsere Erfahrung und unser Wissen direkt an die Start-ups weitergeben“, erklärt Fridolin Frost, Managing Director Snacks bei Mondelēz International in Deutschland und Jury-Mitglied.

Der Trend geht in Richtung gesund, Bio und vegan. | Foto: pexels.com

Der Trend geht in Richtung gesund, Bio und vegan. | Foto: pexels.com

Gesundheit im praktischen Format: Die fünf Finalisten

„Selo Green Coffee“

 Der erste Gewinner des diesjährig initiierten Wettbewerbs präsentiert sich durch weniger ist mehr. „Selo Green Coffee“ ist ein Erfrischungsgetränk aus grünen, nicht gerösteten und biologisch angebauten Kaffeebohnen. Der Flascheninhalt ist so koffeinhaltig wie ein doppelter Espresso, dabei vegan, sehr kalorienarm und frei von Zuckerzusätzen, Aromen und Konservierungsstoffen. Darüber hinaus liegen dem Start-up die Erzeuger in Kolumbien sehr am Herzen, mit denen sie ein enges partnerschaftliches Verhältnis pflegen. So hat sich Selo verpflichtet, einen Teil des Umsatzes in Entwicklungsprojekte zu investieren, die der Kooperative zugutekommen.

"Selo Green Coffee": Die Gewinner des "Rewe Start-up Awards" mit Jurymitgliedern. | Foto: REWE,, Michael Gottschalk

„Selo Green Coffee“: Die Gewinner des „Rewe Start-up Awards“ mit Jurymitgliedern. | Foto: REWE,, Michael Gottschalk

 „Hummingbird“

Der diesjährige Gewinner des FitFood-Awards der FITBOOK-Redaktion ist „Hummingbird“, mit seinen Frühstücks-Variationen, die einen gesunden Lebensstil unkompliziert machen. Es produziert so genannte Blendies. Dabei handelt es sich um verschiedene getrocknete Superfoods, die zu kleinen Bällen gepresst sind. Wenn diese zusammen mit etwas Flüssigkeit sowie Obst und Gemüse in einen Mixer gegeben werden, lassen sich mit ihnen schnell nährstoffreiche Smoothies herstellen. Die in Australien entwickelten Produkte bestehen aus rein natürlichen Inhaltsstoffen und können – bei höherem Stresslevel – auch bequem online bestellt werden. Das tägliche Frühstück punktet hier mit schneller Zubereitung und nicht mehr wegzudenkenden Superfoods.

„Oh My Dough“

Die Gründer von „Oh My Dough“ erfüllten sich mit sorgenfrei verzehrbarem, rohem Keksteig nach eigenen Angaben einen Kindheitstraum. Abseits von Eissorten, in denen dieser nur verarbeitet ist und auf wenigen Löffeln die Herzen von Keks-Fans höher schlagen lässt, bietet „Oh My Dough“ ganze Becher voll davon an. Der Geschmack des ungewöhnlichen Snacks hat laut Gründern hier oberste Priorität.

„Nuri Food“

„Nuri Food“ zeigt sich innovativ mit tiefgekühltem Babybrei, der in Form von Pellets den Bedürfnissen entsprechend aufgetaut werden kann. Auch hier überzeugten 100 Prozent an Bio-Zutaten und die Wahl zwischen vegetarischen und veganen sowie Fleisch-Varianten, bei der Auswahl. Durch das schonende Schock frosten, ist das Start-up darauf bedacht mehr Nährstoff und Vitamine in ihren Babygläschen zu erhalten. Im Gegensatz zu herkömmlicher Babynahrung sei dies durch die Methode gewährleistet und gleichzeitig flexibler und tiefgefroren länger haltbar. „Nuri Food“ setzt auf diese Weise darauf Eltern und Kind mit ihrem Produkt, die Zubereitung von häufigen Mahlzeiten zu erleichtern und so mehr Zeit zu schenken.

„Wildcorn“

Zum Schluss bietet „Wildcorn“ einen gesündere Variante des beliebten Home-Kinos und eine alternative zu hochkalorischen Chips. Das Produkt des Start-ups bietet Popcorn ohne Zuckerzusatz, Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker an und ist auch für Veganer geeignet. Der Snack vereint die Nachfrage aller von verbreiteten Food-Intoleranzen betroffenen Menschen und basiert nur auf Bio-Mais und ausgewählten Gewürzen. Bundles verschiedener Sorten können online bestellt werden, oder die einzelnen Tüten des gesunden Etwas bald in den Rewe-Märkten gefunden werden. (cn)

 

Es ist gedeckt! – Nominierung der Berliner Meisterköche 2018

Zum 22. Mal werden in Berlin dieses Jahr die Berliner Meisterköche nominiert. Berlin Partner veranstaltet den jährlichen Wettbewerb seit 1997, um modernste kulinarische Kreationen der Hauptstadt-Gastronomie zu prämieren. Die 13 Mitglieder der unabhängigen Berliner Meisterköche-Jury nominierten dieses Jahr in den Kategorien „Berliner Meisterkoch 2018“, „Aufsteiger des Jahres 2018“,„Berliner Gastgeber 2018“, „Berliner Szenerestaurant 2018“ und – zum ersten Mal –  auch den „Berliner Kiezmeister 2018“. Rund 100 Köche, Restaurants, Sommeliers und Gastgeber fanden sich in diesem Jahr auf der Vorschlagsliste der Jury. Es bewarben sich dementsprechend 30 Prozent mehr Interessierte als in den beiden Vorjahren.

„Berlin ist Freiheit, Vielfalt, Kreativität, Internationalität und Experimentierfreude – all das vereint die Stadt zu einem außergewöhnlichen Gastronomie-Standort. Gleichzeitig verändert sich die Stadt pausenlos. Diesem Wandel tragen wir auch Rechnung, indem wir in diesem Jahr erstmalig den Kiezmeister auszeichnen. In dieser Kategorie wollen wir einen Preisträger ehren, dessen Einzigartigkeit ihn weit über die Kiez-, Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannt machen und den Kiez besonders attraktiv und lebenswert machen. Die diesjährigen Nominierungen zeigen die Qualität und Stärke der Berliner Gastronomie“, so Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner.

Eine Finalkreation der Berliner Meisterköche 2017. | Foto: Berlin Partner-photothek.de

Traditionelles und Ausgefallenes passen auf einen Teller

Unter den aktuell genauer unter die Lupe zu nehmenden, geschmackvollen Löffeln, gefüllten Tellern, gemütlichen Restaurants und Trends der Hauptstadt, finden sich in diesem Jahr Restaurants, die unterschiedlicher nicht wirken könnten. Von der alteingesessenen, freundlichen Kneipe um die Ecke, über den gesunden Imbiss an der Kreuzung bis hin zum gehobenen Ambiente, für das man sich Zeit lässt. Die Berliner Gastronomiebetriebe, -konzepte und –persönlichkeiten, punkten dieses Jahr mit ihrem Abwechslungsreichtum und ihrer Diversität.

„Rentierfleisch am Ku‘damm, erotische Pasta auf der Friedrichstraße, die erste Gourmet-Eckkneipe, No Waste als Leitthema, Ungeheuerliches in Neukölln! Nein, nicht bewahrheitet hat sich die Befürchtung, dass steigende Preise und der Strukturwandel, Berlins kulinarisch kreatives Potential beschränkt hätten. Im Gegenteil: Noch besser, bunter, überraschender, ideenreicher ist das, was stadtweit aktuell geschieht. Dagegen ist die Basis unter Druck geraten: die Meister, Metzger, Bäcker, die einzigartigen Orte sowie auch Kneipiers und Thekenfrauen, die für die bunten Kieze der Stadt stehen. Deshalb standen in diesem Jahr zusätzlich potentielle „Kiezmeister“ zur Wahl. Mit der neuen Kategorie möchte die Jury ein Zeichen setzen“, sagt Dr. Stefan Elfenbein, Vorsitzender der Jury.

Wer setzt sich dieses Jahr bis ins Finale durch? | Foto: Berlin Partner-photothek.de

Wer setzt sich dieses Jahr bis ins Finale durch? | Foto: Berlin Partner-photothek.de

Der Genuss der Wahl bei den Berliner Meisterköchen

Die 20 Besten der 100 Bewerber, die schon mit ihrer Nominierung etwas gewannen, haben wir aufgelistet. Die unabhängige 13-köpfige Jury aus Berlins führenden Food-Journalisten und -Kennern bewertet neben der Qualität der Kochkunst die Originalität der Kreationen, die Präsentation der Speisen, den Service und das Ambiente. Mit der Ehrung der Berliner Meisterköche wird die gehobene Restaurantkultur der Hauptstadt als Aushängeschild der Stadt positioniert. Das Ergebnis der Wahl der „Berliner Meisterköche 2018“ wird am 30. August bei einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Die Ehrung erfolgt im Oktober im Rahmen eines festlichen Gala-Diners im Vollgutlager Berlin.

Die Nominierten dieses Jahres:

Berliner Meisterkoch 2018:

 

Aufsteiger des Jahres 2018:

 

Berliner Gastgeber 2018:

 

Berliner Szenerestaurant 2018:

 

Berliner Kiezmeister 2018:

 

Bei den Nominierungen liegt der Fokus auf Kandidaten, die noch nicht im Rahmen der „Berliner Meisterköche“ ausgezeichnet wurden. (red)

 

Public Viewing in den Gärten der Welt: Die royale Hochzeit sorgt für Fahnen, Flair und Fascinators

Am Samstag lud das Businessnetzwerk für Frauen „Private Divas“ zum Beobachten des international beachteten Hochzeitsglücks des jüngsten royalen Paares ein. Beim Betreten der Location für das Public Viewing der royalen Hochzeit in den Marzahner Gärten der Welt fällt auf: Die Queen ist allseits präsent. Der „The Cottage“ Tea Room auf dem grünen Gelände, setzte auf Landhaus-Flair, Buttergebäck und Gurken-Sandwiches sowie die Eleganz seiner Besucher. Das Publikum verfolgte gebannt jeden Schritt der Braut. Das Ja-Wort von Prinz Harry und Meghan Markle, der zukünftigen Herzogin von Sussex wurde ganz leger auf Liegestühlen unter Sonnenschirmen zelebriert.

Zu ihrer Hochzeit lud das Paar 1.200 Personen aus dem öffentlich Leben zu einem sonnigen Picknick vor der St. George’s Chapel in Windsor ein. Fernsehaufnahmen des ZDF zeigten die Menge, die in Interviews die Modernität und Andersartigkeit des Paares in jeder Hinsicht betonte und unterstützte. Nicht anders fühlte man sich auf den Wiesen des Tea Rooms „The Cottage“ mit einem Earl Grey in der Hand. Catering und detailreiche Gestaltung der Location, versetzten Besucherinnen in die Stimmung einer britischen Teegesellschaft, die auch zum Netzwerken einiges hergab.

Fahnen und Flair in den Gärten der Welt. | Foto: Clara Nack

Fahnen und Flair in den Gärten der Welt. | Foto: Clara Nack

10 Gärten der Welt

Der bevorstehende Karneval der Kulturen, das Mural-Festival und Hausbesetzungen bestimmten anderswo das geschäftige und überfüllte Pfingstwochenende in Berlin. In den Gärten der Welt war es hingegen möglich, in der ruhigen Atmosphäre im Schatten der englischen Hüte und Sonnenschirme abzuschalten. Die überall zu bewundernden Fascinators, luden Gäste mit Sicherheit dazu ein, nach der englischen auch noch die restlichen, in den Gärten vertretenen Kulturen kennenzulernen. Der festliche Kopfschmuck Fascinator, der kleiner als ein Hut in Großbritannien über dem Haar der Damen zu schweben scheint, gilt als echter Hingucker.

Die Eröffnung des Chinesischen Gartens im Jahr 2000 legte den Grundstein für die Weiterentwicklung als Gärten der Welt. Im weiteren Verlauf entstanden neun Themengärten mit internationaler Gartenkunst verschiedener Regionen, Epochen und Kulturkreise. Die Gärten waren 2017 auch Schauplatz der Internationalen Gartenausstellung (IGA) Berlin. In diesem Rahmen entstanden weitere Gartenräume, Kunstwerke und Spielplätze, darunter auch ein zehnter Themengarten – der Englische Landschaftsgarten.

Sonnenschirme im Grünen statt Autos. | Foto: Clara Nack

Erkundungstouren und saisonale Veranstaltungen

Die Oase in Marzahn veranstaltet regelmäßig saisonale und auch kulturell interessante Feste. Dabei werden die Gärten beim Kirschblütenfest in zartes rosa und weiß getaucht oder erleuchten beim Lotuslaternenfest zu Ehren des Buddha. Zum Abschluss der Saison präsentiert sich das Herbstfest noch einmal in bunten Farben. Nicht nur „The Cottage“, die sich zur royalen Hochzeit nicht mehr verwandeln musste, sondern auch das „Steinboot“-Restaurant können gemietet werden. Die einzelnen Standorte in den Gärten der Welt können für Veranstaltungszwecke, eingebettet in das grüne Ambiente, personalisiert werden.

Die 43 Hektar umfassenden Gärten machten das Public Viewing der britischen Hochzeit zu einem angenehmen Start in den Samstag. (cn)

Pop-up Stores mischen das Berliner Gewerbe auf

Pop-up Stores haben nichts mit ungeliebter Werbung am Computer zu tun und es handelt sich dabei auch nicht um Probierhäppchen am Stiel. Vielmehr geht es um ein für Kundschaft und Unternehmen gleichermaßen interessantes Werbe- und Verkaufskonzept – den Laden auf Zeit. In Berlin gewinnen die Stores immer mehr an Bedeutung und mischen das Berliner Gewerbe auf.

Der Standort ist das Experiment

Als Pop-up Store bezeichnet man allgemein ein Geschäft, das auf kurzfristig leerstehenden oder ungenutzten Gewerbeflächen für einen befristeten Zeitraum betrieben wird. Dabei handelt es sich um ein temporäres und zum Teil exklusives Einzelhandelsgeschäft. Der Aufbau kann sehr unterschiedlich gestaltet sein, von einem Lagerverkauf bis zu einer Boutique ist alles möglich.

Kleine Verkaufsflächen an etablierten Standorten ermöglichen es Start-ups und jungen Unternehmen, Ideen, Konzepte und Produkte mehr oder weniger unverbindlich und ohne das Risiko größerer Verluste zu testen. Das lohnt sich auch dann, wenn ein Online-Shop ins Offline-Segment expandieren will. Um das zu erreichen, lässt der neue Trend Werbefachleute kreativ werden und Kunden auf abwechslungsreiche Shoppingtouren gehen.

 

Pop-Up Stores mischen das Gewerbe auf | Foto: Wikimedia Commons/Alexmaresgarcia

Pop-up Stores mischen das Gewerbe auf | Foto: Wikimedia Commons/Alexmaresgarcia

 

Ein Konzept für Unternehmen und Kunden

Unternehmen nutzen dieses Konzept häufig, um zu testen ob sich eine Standortexpansion an einem bestimmten Ort lohnt. Wie entwickelten sich die Verkaufszahlen? Nimmt die Kundschaft den Laden an oder kann sie vielleicht sogar ausgebaut werden? Welche Zielgruppe wird genau bedient? Der „Laden auf Zeit“ beantwortet viele dieser potenziellen Fragen und gibt Erfahrungswerte mit auf den Weg.

Da Pop-up Stores als alternative Werbemaßnahmen oft genug mit Sonderangeboten und Rabatten einhergehen, profitiert die Kundschaft ebenfalls. Durch die teilweise limitierte Ware der Stores, wird eine schnelle und hohe Nachfrage generiert.

Der Pop-up Store als Nische

Der erste Pop-up Store Amerikas wurde 1997 eröffnet, doch in Deutschland kam die Idee erst 2015 richtig an. Das Konzept funktioniert jedoch nicht für jede Branche gleichermaßen. So sind die meisten Stores dieser Art in der Gastronomie und Modeindustrie in Betrieb. Ein bekanntes Beispiel für ein Pop-up Store in Deutschland ist die Bekleidungshauskette Peek & Cloppenburg. Das Konzept des Unternehmens fokussierte sich Anfang des Jahres auf Produkte, die in anderen Geschäften selten zu finden waren. Hierbei stellte man neue Marken und Kollektionen-Highlights vor, die auf aktuelle Themen abgestimmt waren. Peek & Cloppenburg verbindet nicht nur die Eigenmarke mit dem Vertrieb von weiteren international etablierten Marken, sondern auch traditionelle Standorte mit Online-Shopping. Nach der Eröffnung des ersten Hauses in Düsseldorf, wurde eine weitere Filiale 1901 in Berlin eingeweiht. Inzwischen ist das Unternehmen in Berlin acht Geschäftsstellen stark und setzt sich außerdem für faire Produktionsstandards sowie sozialverträgliches Handeln ein. Im Online-Magazin können sich Kunden über aktuelle Trends informieren und Inspirationen für die eigene Sommermode schöpfen.

 

Experiment Standort - die Hackeschen Höfe Berlin | Foto: pixabay.com

Pop-up Store Experiment Standort – die Hackeschen Höfe Berlin | Foto: pixabay.com

 

Zur Fashion Week  wird der Naturkosmetikhersteller Lavera in der Mall of Berlin für neun Tage einen Store eröffnen. Dieser lockt mit herkömmlichen Produkten der Marke, sowie einem Labor, in dem der Kunde eigene Duschgels und Lippenstifte kreieren kann. Auch die zentral gelegenen Hackeschen Höfe bieten immer wieder Abwechslung durch temporäre Verkaufsexperimente. Aktuell hat Dr. Bronner’s dort einen Store eröffnet, in dem tierversuchsfreie Körperpflegeprodukte zu finden sind. (ta)

Asia-Pacific Week 2018: Berlin auf dem Digitalisierungskurs

Fernost ist zukünftig Berlins wichtigster Wirtschaftskooperationspartner, das ist das Fazit der 13. Asia-Pacific Week (APW). Am 23. April 2018 eröffnete Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, die APW in der European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin. Eröffnungsreden hielten Größen der Digital-Szene, darunter Cedrik Neike (Siemens-Vorstand für Asien und Energie), Clas Neumann (Head of Global SAP Labs) sowie Dr. Pun-Arj Chairatana (Director, National Innovation Agency Thailand). Die Asia-Pacific Week sei ein idealer Ort, um über große Zukunftsfragen zu diskutieren, so die Grußworte des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier.

Highlights der Asia-Pacific Week

Asien gilt als Vorreiter in der Digitalisierung der Öffentlichkeit, das zeigt sich besonders auf den APW- Digitalisierungskonferenzen. Teilnehmer diskutierten dort beispielsweise über Themen wie Gesundheit, Sicherheit, E-Government, Mobilität, Energie und Klimaschutz. Premiere feierte auch die erste FinTech Summit AsiaBerlin mit zahlreichen Experten aus China und Indien. Neu war zudem ein mehrtägiges Programm für Investoren aus Asien. Viele VC’s und Business Angel’s aus Fernost besuchten die deutsche Hauptstadt zum ersten Mal und gewannen Einblick in Berlins lebendiges Start-up-Ökosystem.

Wichtiger Programmpunkt der Asia-Pacific Week war auch in diesem Jahr die „Connecting Startup Cities“ (CSC) als führende Plattform für den deutsch-asiatischen Dialog.  Sie ermöglichte den Besuchern den Wissensaustausch sowie Networking- und Matchmakingevents für Start-ups und Unternehmen. Darüber hinaus setzten sich in spannenden Panels nationale und internationale Digital-Experten wie Tilman Au (CO-CEO der Digital Value Excellence GmbH), Eva Xiao (Tech-Journalistin aus China) und Sissel Hansen (Gründerin und CEO von Start-up Guide) mit aktuellen Streitfragen rund um die Digitalisierung und Technik auseinander.

Technischer Journalismus steht aktuell in der Kritik

Übereinstimmung herrschte im Panel „How Tech Journalism Frames Innovation“ über folgendes: Niemand ist mit dem derzeitigen Tech-Journalismus zufrieden. Der Hype, den die Berichterstattung über Technik gerade erfährt, ist gefährlich. Nachrichten erscheinen in kürzester Zeit im Newsfeed, aber Schnelligkeit bedeutet nicht automatisch bessere Qualität. „Journalisten konzentrieren sich vermehrt auf das Produkt und vergessen die Geschichte der Entrepreneure“, warf die Sissel Hansen, ein. Natürlich sei der Skandal um Facebook einer der Hauptauslöser gewesen, den technischen und allgemein digitalen Journalismus zu hinterfragen.

 

Digital-Experte Tilman Au (Co CEO diva-e) äußert sich zum Technikjournalismus auf der Asia-Pacific Week 2018 l Foto BERLINboxx

Digital-Experte Tilman Au (Co-CEO diva-e) äußert sich zum Technikjournalismus auf der Asia-Pacific Week 2018 l Foto: BERLINboxx

 

Digital-Experte Au sah das ähnlich und gab zu bedenken, dass Fake-News auch in dieser Branche eine Gefahr darstellen. Mit der Digital Value Excellence GmbH (diva-e) entwickelte er schon erfolgreiche Konzepte und Strategien zur Digitalen Transformation für namhafte Unternehmen (z.B. Deutsche Postbank AG, HypoVereinsbank etc.). Daher kennt er sich mit den Neuerungen der Digitalisierung und auch der deutschen Skepsis gegenüber technologischen Entwicklungen aus. Au äußerte den Wunsch, den übrigens seine Panel Kollegen teilten, nach mehr Start-up-Kooperationen, aber auch einem besseren journalistischen Netzwerk. Gemeinsam könne so mehr Transparenz und Objektivität in die Tech-Berichterstattung erreicht werden.

Start-up-Kooperationen mit Asien werden vertieft

Asien ist für Berlin wichtig und liegt mit seinen Technologien im Trend. „Die Zusammenarbeit mit Start-up und Digitalisierungsagenturen in Indien, China und den ASEAN-Staaten bietet eine sinnvolle und nachhaltige Struktur zur Verknüpfung mit den Start-up-Ökosystemen in Asien. Ich freue mich, dass uns mit dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten German Accelerator in Singapur ein strategischer Partner in der Region zur Seite steht. So konnten wir ihn als bundesdeutschen Partner für unsere Kooperationsvereinbarungen mit Indonesien, Thailand und Malaysia gewinnen, die in diesen Wochen unterschrieben werden“, erklärte Senatorin Pop den aktuellen Stand der Wirtschaftsbeziehung mit Asien. Bereits Anfang dieses Jahres besuchte sie Senatorin China und nahm an der Einweihung der neuen Wirtschaftsrepräsentanz in Berlins Partnerstadt Peking teil. (lj)

„Dein erster Tag“ ermöglicht Berufsorientierung mit VR-Brillen

Virtual-Reality-Brillen werden ab sofort nicht nur in Unternehmen oder der Unterhaltungsindustrie verwendet, sondern auch in den Schulen zur Berufsorientierung eingesetzt. Auf dem Berufspraxistag des Gabriele-von-Bülow-Gymnasiums am 3. April in Tegel konnten die Schüler virtuelle Ausbildungsberufe und Ausbildungsarbeitsplätze für sich entdecken.

Kooperationsprojekt zur Berufsorientierung

Das Vorzeigeprojekt „Dein erster Tag“, initiiert vom Sozialunternehmen SchulePLUS, verwandelte den Praxistag des Tegler Gymnasiums zu einem Highlight für die Schüler. Kostenlos können Schulen oder Unternehmen über Projektwebsite VR-Brillen ausleihen und diese nutzen, um den Schülern einen Einblick in den Berufsalltag zu gewähren. Das Projekt kooperiert mit den jeweiligen vorgestellten Unternehmen. Gemeinsam produzieren sie die Videos, die dann über die VR-Brillen abgespielt werden können. Zurzeit gibt es 16 Videos, 23 weitere sind in Arbeit. Wichtig ist dem Sozialunternehmen die pädagogische Ausrichtung der Videos, sodass den Schülern berufliche Orientierungshilfen angeboten werden.

Mit der VR-Brille Eindrücke gewinnen

Das Prinzip funktioniert sehr einfach: Die Schüler suchen sich einen Beruf aus, der sie interessiert, beispielsweise Polizist, Hotelfachfrau oder Pflegefachkraft, und dann brauchen sie nur noch die VR-Brille aufsetzen. In den Videos wird erklärt, wie die Tätigkeiten in dem Ausbildungsbetrieb aussehen. Der Schüler begleitet über die VR-Brille einen Azubi des Betriebs durch den Ausbildungsarbeitsplatz. So können sie in der virtuellen 360°-Welt einen Eindruck vom ersten Arbeitstag eines Azubis gewinnen. Viele Schüler zeigten sich begeistert darüber, die neue Technik auf diese Weise zur Berufsorientierung nutzen zu können.

VR als Ergänzung zu den Betriebsbesuchen

„So sollen die Schüler einen konkreten Eindruck davon bekommen, wie ein potenzieller Arbeitsplatz aussieht“, so die Geschäftsführerin bei „Schule Plus“, Jasmin Bildik. Allerdings ersetzen die VR-Brillen nicht die Betriebsbesuche der Schüler, sie dienen lediglich als Ergänzung. In vielen Berufsfeldern ist es sehr schwierig durch verschiedene Sicherheitsvorkehrungen Besichtigungen durchzuführen. Beispielsweise Lackierwerkstätten wären ohne VR-Brille aus Sicherheitsgründen für Betriebsbesuche gar nicht geöffnet. Außerdem schaffen Lehrer mit ihren Klassen an einem Tag maximal drei bis vier Betriebe zu besuchen. Im Vergleich dazu können die Schüler mit der VR-Technik bis zu 40 Berufe kennenlernen. (red)

„Wenn ich groß bin werde ich Feuerwehrfrau“-Berlin lädt zum Girls‘ Day ein

Pilot, Metallbauer oder Informatiker sind ausschließlich Männerberufe? Von wegen! Um den Klischees der Geschlechterrollen entgegenzuwirken, findet am 26. April 2018 der Berufsorientierungstag für Mädchen statt. Das Berliner Aktionsbündnis Girls‘ Day und die Gleichstellungssenatorin Dilek Kolat (SPD) rufen gemeinsam zum diesjährigen Girls‘ Day auf.

Der Mädchentag in Berlin erfreut sich an zunehmender Beliebtheit. Circa ein Zehntel der Schülerinnen ab der fünften Klasse nehmen an dem Berufsorientierungstag teil. Viele der Veranstaltungen sind bereits ausgebucht. Die rund 7.000 Schülerinnen erkunden vor allem Berufe, die für sie wenig verständlich sind, wie zum Beispiel Handwerks-und Technikberufe.

Girls’ Day sorgt für mehr Frauen in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen

Über 300 Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen stehen den Schülerinnen für ein erstes Kennenlernen zur Verfügung. Die Mädchen haben auf dem Berufsorientierungstag die Chance, sich einen ersten Eindruck über das Arbeitsleben zu verschaffen und ihr Berufswahlspektrum zu erweitern. Das soll vor allem geschehen, indem sie einen Einblick in frauenuntypische Berufe erlangen.

Die Berliner Senatorin für Gleichstellung Dilek Kolat, äußert sich mit großer Begeisterung über den Girls‘ Day: „Am Berliner Girls‘ Day sammeln etwa 7.000 Schülerinnen in Betrieben und Hochschulen praktische Erfahrungen in Technik, Handwerk und Naturwissenschaften, in Leitungsposition oder als Existenzgründerin.“

Beteiligung am Girls‘ Day sorgt für Erfolg in den Unternehmen

Der Girls’ Day ist nicht nur eine große Hilfestellung bei der Berufswahl der Mädchen, er sorgt auch für ein steigendes Interesse an den beteiligten Unternehmen. 33% der Unternehmen erhalten von den ehemaligen Teilnehmerinnen Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz.

Wie erfolgreich der Girls’ Day für die Gewinnung der Mädchen für sonst eher männerdominierte Berufsfelder ist, zeigen auch die Zahlen. Mit 15,3% hat Berlin bundesweit die meisten weiblichen Auszubildenden in technischen Berufen. „Das müssen wir steigern. Ich rufe alle Schulen. Unternehmen und Universitäten auf, sich am Girls‘ Day 2018 zu beteiligen“, so Kolat.

 Der Girls’ Day hat nicht nur den Zweck einen allgemeinen Eindruck über das Berufsleben zu vermitteln, sondern vielmehr dafür zu sorgen, dass sich die Mädchen mit frauenuntypischen Berufen vertraut machen, um alten Klischees entgegenzuwirken. Umgekehrt gilt selbiges für Jungs, die parallel dazu am Boys‘ Day einen Blick in männeruntypische Berufe werfen dürfen. (ls)