oBike aus Singapur startet mit Leihfahrrad-Angebot in Berlin

Das Internet- und Technologieunternehmen oBike startete gestern mit seinem stationslosen Leihfahrrad-Angebot in Berlin und Hannover. In beiden Städten stellte das Unternehmen jeweils um die 500 Räder ohne feste Stationen bereit. Der Verleih funktioniert via Smartphone-App. 2016 wurde das Unternehmen in Singapur gegründet und ist derzeit der größte Bike-Sharing-Anbieter in Südostasien.

Das oBike kann man jetzt in Berlin und Hannover mieten| Foto: oBike

„Uns geht es darum, die Mobilität in der Stadt zu gewährleisten. Da Hannover bis jetzt keinen Bike-Sharing-Anbieter hat, freuen wir uns, den Bewohnern und Bewohnerinnen in der Innenstadt mit unseren rund 500 Fahrrädern eine Alternative zum Auto bieten zu können“, so Marco Piu, General Manager für die deutsche Niederlassung von oBike.

Leihfahrrad-Angebot via App

Nach einer kurzen einmaligen Registrierung durch die App stehen den Nutzern die silber-gelben Leihfahrräder zur Verfügung. Die Entsperrung erfolgt ganz einfach durch das Scannen eines QR-Codes. Der Vorteil für Kunden ist, dass der Leihservice ohne feste Stationen funktioniert. In einem festgelegten Bereich werden die Fahrräder dann ausgeliehen und abgestellt. Mittels Geo-fencing ist sichergestellt, dass die Räder ordnungsgemäß abgestellt werden. So versperren sie keine Einfahrten und Gehwege.

In Berlin beschränkt sich das Angebot von oBike zunächst auf die Bezirke Mitte und Charlottenburg. Dort stehen jeweils 344 Räder zur Ausleihe zur Verfügung. „Dadurch wollen wir ermitteln, wie stark die Nachfrage ist, bevor wir unser Angebot auf weitere Bezirke ausweiten, zumal es in Berlin bereits einige Bike-Sharing-Anbieter gibt und es zudem auf den Winter zugeht“, erklärt Piu. Für die Hauptstadt ist das südostasiatische Unternehmen bereits der dritte Anbieter, der sich in diesem Jahr etablieren möchte. Bereits Anfang dieses Jahres startete das Thüringer Unternehmen nextbike mit seinem Verleih. Auch der Discounter Lidl bietet seit diesem März ein eigenes Fahrradverleihsystem an.

Weitere Expansion ist geplant

Für die Nutzungsdauer Fahrräder berechnet oBike  1 Euro je 30 Minuten. Außerdem gewährleistet das Unternehmen, dass die Fahrräder stetig einwandfrei funktionstüchtig und gleichmäßig im Stadtgebiet verteilt sind. Dazu hat oBike in Berlin mit dem Logistikunternehmen ARWE eine Kooperation geschlossen. ARWE ist unter anderem auch für den Carsharing-Anbieter DriveNow tätig.

Nach Berlin, Hannover, Frankfurt und München ist die Expansion in weitere deutsche Städte geplant. Zudem geht oBike noch in diesem Jahr in weiteren europäischen Städten an den Start: Unter anderem in Prag, Athen, Vantaa, Budapest, Turin, Oslo, Warschau, Lissabon und Stockholm.

Innovationspreis der degewo: „Smart Up the City 2017“

Heute findet das große Finale des ersten „degewo Innovationspreises: Smart Up the City 2017“ statt. Am Abend wird dem Gewinner feierlich sein Preis verliehen. Er wird für anwendbare, digitale Technologien, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle rund um die Themen Immobilienmanagement, Energieversorgung, Gebäudeautomation, Mobilität und Kommunikation vergeben. Insgesamt haben sich 74 Bewerber aus Deutschland, den USA, Kenia, Italien, Dänemark und dem indischen Silicon Valley, Bangalore, für den Wettbewerb angemeldet.

Die Finalisten stehen fest

Für die heutige Preisverleihung stehen die fünf Finalisten bereits fest. Dem Sieger winkt für sein Projekt ein Preisgeld von 3.000 Euro. Zu den fünf Finalisten gehören: Die Berliner Plattform Doozer für professionelles Modernisierungsmanagement, die Brandenburger Online-Wohnungsvermittlung  Housyder Online-Schlüsselbestelldienst MyKeys24, das Berliner Technologieunternehmen Metr und dem Technologieunternehmen Lift Technology aus Hannover.

Innovationspreis „Smart Up the city“

Die degewo ist eines der führenden Wohnungsbauunternehmen in Berlin und fördert auch Stadtentwicklungsprojekte. In dem Wettbewerb suchte die Wohnungsbaugesellschaft gezielt nach innovativen, digitalen sowie technischen Lösungen und Dienstleistungen für ihre Wohnungsimmobilien. GründerInnen und Startups im Bereich Smart Building, Smart City oder PropTech konnten sich bis zum 11. August unter bewerben. Dieses Jahr vergibt sie zum ersten Mal den „degewo Innovationspreis Smart Up the City 2017“.  (red)

Axel Springer hy GmbH: „Wir können technologische Vorreiter werden“

In diesem Jahr baute die Axel Springer SE ihr Angebot digitaler Dienstleistungen weiter aus. Mit der Gründung der Axel Springer hy GmbH sollen interessierte Kunden künftig noch umfassender bei ihrer digitalen Transformation unterstützt werden. Die BERLINboxx hat mit CEO Lars Zimmermann über die disruptiven Herausforderungen unserer Hauptstadt gesprochen.

Wie die Axel Springer hy GmbH Deutschland digital transformiert

Dass Deutschland an der Speerspitze der Technologien stehen kann, daran glaubt Lars Zimmermann | Foto: Boaz Arad

Herr Zimmermann, gibt es Unternehmen, die für Sie vorbildhaft sind, z. B. aus dem Digitalisierungs-Mekka Silicon Valley?

Wir sollten eher weniger auf das Silicon Valley schauen, weil es ganz eigene Voraussetzungen für seine Entstehung hatte und von Grund auf neu aufgebaut wurde. Natürlich gibt es dort technologische „Big Player“, die sehr vieles richtig machen, aber wir müssen uns auch an gestandenen Unternehmen orientieren und nicht nur an Startups. Ein gestandenes Unternehmen, das sich verändern muss, hat natürlich ganz andere Herausforderungen als ein Start-up.

Warum hinkt Deutschland in Sachen Digitalisierung immer noch hinterher? Was haben uns andere Länder voraus?

Deutschland hinkt definitiv nicht hinterher. Dies wird zwar immer behauptet, aber wir sehen das ganz klar anders. Deutschland hat länger gebraucht als andere, aber die Analysephase ist nun abgeschlossen. Wir unterstützen globale Unternehmen und große Mittelständler bei der digitalen Transformation und wenn man sich Unternehmen wie Axel Springer oder Viessmann anschaut, so kann man sagen, dass sich viele etablierte Unternehmen auf den richtigen Weg gemacht haben – mit viel Klarheit, einer neuen Führungsstruktur und vor allem: sehr viel Entschlossenheit. Das Vorhaben ist riesig und gemessen an den Aufgaben sind wir zwar noch etwas langsam und nicht ambitioniert genug, aber auch nicht weniger digitalisiert als amerikanische, britische oder französische Unternehmen. Im Gegenteil: Wir arbeiten mit Unternehmen aus Japan oder Dänemark zusammen, die sich zunehmend deutsche Konzerne zum Vorbild nehmen.

Städtevergleich: Wo liegen Berlins Stärken und Schwächen im Vergleich zu anderen deutschen Städten?

Berlin hat eindeutig den Vorteil, dass es ein globaler Talentmagnet ist. Viele Gründer oder Programmierer kommen nach Berlin, um hier zu arbeiten. Allgemein mangelt es ja an Fachkräften, aber das kann man in Berlin nicht behaupten. Berlin ist auch verhältnismäßig gesehen eine immer noch sehr preiswerte Stadt, was die Wohn- und Lebenshaltungskosten betrifft. Aber auch die Nähe zur deutschen Industrie ist ein weiterer Vorteil. Vor allem Start-ups, die sich in der sogenannten „Industrie 4.0“ engagieren, brauchen natürlich Kooperationspartner aus der Industrie – damit kann Berlin als deutsche Hauptstadt in jedem Fall dienen. Einer der Nachteile ist, dass Deutschland insgesamt zu geringe Ambitionen hat, wirklich an der Speerspitze digitaler Technologien zu stehen und neue Geschäftsmodelle drum herum zu entwickeln. Ein weiterer Nachteil ist, dass Berlin als Stadt selbst das Thema Digitalisierung überhaupt nicht beachtet. Wenn Sie die Berliner Stadtverwaltung mit der in Kopenhagen oder Toronto vergleichen, so kann man sagen, dass die Stadtverwaltungen dort deutlich unterstützender sind, wenn es darum geht, die Stadt in einen Technologie-Hub zu verwandeln.

Welche Rolle spielt die Politik, wenn es um das Thema Digitalisierung geht? Was wünschen Sie sich von unseren Politikern im Jahr 2018?

Berlin wäre zum Beispiel stark damit geholfen, wenn wir eine echte Technologie-Uni von Weltruf hätten. Die haben wir nicht. Warum in Berlin keine Bundesuniversität von Weltruf aufbauen,
sodass die besten Studierenden aus aller Welt überlegen, ob sie nach Stanford, ans MIT oder eben Berlin gehen?! Ein weiteres Thema ist Fläche. Berlin hat natürlich ein sehr großes Problem bezüglich der Wohnraum- und Großflächennutzung, was sich im Jahr 2018 definitiv ändern muss. Und die Berliner Verwaltung hat es nötig, innovativer zu werden. (red)

Gesetzliche Krankenkasse BARMER startet „Digital Health Wettbewerb“

Start-ups, Gründer und junge Unternehmen können noch bis zum 22. Januar 2018 am „Digital Health Wettbewerb“ der BARMER teilnehmen. Gesucht werden digitale Lösungen zur nachhaltigen Gesundheitsförderung. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Themen gesunde Ernährung, Bewegungsförderung, Suchtprävention oder die Förderung der Gesundheitskompetenz im Vordergrund stehen. Mit digitalen und innovativen Ansätzen möchte die BARMER die Nutzer zukünftig dort ansprechen, wo sie leben und sich aufhalten.

Die gesetzliche Krankenkasse sucht die beste App in der Prävention

„Die Digitalisierung hat das Potenzial, das Gesundheitswesen nicht nur weiter zu entwickeln, sondern zu revolutionieren. Beim Thema Prävention sehen wir einen wachsenden Bedarf. Wir erhoffen uns daher viele kluge und spannende Lösungen der Wettbewerbsteilnehmer, die die Prävention im Alltag deutlich erleichtern“, so Dr. Mani Rafii, der BARMER-Vorstandsmitglied und Schirmherr des Wettbewerbs.

BARMER begleitet die besten Lösungen auf dem Weg zur Marktreife

Noch ist der Gesundheitsmarkt für Außenstehende sehr undurchsichtig. Das liegt mitunter an den vielen Hürden und gesetzlichen Auflagen. Das Ziel der BARMER ist es, die Gewinner fit für die gesetzliche Krankenversicherung zu machen.

„Eine interne BARMER-Jury wird zunächst nach dem Einsendeschluss alle Bewerbungen bewerten und entscheiden, welche acht Vorschläge zur Vorstellung eingeladen werden. Unter diesen acht wird die Jury die drei Gewinner ermitteln“, sagt Rafii.

Die Gewinner werden dann mit ihren digitalen Lösungsstrategien auf dem komplizierten Weg in den Gesundheitsmarkt begleitet. Dazu gehören ein strukturierter Austausch und ein Coaching mit den BARMER-Experten zur Umsetzungs- und Entwicklungsmöglichkeit der Produkte. (red)

Laughing Hearts Gala: Unternehmer spenden 1.350.000 EUR für Heimkinder

Auf der Bühne des Hyatt am Potsdamer Platz der britische Superstar Marlon Roudette mit dem Welthit „When the Beat Drops out“, unter den Gästen Laughing Hearts-Schirmherrin Gesundheitssenatorin Dilek Kolat, Berliner Sparkasse-Vorstandsmitglied Tanja Müller-Ziegler, der Immobilienunternehmer Christoph Gröner, Boxweltmeister Arthur Abraham, AG-City-Chef Klaus-Jürgen Meyer, Stararchitekt Prof. Stephan Braunfels, BERLINboxx-Verlegerin Dr. Angela Wiechula, Laughing Hearts-Vorstandsvorsitzender Dr. Nidal Al Saadi. Die Gewinner des Gala-Spenden-Dinners waren eindeutig die 2000 Heimkinder, die seit fast 10 Jahren von Laughing-Hearts gefördert werden. Am Ende dieses in jeder Beziehung außergewöhnlichen Abends spendeten die großherzigen Unternehmer 1.350.000 EUR für den guten Zweck.

Christoph-Gröner, Arthur-Abraham und Dr. Nidal-Al-Saadi (v.l.n.r.) machen sich für Kinder stark | Foto: Marius Schwarz

Dilek Kolat, Christoph Gröner und Nidal Al-Saadi gelingt ein Spendenrekord

1.350.000 EUR Spendenaufkommen an einem Abend ist eine absolute Rekordsumme. Im Vergleich: Die Operngala für die Deutsche Aids Stiftung in der Deutschen Oper erzielte in diesem Jahr mit Großspenden von Konzernen eine Summe von 500.000 EUR.

Was die mittelständischen Unternehmer, die den gemeinnützigen Verein Laughing Hearts 2009 gegründet haben, erreicht haben, verdient eine besondere Auszeichnung und Wertschätzung.

Alle Vereinsmitglieder engagieren sich nicht nur finanziell sondern auch ganz persönlich.

Top-Sponsor Christoph Gröner mit seiner Ehefrau Anja Gröner | Foto: Marius Schwarz

Unermüdlich im Einsatz auch Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender des größten deutschen Projektentwicklers CG Gruppe, der sich mit Überzeugungskraft und persönlichem Engagement für die soziale Gleichstellung und Chancengleichheit von Heimkindern in unserer Gesellschaft einsetzt. Schirmherrin Senatorin Dilek Kolat zeigte sich beeindruckt von der Spendenfreundlichkeit der Gäste: „Für mich stehen die Perspektiven, die mit dieser Initiative für Kinder geschaffen werden, im Fokus und es ist mir ein besonderes Anliegen, es den Kindern mit schönen Erlebnissen zu erlauben, den oft schwierigen Alltag für kurze Zeit zu vergessen“.

Insgesamt sind in Deutschland etwa 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von Armut betroffen – in Berlin fast jedes dritte Kind. Dieser soziale Missstand stellt ein ernstzunehmendes Problem in der Hauptstadt dar. Häufig fehlt es in den betreuenden Einrichtungen an Geld für ärztliche Zusatzbehandlungen, Nachhilfe und Beiträge für Sportvereine oder Musikunterricht. Geringere Bildungschancen, Ausgrenzung oder Schwierigkeiten bei der Ausbildungssuche sind häufig die Folge.

Engagement für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche

Um dem Missstand der sozialen Benachteiligung bei Kindern und Jugendlichen zu begegnen, gründeten Berliner Unternehmer im Mai 2009 den gemeinnützigen Verein Laughing Hearts e. V. Ziel des Vereins ist es, das Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen so früh wie möglich zu stärken, sie aktiv in ihr gesellschaftliches Umfeld zu integrieren und ihnen durch Aufzeigen von sozialen wie beruflichen Perspektiven einen gleichberechtigten Werdegang zu ermöglichen. In enger Zusammenarbeit mit Berliner Heimen, Betreuern und vielen Partnern werden derzeit 22 Kinderheime in Berlin mit ca. 2.200 Kindern und Jugendlichen betreut.

Sozialen Einrichtungen steht für die Freizeitgestaltung eines Kindes pro Jahr meist nur ein knappes Budget zur Verfügung. Laughing Hearts-Präsident, der Internist Dr. Nidal Al-Saadi: „Das Anliegen von Laughing Hearts ist es, Heimkinder in individuellen Belangen zu unterstützen, die über die generelle Grundversorgung hinausgehen. Den Kindern soll, ihren Wünschen entsprechend, die Integration in bestehende, einrichtungsexterne Freizeit- und Bildungsangebote ermöglicht werden. Die individuelle Förderung erfolgt im Rahmen des Leistungskataloges, der die vier wesentlichen Themenbereiche Sport, Bildung, Gesundheit und Freizeit umfasst“. Ohne Zweifel war die 9. Laughing Hearts-Gala wieder ein Lichtblick für bürgerschaftliches Engagement. (FS)

 

 

 

 

 

 

Legal Tech – der neue Hype im Rechtsmarkt?

Juristen sind bekanntlich eher konservativ und finden sich folglich auch bei der Nutzung digitaler Hilfsmittel nicht an vorderster Front. Nun aber hat der Trend zu Digitalisierung und künstlicher Intelligenz auch den Rechtsberatungsmarkt erfasst. Unter dem Label Legal Tech sind künftige Einsatzmöglichkeiten dieser Technologien jetzt auch Thema des Deutschen Anwaltstages. Was also ist auf diesem Gebiet in Zukunft zu erwarten?

Schon jetzt gibt es die automatisierte Bearbeitung von Massenverfahren, zum Beispiel bei Strafzetteln oder der Wahrnehmung von Fluggastrechten: Der Anwalt bietet eine Online-Eingabemaske an, mit der die relevanten Daten und Angaben abgefragt werden. Der Computer wirft dann einen passenden Schriftsatz aus, der nur noch unterschrieben werden muss. Experimentiert wird dabei auch mit „Chatbots“, automatisierten Frage-Antwort-Dialogen mit Spracheingabe, die gleich eine rechtliche Würdigung abgeben. Einen anderen Ansatz verfolgen „smarte“ Verträge, die vom Computer aus fertigen Bausteinen zusammengestellt werden und programmierte Module enthalten, die die Vertragsabwicklung steuern, unter anderem durch Überwachung von Fristen, Auslösen von Zahlungen und Freigaben.

Legal Tech bleibt auch zukünftig nur ein Hilfsmittel

Reine Zukunftsmusik ist dagegen noch die KI-basierte Auswertung von Rechtstexten und Gerichtsentscheidungen, etwa um das Entscheidungsverhalten und die Vorlieben eines bestimmten Richters vorhersagen zu können. Schon jetzt Realität und zunehmend verbreitet ist der elektronische Rechtsverkehr: Die Papierakte wird in vielen Kanzleien, Behörden und Gerichten mehr und mehr durch ausschließlich elektronische Verfahren abgelöst. Kehrseite all dieser Technologien sind ständig wachsende Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit – nicht nur für Anwälte und Behörden, sondern auch für Privatpersonen und Unternehmen. Gerade für Letztere besteht schon jetzt erheblicher Beratungsbedarf nicht nur in technischer, sondern auch in rechtlicher Sicht. Trotz allem: Die Beratung in komplexen Rechtsfällen wird auch künftig nicht von Computerprogrammen geleistet werden können, die Anwälten und Mandanten gleichwohl wertvolle Hilfestellung geben können.

von Rechtsanwalt Dr. Bertrand Malmendier

 

Airlines im Test: Deutscher Klimaschutz liegt in der Luft

Die Klimaschutzorganisation Atmosfair veröffentlichte einen Airline-Index, indem die 200 größten Fluggesellschaften der Welt auf ihre Effizienz bei der Vermeidung von Treibhausgas-Emissionen untersucht wurden. Der Airline-Index basiert auf dem Kohlenstoffdioxid-Ausstoß einer Fluggesellschaft pro Kilometer und Passagier aller geflogenen Strecken. Gerechnet wurde mit Daten aus dem Jahr 2015 wie dem Flugzeugtyp, dem Triebwerk, die Verwendung aerodynamischer Flügelspitzen, die Sitz- und Frachtkapazität und die jeweilige Auslastung auf jedem Flug.

Airline Tuifly auf den vorderen Plätzen im Klimaschutztest

Anhand der Daten teilte Atmosfair alle Fluggesellschaften in Effizienzklassen ein. Erschreckend ist, dass keine der Airlines der Klasse A zugeordnet werden konnte. In Klasse B allerdings befinden sich die britische Fluggesellschaft Tui Airways, die deutsche Tochtergesellschaft Tuifly und West Air aus China. Leider setzen nur wenige Airlines hocheffiziente Maschinen für den Luftverkehr  ein. Die Lufthansa Group schaffte es mit ihrer Airline lediglich in Klasse D und belegt damit im internationalen Ranking nur Platz 65.

Lufthansa ist noch nicht effizient genug

Ein Atmosfair Experte sagt dazu: „Lufthansa bestuhlt die Flotte insgesamt leicht unterdurchschnittlich und nutzt damit ihr Effizienzpotenzial nicht voll aus.“
Dabei setzt sich die Lufthansa Group seit geraumer Zeit für den Klimaschutz ein. Sie kooperiert beispielsweise seit geraumer Zeit mit der Schweizer Non-Profit-Organisation myclimate. Jeder Passagier kann über einen CO2-Rechner seine Emissionen gezielt berechnen und für die Einsparung der Emissionen seines Fluges spenden.

Auch ihre vier Klimaschutzsäulen sind eine tolle Vorkehrung, aber überzeugen noch nicht im weltweiten Vergleich. Das liegt mitunter daran, dass die Klimaschutzziele bis 2020 angedacht sind. Die vier Säulen umfassen die Förderung des technischen Fortschritts, verbesserte Infrastruktur, operative Maßnahmen und ökonomische Instrumente. Bis 2020 hat sich die Lufthansa vorgenommen gegenüber dem Jahr 2006 ihren CO2-Ausstoß pro geflogenem Kilometer um 25 Prozent zu senken. Somit soll das IATA Treibstoffeffizienzziel unterstützt werden.

„Die Städte sind weltweit für mehr als 70 Prozent der Emissionen von Treibhausgasen verantwortlich. Berlin soll Modellstadt für erfolgreichen urbanen Klimaschutz werden und über die Stadtgrenzen hinaus Impulse setzen. Klimaneutralität bis 2050 ist für Berlin ein notwendiges und machbares Ziel. Jetzt haben wir die Maßnahmen verabschiedet, wie umgesteuert werden soll“, ließ Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, im Juni diesen Jahres verlauten. Ob die Maßnahmen auch beinhalten, die Lufthansa mit ihren vielen von Air Berlin übernommenen Verbindungen dazu zu verpflichten, ihre Effizienzklasse zu verbessern, bleibt allerdings offen. (red)

Vorstand der AG City gewählt: Klaus-Jürgen Meier erneut Vorstandsvorsitzender

Die AG City hat im Rahmen der Mitgliederversammlung am 9. November 2017 ihre Vorstandsmitglieder gewählt. Der neue Vorstand bestimmte anschließend einstimmig Klaus-Jürgen Meier zum Vorstandsvorsitzenden. Meier ist bereits seit 2005 Vorstandsmitglied und übernahm erstmalig im Jahr 2007 die Funktion des Vorstandsvorsitzenden.

Meier kommentierte seine Wahl zufrieden: „Ich bedanke mich, auch im Namen meiner Vorstandskollegen, bei den Mitgliedern für die Wahl zum Vorstand der AG City und für das somit entgegengebrachte Vertrauen in unsere ehrenamtliche Arbeit. Die AG City hat sich mit über 500 Mitgliedern zu einem lebendigen Netzwerk entwickelt. Insbesondere im Bereich Stadtgestaltung nimmt die AG City großen Einfluss und verfolgt das große Ziel, die Aufenthaltsqualität in der City West zu erhöhen und den Kurfürstendamm als internationalen Shopping-Boulevard weiter zu etablieren. Mit der Installierung eines Business Improvement District (BID) zwischen Wittenbergplatz und Uhlandstraße durch die AG City wurde dafür ein weiterer Grundstein gelegt. Gemeinsam wird der Vorstand die nächsten zwei Jahre an unseren Visionen arbeiten und diese weiterentwickeln.“

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft City haben den Vorstand, der aus insgesamt neun Personen besteht, für die Dauer von zwei Jahren gewählt.

Über die AG City

Die AG City ist die mitgliederstärkste und traditionsreichste Interessenvertretung im westlichen Zentrum Berlins. Unter ihrem Dach vereinigen sich unter anderem Industriefirmen, Hotels, exklusive und kreative Geschäfte, Theater und Restaurants, Ärzte, Rechtsanwälte, Immobilien- und Dienstleistungsunternehmen, Einzelpersonen sowie auch der Zoologische Garten und die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.

Seit 1976 vertritt der Verein die Interessen seiner Mitglieder in Politik, Behörden, Verbänden, Kammern und Medien. Im Fokus seiner Arbeit stehen die Stärkung des Einzelhandels am Standort, die Entwicklung der Berliner City West zum urbanen, pulsierenden Zentrum und die Belebung der historisch-kulturellen Bedeutung des Kurfürstendamms.

Digitale Wende: Ostdeutsche Bundesländer und Berlin wollen aufholen

Die Digitalisierung ist für die ostdeutschen Bundesländer und Berlin die Chance, um die hinsichtlich der Wirtschaftskraft und der Lebensverhältnisse bestehende Kluft zwischen alten und neuen Bundesländern spürbar zu verringern. Dazu trafen sich am vergangenen Donnerstag und Freitag die Spitzenpolitiker der ostdeutschen Bundesländer und Berlin zum 2. Ostdeutschen Wirtschaftsforum (OWF Zukunft) in Bad Saarow. Führende Politiker, Verbände, Wissenschaftler, Geschäftsführer und Führungskräfte mittelständischer Unternehmen, sprachen gemeinsam über die digitale Wende. Im Vorfeld wurde dazu schon der zukunftsweisende Leitfaden, das Memorandum M20siebzehn, erarbeitet.

An dem Forum nahmen u.a. Wolfgang Tiefensee (Thüringen); Martin Dulig (Sachsen); Albrecht Gerber (Brandenburg); Harry Glawe (Mecklenburg-Vorpommern), Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung (Mecklenburg-Vorpommern), Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin; Martin Dulig, Stellvertretender Ministerpräsident Freistaat Sachsen; Prof. Dr. Armin Willingmann (Sachsen-Anhalt) und Christian Görke, Stellvertretender Ministerpräsident Brandenburg, teil.

„Die digitale Wende ist da. Sie bietet eine Riesenchance, die Zukunftsfragen zu beantworten. Diese Chance sollten wir nutzen“, so Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin und amtierender Bundesratspräsident.

Die digitale Wende ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor

Um den Wirtschaftsstandort Ostdeutschland gezielt voran zu bringen, gibt das Memorandum konkrete Handlungsempfehlungen, wie die ostdeutschen Bundesländer zum Vorreiter der Digitalisierung in Deutschland werden können. Dazu sind im Memorandum sieben Handlungsfelder ausgearbeitet worden. Eines besagt zum Beispiel, dass die digitale Infrastruktur gezielt und konsequent ausgebaut werden soll. Somit können die neuen Bundesländer mehr Wirtschaftskraft gewinnen und beispielsweise Abwanderung verhindern.

„Es ist gut, dass das Ostdeutsche Wirtschaftsforum das Thema Digitalisierung in den Mittelpunkt gestellt hat. Die Thesen des Memorandums halte ich für zielführend“, sagte Christian Görke (Die Linke), Brandenburgs stellvertretender Ministerpräsident und Finanzminister.

Um den wirtschaftlichen Aufholprozess weiter zu beschleunigen, wurde das Ostdeutsche Wirtschaftsforums ins Leben gerufen. Die Initiative „Wirtschaft.Wachstum.Zukunft“ ist eine Netzwerkplattform für Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft aus den neuen Ländern und Berlin. Gemeinsam erarbeiten sie Lösungsansätze für Zukunftsthemen im Bereich der Wirtschaft. Das jeweilige Bundesland kann diese dann auch konkret umsetzen oder fördern. (red)

 

Besuch aus Hanoi in Berlin: Klimapartnerschaft bringt Städte zusammen

Ende Oktober trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der Bezirke Berlin-Lichtenberg und Hoan Kiem von Hanoi, der Hauptstadt von Vietnam, um gemeinsam die Themen Klimaschutz und Klimaanpassung zu diskutieren. Während ihres Besuches berichteten der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Hoan Kiem, Pham Tuan Long und seine Delegation von den regionalen klimatischen Verhältnisse in ihrem Bezirk und den daraus resultierenden Umweltveränderungen und Lebensbedingungen für die Menschen. Auch die wachsende Metropole Berlin hat sich mehr dem Klimaschutz zugewandt und profitiert ebenso wie Hanoi von dem regen Austausch und gemeinsamen Projekten innerhalb der Klimapartnerschaft.

Klimapartnerschaft mit Zukunft

„Die Klimapartnerschaft führt auch zur Selbstreflektion der Aktivitäten in Lichtenberg, zur Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger und dazu, die entsprechenden Rahmenbedingungen durch die Verwaltung zu schaffen“, so der Umweltstadtrat Wilfried Nünthel (CDU).

Die Klimapartnerschaft schätzt der Umweltstadtrat sehr, weil sie ein konkreter Schwerpunkt in der partnerschaftlichen Zusammenarbeit ist. Bis Ende des Jahres werden im gegenseitigen Austausch bezirkliche Handlungsschwerpunkte mit konkreten Projekten und Ressourcen erarbeitet. Gemeinsam mit den Städtepartnern aus Hanoi pflanzte Wilfried Nünthel im Lichtenberger Stadtpark an der Parkaue symbolisch eine „Deutsche Eiche“ als Freundschaftsbaum zwischen Hoan Kiem und Lichtenberg.

Internationale Städtepartnerschaften haben in Berlin Tradition

Die Stadt Berlin pflegt seit geraumer Zeit Städtepartnerschaften. Zuletzt besuchte der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD) mit einer Delegation Los Angeles. Gemeinsam würdigten sie die 50-jährige Städtepartnerschaft Berlin-Los Angeles. Mit Mexiko-Stadt ist Berlin beispielsweise seit 1993 städtepartnerschaftlich verbunden. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind neben Bereichen wie Kultur auch Stadtentwicklung, Umweltschutz, Verkehr, Wasserversorgung, Abfallentsorgung und Recycling. Darüber hinaus finden auch regelmäßige gemeinsame Projekte, Symposien und Partnerschaftsveranstaltungen mit Frankreich statt. (red)