„Netz Elbe-Spree“: Neuvergabe im Eisenbahn-Regionalverkehr startet

Mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt hat der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) das Vergabeverfahren des „Netz Elbe-Spree“ in die Wege geleitet. Das jetzige „Netz Stadtbahn“ wird modifiziert und erneut im Wettbewerb vergeben. Mit jährlich rund 28 Millionen Zugkilometern ist das Netz Elbe-Spree (NES) bundesweit das größte Eisenbahnnetz, das bislang im Schienenpersonennahver-kehr (SPNV) ausgeschrieben wurde. Neben den Ländern Brandenburg und Berlin beteiligen sich auch Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt an der europaweiten Ausschreibung. Der VBB führt das Vergabeverfahren im Auftrag der Länder durch.

Das Vergabenetz Elbe-Spree umfasst 17 Regional-Express- und Regionalbahnlinien sowie den Flughafenexpress (FEX) mit einem Gesamtvolumen in Höhe von rund 28 Millionen Zugkilometer pro Jahr. Der größte Anteil der Verkehrsleistung liegt mit rund 67 Prozent im Land Brandenburg, etwa 24 Prozent befinden sich in Berlin, je 4,3 Prozent liegen in Mecklenburg- Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Um zu gewährleisten, dass wirtschaftliche und technische Risiken verteilt und ein Wettbewerb der Unternehmen im Eisenbahn-Regionalverkehr erzielt wird, ist das Vergabenetz in vier Einzellose aufgeteilt. Die Vertragslaufzeit für die Verkehrsverträge Netz Elbe- Spree beträgt zwölf Jahre, der Betrieb beginnt zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022.

Berlins Senatorin Regine Günther für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz: „Die Stadt wächst und die Pendlerzahlen steigen. Die Ausschreibung des Netzes Elbe-Spree reagiert darauf und wird die Verbindungen auf der Schiene deutlich verbessern. Eine gute Schieneninfrastruktur nutzt den Pendlerinnen und Pendlern und trägt maßgeblich zum Umwelt- und Klimaschutz bei. Der Regionalverkehr wird mit vielen Bahnhöfen im gesamten Stadtgebiet attraktiver, der BER wird vom Hauptbahnhof alle 15 Minuten erreichbar sein. Kapazitäten, Komfort sowie die Barrierefreiheit werden ausgebaut.“

Mehr Angebote – mehr Züge – dichtere Takte

Dem Verfahren sind umfangreiche Gutachten zur Prognose der Fahrgastnachfrage vorangegangen. Danach ist bis 2030 mit erheblichen Nachfragesteigerungen von abschnittsweise bis zu 100 Prozent zu rechnen. Entsprechend werden die Kapazitäten durch eine dichtere Taktung und längere Züge erheblich erhöht, zum Beispiel:

  • RE1: drei statt zwei Fahrten pro Stunde in der Hauptverkehrszeit (HVZ) mit einer durchgehenden Zugkapazität von 600 Sitzplätzen
  • RE2: zwei statt einer Fahrt pro Stunde in der HVZ Berlin – Lübbenau (nach Infrastrukturausbau Verlängerung auf dem Abschnitt Berlin – Cottbus) und Erhöhung der Zugkapazität von 420 auf 550 Sitzplätze
  • RE7: zwei statt einer Fahrt pro Stunde Bad Belzig – Berlin Wannsee und zukünftig durchgehend mindestens 420 Sitzplätze pro Zug
    Berlin – Nauen: vier statt drei Fahrten pro Stunde
  • FEX: Erhöhung der Kapazität von 300 auf 550 Sitzplätze
  • RB24: Erhöhung der Kapazität von 300 auf 550 Sitzplätze

Mit Auslaufen der heutigen Verträge im Netz Stadtbahn im Dezember 2022 erfolgt gleichzeitig eine Neusortierung des Liniennetzes. Neue Verbindungen entstehen, wie zum Beispiel Potsdam <-> Berlin-Spandau oder Oranienburg (via Berlin Ostkreuz) <–> Ludwigsfelde.

VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel: „Der VBB hat aus den vergangenen Vergaben umfangreiche Erkenntnisse gewonnen, die jetzt in das Verfahren fließen. Nicht nur der Preis wird über die Vergabe entscheiden, sondern auch angebotene Mehrqualitäten und innovative Ideen wie zum Beispiel bezüglich alternativer Antriebe der Fahrzeuge sollen positiv bewertet werden. Wir bereiten uns auf einen spannenden Wettbewerb vor und freuen uns auf viele interessierte Bieter, die den Eisenbahnverkehr in unserer Region leistungsfähiger und moderner machen.“

Moderne Fahrzeuge – WLAN – digitale Fahrgastinformation

Den Fahrgästen sollen zeitgemäße Ausstattungsqualitäten angeboten werden. Gebrauchtfahrzeuge sind zugelassen, jedoch sind Umbaumaßnahmen und eine Runderneuerung („Re-Design“) erforderlich. Wie bisher üblich, soll auch zukünftig jeder Zug mit Personal begleitet werden. Alle Züge sollen über einen für den Fahrgast kostenlosen Internetzugang per WLAN verfügen. Für die Fahrradmitnahme wird es prioritäre Stellplätze – ohne Klappsitz dahinter – geben, die mit auffälligen Piktogrammen im und am Fahrzeug angezeigt werden. Die Erkenntnisse hierzu stammen aus dem VBB-Pilotprojekt „Rad im Regio“. Ausgehend vom Pilotprojekt „Digital im Regio“ soll künftig auch flächendeckend der Umfang der Fahrradmitnahme erfasst und beispielsweise in den Onlinemedien als Auslastung je Fahrzeug dargestellt werden. So können Fahrgäste bereits vor der Fahrt und spätestens vor Einfahrt des Zuges am Bahnsteig einschätzen, ob und wo im Zug noch genügend Fahrradstellplätze zur Verfügung stehen.

Die Barrierefreiheit wird weiterentwickelt. Die sogenannten Servicemittelwagen werden zukünftig, sofern es sich um Neufahrzeuge handelt, über zwei unterschiedlich hohe Einstiege verfügen, so dass von den üblichen Bahnsteighöhen 550 mm und 760 mm stufenfrei eingestiegen werden kann.

„Netz Elbe-Spree“ setzt CO2-Minderung als Ziel

In die Vergabe kommen die Linien RB33, RB37 und RB51 auf teilweise nicht elektrifizierten Strecken. Die hier bisher fahrenden Dieselzüge sollen durch sogenannte bimodale Fahrzeuge ersetzt werden, die nicht elektrifizierte Streckenanteile mit eingebauten Batterien überbrücken können. Die Entscheidung über die Ausgestaltung liegt bei den Bietern und wird bei der Wertung honoriert.

Betriebsübergang – Arbeitsplätze werden erhalten

Wie in den bisherigen Verkehrsverträgen wird es auch im Verfahren Netz Elbe-Spree, basierend auf dem neuen Vergaberecht, die Übernahmeverpflichtung für das Betriebspersonal geben. Im Falle eines Betreiberwechsels kann jede/r Triebfahrzeugführer/in, Zugbereitsteller/in oder Kundenbetreu-er/in davon ausgehen, den Arbeitsplatz beim neuen Betreiber zu denselben Rahmenbedingungen fortzuführen.

Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider: „Mehr Angebote, mehr Leistungen im größten Vergabenetz Deutschlands. Durch rechtzeitige Vergabe erreichen wir mehr Flexibilität in den Verkehrsverträgen und können besser auf die Entwicklung der Nachfrage und nicht zuletzt auf den notwendigen Ausbau der Infrastruktur reagieren.“

Zeitplan

Nach dem jetzigen Start des Vergabeverfahrens Netz Elbe-Spree haben interessierte Bieter rund ein halbes Jahr Zeit, sich zu bewerben. Geplant ist, im Herbst 2018 den Zuschlag zu erteilen. Dadurch ergibt sich für die Verkehrsunternehmen ein notwendiger Zeitrahmen, um bis zur Betriebsaufnahme in vier Jahren die Fahrzeuge zu beschaffen bzw. zu modernisieren, eventuelle Werkstattkapazitäten aufzubauen und die Übernahme des Personals vom bisherigen Betreiber reibungslos regeln zu können. Die Betriebsaufnahme ist zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 vorgesehen. (red)

Potsdamer Kongresspreis 2017 verliehen

Am gestrigen Abend wurde mit einer festlichen Gala im Hotel Bayrisches Haus der 6. Potsdamer Kongresspreis verliehen. Anna Luise Kiss, Vizepräsidentin für Forschung und Transfer der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, führte durch einen Abend mit vielen Highlights. Zu diesen gehörten u. a. von Schauspielstudierenden der Filmuniversität vorgetragene DADA-Gedichte über die Bewerbungen zum PKP*17 sowie das musikalische Rahmenprogramm des Abends mit Eric Heiden am Klavier und Ronald Köhler am Saxophon.

Die Gewinner des Potsdamer Kongresspreises 2017

• 5. Potsdamer Konferenz für Nationale CyberSicherheit (Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering GmbH) in der Kategorie „Regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen“ (Preis der Erfa-Gruppe, überreicht von ERFA-Vertreterin Angela Führer)
Die Konferenz überzeugte die Jurymitglieder durch die hohe Aktualität des Themas, renommierte Teilnehmer, den interdisziplinären Ansatz, eine besondere Imagewirkung für Potsdam sowie eine starke überregionale Presseresonanz. Zudem trägt die Plattform mit dazu bei, Potsdam im Verbund mit Berlin als Digital Hub weiter zu profilieren.

• XI. International Conference on Permafrost (Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung/ UP Transfer GmbH an der Universität Potsdam) in der Kategorie „Einzelveranstaltung“ (Preis der DEHOGA Brandenburg, überreicht von Alice Paul-Lunow, Vorsitzende des DEHOGA-Kreisverbandes Potsdamer Kulturlandschaft)
Den Organisatoren der nur alle vier Jahre stattfindenden Konferenz mit international renommierten Experten zum Thema Permafrostforschung ist es zum ersten Mal gelungen, diese Veranstaltung nach Deutschland zu holen. Die Jury hob besonders hervor, dass Potsdam durch diese Tagung als ein zentraler Ort für Wissenschaft fungiert und sich darüber hinaus bei den Bewohnern und den Touristen als eine Stadt mit hoher Attraktivität auszeichnet.

• Potsdamer Netzwerkstatt 2016 – Urbane Komplexität – Emotionen (Universität Potsdam, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Institut für Geographie/ UP Transfer GmbH an der Universität Potsdam) in der Kategorie „Innovative und/oder außergewöhnliche Veranstaltungen“ (Preis der Landeshauptstadt Potsdam, überreicht vom Oberbürgermeister Jann Jakobs, der auch Vorsitzender des Vereins proWissen Potsdam ist)
Die Jury prämierte die Potsdamer Netzwerkwerkstatt mit dem diesjährigen Potsdamer Kongresspreis aufgrund der gemeinsamen Auseinandersetzung von Theoretikern und Praktikern aus den unterschiedlichsten Einsatzbereichen in Städten. Die Veranstaltung konnte nicht nur mit einem hochaktuellen, innovativen Thema, sondern auch durch ein abwechslungsreiches Netzwerkstattdesign überzeugen.

• DlfE Symposium: Type 2 diabetes in African populations under transition – The State of Art (Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, Abteilung Molekulare Epidemiologie) in der Kategorie „Sonderpreis der Stiftung pearls für eine Veranstaltung mit interdisziplinärem Schwerpunkt“, überreicht von . Dr. Silke Brodersen, Geschäftsführerin der Stiftung pearls – Potsdam Research Network.

Das Anliegen der Konferenz war es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammenzubringen, die zum Typ2 Diabetes bei Bevölkerungsgruppen mit Ursprung sub-Sahara Afrika forschen. Die Tagung überzeugte die Jury, weil durch ihre klare interdisziplinäre Ausrichtung erstmals die Bedeutung frühkindlicher Belastungen mit tropischen Infektionskrankheiten für den Stoffwechsel im Erwachsenenalter und neue Präventionsansätze sowie innovative Methoden zur Datenaufbereitung diskutiert wurden. Die Organisatoren des Kongresses übernahmen zudem die Kosten für die Teilnahme von Forschern aus sub-Sahara-Afrika Staaten. Auf diese Weise konnten wichtige Experten für die Entwicklung von Präventions- und Behandlungsstrategien miteinbezogen werden.

„In Afrika verbreitet sich Diabetes inzwischen fast wie eine Seuche – eine angemessene Behandlung und Prävention gelingt jedoch nur, wenn man die konkreten Gesundheits- und Lebensverhältnisse der Bevölkerung vor Ort in den Blick nimmt und neue Forschungsansätze entwickelt. Hierfür können couragierte interdisziplinäre Veranstaltungen wie das DIfE-Type2-diabetes-Symposium einen wichtigen Anstoß liefern“, betonte Silke Brodersen, die Geschäftsführerin der Stiftung pearls, die Hoffnung, dass der Preis auch für die weitere Arbeit an diesem wichtigen Thema positiv unterstützt.

Hans-Wolfgang Hubberten, der gemeinsam mit seinen Mitorganisatoren für die Internationale Permafrostkonferenz ausgezeichnet wurde, nahm den Potsdamer Kongresspreis dankbar entgegen: „Diese Auszeichnung bedeutet sehr viel für mich und mein Team und ist für alle eine Würdigung für die vielen Jahre intensiver Arbeit, die es gekostet hat, diese tolle Tagung auf die Beine zu stellen. Für mich selbst war die erfolgreiche Tagung der Abschluss meiner Laufbahn als Permafrost-Forscher, die durch den Kongresspreis gekrönt wurde.“

Angela Führer, Direktorin des Kongresshotels Potsdam und Vertreterin der ERFA-Gruppe hob hervor: „Mit dem Kongresspreis bringen wir Potsdamer Hoteliers, den Ausrichtern von Veranstaltungen und Kongressen, die viel für die Entwicklung unserer Stadt tun, eine große Wertschätzung entgegen. Potsdam ist mehr als nur Sanssouci. Viele kluge Köpfe sorgen jeden Tag in allen Bereichen dafür, dass Potsdam sich zu einer modernen, innovativen Stadt entwickelt. Die 13 Potsdamer ERFA-Hotels haben den Kongresspreis vor sechs Jahren gemeinsam mit dem Verein proWissen Potsdam und der Landeshauptstadt Potsdam ins Leben gerufen, um unseren Wissenschaftsinstituten das Gefühl zu geben, dass sie mit nationalen und internationalen Kongressen und Veranstaltungen in Potsdam gut aufgehoben sind und den gewünschten professionellen Rahmen finden.“

Mit dem Kongresspreis werden Organisatoren von in Potsdam stattfindenden Tagungen und Kongressen aus den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft und Kultur geehrt. Die Auszeichnung ist für jede der drei Kategorien mit 1.000,- € dotiert. Zusätzlich erhält der Kongress, innerhalb dessen am besten interdisziplinäre Zusammenarbeit umgesetzt wurde, eine von der Stiftung pearls gestiftete Sonderprämie in Höhe von ebenfalls 1.000,- €. (red)

Digitale Wende: Ostdeutsche Bundesländer und Berlin wollen aufholen

Die Digitalisierung ist für die ostdeutschen Bundesländer und Berlin die Chance, um die hinsichtlich der Wirtschaftskraft und der Lebensverhältnisse bestehende Kluft zwischen alten und neuen Bundesländern spürbar zu verringern. Dazu trafen sich am vergangenen Donnerstag und Freitag die Spitzenpolitiker der ostdeutschen Bundesländer und Berlin zum 2. Ostdeutschen Wirtschaftsforum (OWF Zukunft) in Bad Saarow. Führende Politiker, Verbände, Wissenschaftler, Geschäftsführer und Führungskräfte mittelständischer Unternehmen, sprachen gemeinsam über die digitale Wende. Im Vorfeld wurde dazu schon der zukunftsweisende Leitfaden, das Memorandum M20siebzehn, erarbeitet.

An dem Forum nahmen u.a. Wolfgang Tiefensee (Thüringen); Martin Dulig (Sachsen); Albrecht Gerber (Brandenburg); Harry Glawe (Mecklenburg-Vorpommern), Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung (Mecklenburg-Vorpommern), Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin; Martin Dulig, Stellvertretender Ministerpräsident Freistaat Sachsen; Prof. Dr. Armin Willingmann (Sachsen-Anhalt) und Christian Görke, Stellvertretender Ministerpräsident Brandenburg, teil.

„Die digitale Wende ist da. Sie bietet eine Riesenchance, die Zukunftsfragen zu beantworten. Diese Chance sollten wir nutzen“, so Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin und amtierender Bundesratspräsident.

Die digitale Wende ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor

Um den Wirtschaftsstandort Ostdeutschland gezielt voran zu bringen, gibt das Memorandum konkrete Handlungsempfehlungen, wie die ostdeutschen Bundesländer zum Vorreiter der Digitalisierung in Deutschland werden können. Dazu sind im Memorandum sieben Handlungsfelder ausgearbeitet worden. Eines besagt zum Beispiel, dass die digitale Infrastruktur gezielt und konsequent ausgebaut werden soll. Somit können die neuen Bundesländer mehr Wirtschaftskraft gewinnen und beispielsweise Abwanderung verhindern.

„Es ist gut, dass das Ostdeutsche Wirtschaftsforum das Thema Digitalisierung in den Mittelpunkt gestellt hat. Die Thesen des Memorandums halte ich für zielführend“, sagte Christian Görke (Die Linke), Brandenburgs stellvertretender Ministerpräsident und Finanzminister.

Um den wirtschaftlichen Aufholprozess weiter zu beschleunigen, wurde das Ostdeutsche Wirtschaftsforums ins Leben gerufen. Die Initiative „Wirtschaft.Wachstum.Zukunft“ ist eine Netzwerkplattform für Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft aus den neuen Ländern und Berlin. Gemeinsam erarbeiten sie Lösungsansätze für Zukunftsthemen im Bereich der Wirtschaft. Das jeweilige Bundesland kann diese dann auch konkret umsetzen oder fördern. (red)

 

BFW-Neubauforum präsentiert Perspektiven in der Hauptstadtregion

Der BFW Bundesverband und der Landesverband Berlin/Brandenburg haben die gemeinsame Veranstaltung erstmals nicht in Berlin, sondern im benachbarten Brandenburg ausgerichtet. „Die Grundstückspreisentwicklung in Berlin, aber auch zeitlich nicht mehr kalkulierbare Bebauungsplanverfahren und langwierige Verwaltungsabläufe wirken auf die künftigen Kauf- und Mietpreise ein. Viele seriös kalkulierende Unternehmen, die Grundstücke am Markt erwerben müssen, können hier kaum noch Wohnungsangebote für mittlere Einkommensgruppen schaffen“, so Groth.

Perspektiven im Berliner Umland

Deshalb zeigt der BFW als Vertreter der mittelständischen Immobilienbranche im Neubauforum auf, welche Möglichkeiten das Berliner Umland für ein stärkeres Engagement bietet. Das klare Fazit: Als integraler Bestandteil der Hauptstadtregion bergen Teile Brandenburgs große Wohnungsbaupotenziale.

Elfi Heesch, Abteilungsleiterin Stadtentwicklung und Wohnungswesen aus dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, skizzierte in ihrem Grußwort die strategischen Ansätze der Wohnungspolitik in Brandenburg. Die Wohnungsmärkte in der Mark analysierte Hans Jürgen Volkerding aus dem Landesamt für Bau und Verkehr: Zwar steigen auch im sogenannten Speckgürtel und in den Städten der 2. Reihe die Grundstückspreise und Baukosten, dennoch ist Wohnungsbau für die mittleren Einkommensgruppen noch gut darstellbar. Dies gilt umso mehr, da sich die Nachfrage auch zunehmend aus Berlin heraus in die Region verlagert.

Private Immobilienunternehmer sind der Teil der Lösung nicht des Problems

Dass private Immobilienunternehmer als Teil der Lösung und nicht als Teil eines Problems oder Bittsteller angesehen werden, verdeutlichten auch die Vorträge des Bernauer Bürgermeisters André Stahl und der Bürgermeisterin von Luckenwalde, Elisabeth Herzog-von der Heide.

Auch der Präsident des BFW Bundesverbandes Andreas Ibel betonte: „Die Lösung zur Entspannung der Wohnungsmärkte kann nur im Miteinander, nicht im Gegeneinander liegen. Wir brauchen auf allen politischen Ebenen ein neues Bewusstsein, wie wir den Wohnungsneubau voranbringen können und was ein jeder dazu beitragen kann. Für eine neue Bundesregierung bedeutet das: Parteitaktische Spielchen und ideologische Kämpfe kann sich niemand mehr erlauben. Das zeigen uns nicht zuletzt die sinkenden Baugenehmigungszahlen in Berlin, Brandenburg und auf Bundesebene, sondern auch die Ergebnisse der Bundestagswahl. Was wir jetzt brauchen, sind einfach, schnelle und pragmatische Lösungen, von denen die Wohnraumsuchenden im Land zügig profitieren.“ (red)

Foto: Thomas Groth auf dem BFW Neubauforum 2017, Copyright: Claudius Pflug

Berlin und Brandenburg sind sich einig – das Ende von Tegel ist in Sicht

Auf der Kabinettssitzung am Montag nahm Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) auch jenen die Hoffnung, die bis zuletzt an die Offenhaltung Tegels glaubten. Seine rot-rote Landesregierung lehnt den Weiterbetrieb des Flughafen Tegel konsequent ab, sogar wenn es Entlastung für lärmgeplagte Anwohner des zukünftigen BER im brandenburgischen Schönefeld verheißen würde.

Das Thema der Lärmbetroffenheit wurde im Planfeststellungsbeschluss diskutiert. Es wurde ausführlich zwischen den Belastungen in Schönefeld und denen in Berlin abgewogen. Die Landesregierungen möchten, dass nicht nur einer profitiert, sondern „dass sich die Region insgesamt gut entwickelt“, gab Woidke gegenüber der Berliner Zeitung an.

Trotz Volksentscheid liegt es an den Regierungen, wie es mit dem Flughafen Tegel weiter gehen wird. Die rot-rot-grüne Regierung mit dem regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte nach dem Volksvotum den Einsatz eines unabhängigen Gutachters für Tegel angekündigt. Dieser und dessen Bericht werden am Ende aber wohl auch keinen Einfluss haben, solange die beiden Flughafen-Mitgesellschafter Brandenburg und Bund nicht mitziehen werden.

Ein kleiner Lichtblick

Dennoch gab Müller gegenüber der Berliner Zeitung an, erneut mit den beiden Gesellschaftern verhandeln zu wollen, sollte das Gutachten tatsächlich Optionen ergeben, die die Offenhaltung und den Weiterbetrieb Tegels ermöglichen. Brandenburgs Ministerpräsident Woidke hatte erst vergangene Woche um eine wiederholte Prüfung des strengen Nachtflugverbotes am BER gebeten. Demnach soll zwischen 0 und 5 Uhr morgens kein Flugzeug starten oder landen. Der Minister hatte um eine weitere Stunde Verlängerung gebeten und zeigte sich durchaus erfreut, dass die Flughafengesellschaft FBB sein Anliegen erneut prüfen werde. Vorherige Versuche in diese Richtung waren bisher immer gescheitert und das trotz Volksbegehren in Brandenburg im Jahr 2014.

Müller steht zu seinem Wort

Michael Müller stellte auch klar, dass es unter seiner Regierung keineswegs – anders als wie von den Tegel-Offenhaltern aus FDP, AfD und CDU gefordert – eine einseitige Kündigung der gemeinsamen Landesplanung mit Brandenburg geben werde. Sollte das Land Brandenburg mögliche Planungen mit Tegel ablehnen, werde Müller diese Entscheidung nicht übergehen. Nicht nur der Flughafen verbindet die Länder, auch Mobilität und Wohnen stehen ganz oben auf der gemeinsamen Landesplanung. Während der Kabinettssitzung wurde deshalb außerdem entschieden, die bisherigen Siedlungsstrukturen entlang der vorhandenen Schienenwege im Umland fortzusetzen, um Verwilderung zu verhindern.

Kritik von der Opposition

Bei den Tegel-Befürwortern stießen die Ergebnisse der Kabinettssitzung auf harte Kritik. Sebastian Czaja, FDP-Fraktionschef, kritisierte Müllers Vorgehen. Für ihn ist Müller erneut durch eine Bewährungsprobe gefallen, nach dem er schon den Volksentscheid „verächtlich abgetan“ habe, so Czaja gegenüber der Berliner Zeitung. Der CDU-Amtskollege Florian Graf  ergänzte, dass Müller für ihn nur auf Zeit spiele und den Glauben an eine handlungsfähige Politik untergrabe, anstatt handfeste Maßnahmen für eine Offenhaltung Tegels in die Wege zu leiten. (red)

Knapper Wohnraum treibt die Mieten weiter in die Höhe

Wer in Berlin auf Wohnungssuche ist, der muss Geduld und Geld mitbringen. Die Wohnungsknappheit treibt die Mieten in die Höhe und macht das Wohnen in Berlin zum teuersten in ganz Ostdeutschland. Wie der „Wohnungsmarktbericht Ostdeutschland 2017“, den die TAG Immobilien AG gestern vorgestellt hat, zeigt, liegt der Preis pro Quadratmeter Kaltmiete bei mittlerweile 10,09 Euro. Damit übertreffen die Preise sogar den Quadratmeterpreis in Potsdam – die bisher als teuerste Stadt im Osten des Landes galt.

Der stetige Anstieg der Mieten in Berlin treibt die Menschen ins Umland. Dort sind die Mieten mitunter recht günstig, steigen aber dennoch an. In der Untersuchung der TAG wurden 27 Städte betrachtet. In Eberswalde zum Beispiel liegt der Preis pro Quadratmeter bei 5,60 Euro, in Brandenburg an der Havel zahlt man eine durchschnittliche Quadratmeter-Miete von 5,50 Euro, in Nauen 6,49 Euro und in Strausberg 6,87 Euro.

Auch Wohneigentum ist teuer   

Dem Bericht zufolge, sind auch die Wohneigentumspreise in Berlin und Potsdam angestiegen. Haushalte in Berlin und Brandenburg müssen im Durchschnitt mittlerweile fast 32 Prozent bzw. 29 Prozent ihres Nettoeinkommens für das Wohnen ausgeben. Es gibt sogar Bereiche in Berlin, in welchen die Wohnkostenbelastungsquote bei 51 Prozent liegt. Für eine Eigentumswohnung im Bestand zahlt man in Berlin inzwischen 3100 Euro pro Quadratmeter. Bei Neubauwohnungen liegt der Preis pro Quadratmeter überdies schon bei 4600 Euro. Die Preise in Potsdam nehmen sich nicht viel von denen in Berlin. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte kommt sogar auf einen Durchschnittswert in der Hauptstadt von 5038 Euro pro Quadratmeter.

Der stetige Anstieg ist vorhersehbar, aber laut Immobilienverkäufer Nikolaus Ziegert, nicht mehr so stark. Gegenüber der Berliner Zeitung und in seinem Bericht gab er an, nach Preissteigerungen von durchschnittlich 10 Prozent in den letzten 5 Jahren, sei in den nächsten Jahren mit einem Anstieg von etwas über 5 Prozent zu rechnen.

Wohnraum in Berlin wird immer rarer. Der Wohnungsbau entwickelt sich zudem nur sehr langsam. Um dem entgegen zu wirken und der großen Nachfrage gerecht zu werden, ist es nun Aufgabe der Regierung, gegen die Wohnungsknappheit vorzugehen und den enormen Anstieg der Mieten zu regulieren und zu stabilisieren. (ao)

Start der Berliner Gründersaison mit den Deutschen Gründer- und Unternehmertagen

Auf den Deutschen Gründer- und Unternehmertagen (deGUT) startete der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW) erfolgreich in eine neue Runde. Dort erläutern Organisatoren und angesehene BPW-Gründer den Mehrwert eines guten Businessplans. Jedes Jahr sind die deGUT ein gut besuchtes Event in der Hauptstadt.

Durchstarten mit dem richtigen Businessplan

Eine erfolgreiche Unternehmensgründung funktioniert nur mit einem ausgereiften Konzept. Dazu braucht es eine richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt. In der Theorie klingt diese Erfolgsformel simpel, jedoch ist die Ausarbeitung eines tragfähigen Geschäftskonzeptes in der Praxis um einiges komplizierter. Zukünftige Gründer müssen sich mit Fragen des Marktsegments, der Zielgruppenansprache, der Finanzierung oder auch der Organisationsform auseinandersetzen. Kurzum: Ein stimmiger Businessplan muss her.

Start-up Synfioo profitierte vom Gründerprogramm

„Anfangs waren wir besonders stolz auf die hochkomplexen Algorithmen und großen Datenmengen, die sich in unserer Softwarelösung verstecken. Doch die waren es nicht, die potentielle Kunden interessiert haben“, so Marian Pufahl, Mitgründer des Logistik-Startups Synfioo. Insbesondere im ersten Geschäftsjahr stoßen Gründer schnell auf ungeahnte Herausforderungen. In dem Fall von Synfioo hatte es dank dem Gründerprogramm des Businessplan-Wettbewerbs Berlin-Brandenburg ein gutes Ende. „Erst als wir unser Produkt auf die genaue Vorhersage der Ankunftszeiten zugespitzt hatten, konnten wir die Kunden überzeugen“, sagte Pufahl von Synfioo. Ohne das ehrliche Feedback und das umfangreiche Wissen des Gründerprogramm Teams zum Thema Businessplan, wäre das Start-up jetzt nicht so erfolgreich. Derweil zählt unter anderem der holländische Logistik-Konzern Jan de Rijk mit mehr als 1.000 Lastwagen zu den Kunden von Synfioo.

Die Deutschen Gründer- und Unternehmertage sind seit Jahren gut besucht

Diese und weitere wertvolle Tipps gaben, unter anderem die Gründer von Synfioo, dem neugierigen Publikum am vergangenen Freitag auf den Gründer- und Unternehmertagen mit. Bereits seit 1996 hilft der BPW Gründerinnen und Gründern ihre Ideen in echte und vor allem tragfähige Geschäftskonzepte zu verwandeln und ist damit die älteste Gründungsinitiative Deutschlands. Mit 1.900 bestehenden Unternehmen und 12.500 neu entstandenen Arbeitsplätzen ist er ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region Berlin-Brandenburg und ein wahrer Gründungsinkubator. Über 1.000 Experten und 300 Berater nehmen sich ehrenamtlich Zeit für die Gründerinnen und Gründer, bewerten Geschäftskonzepte und geben Hinweise, wie der Businessplan sich verbessern lässt.

Der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW) ist Deutschlands größte regionale Existenzgründungsinitiative. Rund 90 Prozent der aus dem BPW gegründeten Unternehmen sind bis heute aktiv. Der BPW wird organisiert von der Investitionsbank Berlin (IBB), der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) sowie den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg (UVB). (red)

Mehr Infos: www.b-p-w.de

Hashtag #wirgründen.

EXPO REAL 2017: TRENDBAROMETER FÜR DIE IMMOBILIENBRANCHE

Die Gewerbemesse für nationale und internationale Immobilienfachleute und Investoren findet in diesem Jahr in München bereits zum zwanzigsten Mal statt und ist Pulsmesser für die gesamte Branche.

Die Immobilienwelt freut sich seit langem auf den Fixpunkt des Jahres, auf die wichtigsten Trends, auf das Netzwerken, möglicherweise bereits auf Geschäftsabschlüsse von zuvor eingeleiteten Projekten und auch auf Feiern unter Kollegen und Gleichgesinnten. Die Besucherzahlen in diesem Jahr haben schon einmal einen neuen Rekord aufgestellt: Mit über 2.000 Ausstellern aus 35 Ländern sind in diesem Jahr 13 Prozent mehr Unternehmen vertreten als im Vorjahr, 41.500 Besucher haben den Weg auf die Messe gefunden.

 

EXPO REAL 2017. ©: Wikipedia.org; ClaudiaMesse

Die EXPO REAL ist dabei nicht allein ein Forum, in dem das Motto „see and be seen“ gilt – sondern ein fest eingeplantes und wesentliches Arbeitsinstrument, ein Marktplatz, der Trends veranschaulicht, der das Zusammenkommen und das Networking ermöglicht und auch einen Wissenstransfer unter den Akteuren der Branche herstellt.

Stand Berlin Brandenburg. © Runze & Casper Werbeagentur GmbH

In den letzten Jahren sah sich die Immobilienbranche jedoch mit tiefgreifenden Änderungen konfrontiert. Die Projektvolumen sind hoch wie nie, die Investmentvolumina haben ungekannte Dimensionen erreicht und die Digitalisierung krempelt die ganze Branche um. Das Geld ist dank Niedrigzins billig zu haben – und das ist die conditio sine qua non der Immobilienwirtschaft.

Doch was sind die Trends 2017? Wohin wird die Reise gehen? Werden wieder Rekorde gebrochen? Geht die Reise irgendwann bergab? Oder bleibt alles beim Alten?

Diese Fragen sind von großer Bedeutung für die Messebesucher der EXPO REAL. Mehrere Themenkomplexe zeichnen sich als aktuelle Trends ab und geben wohl die Stoßrichtung für die Zukunft vor.

Trend 1: Die Digitalisierung. © pixabay

TREND #1 – DIE DIGITALISIERUNG

Auch in diesem Jahr prägt die Immobilienwelt kaum ein anderes Thema so stark wie die allgegenwärtige Digitalisierung. Genauso wie die Frage, was es mit dem Begriff eigentlich auf sich hat. Die Branche muss aufpassen, ihr Potenzial nicht zu verschenken, denn ausgerechnet bei den Themen Digitalisierung und Innovation – zwei Faktoren für zukünftiges Wachstum – sind immer noch wesentliche Defizite sichtbar. Dabei ist fast jeder Bereich der gesamten Wertschöpfungskette von der Digitalisierung betroffen – angefangen von der Gebäudetechnik, über Facility Management und den Maklerbereich bis hin zum milliardenschweren Investmentbereich. Die Kenntnisse innerhalb der Immobilienunternehmen in verschiedenen digitalen Themenfeldern weichen noch deutlich voneinander ab. Sei es im Bereich Big Data, Predictive Analytics, Blockchain, Sensorik, Mensch-Maschine-Schnittstellen oder Robotik – die Marktakteure müssen diese Themenfelder und die ihr zugrundeliegenden Anwendungen in ihr Unternehmen integrieren und ihre Prozesse entsprechend modifizieren. Basierend darauf müssen sie neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln, die beispielsweise eine Erhebung aller relevanten Gebäudedaten in Echtzeit ermöglichen. Digitale Alleinstellungsmerkmale zu gewinnen, das ist eine der wichtigsten Bedingungen für die Zukunftssicherheit des eigenen Unternehmens. Manche Teilbranchen dürften sich den kommenden Jahren immerhin von Grund auf verändern. Zum ersten Mal wird bei der Expo Real das Thema Start-ups und PropTechs in den Vordergrund gestellt. Laut aktuellen PropTech-Studien heißt der Top-Trend der kommenden Jahre ‚virtuelle Besichtigungen‘. Da wird auf der Messe sicher ein Vorgeschmack zu sehen sein.

Unternehmen wie die Berliner EichenGlobal, eine Tochter von Rubina Real Estate, befasst sich mit der Digitalisierung in der Immobilienbranche. „Gebäudetechnik ist nur eines der Felder in denen die Möglichkeiten der Digitalisierung deutlich sichtbar werden. Keyless entry, Smart pads für den Kontakt mit Verwaltung und Hausmeister, das alles gibt es schon und wird sich deutlich verstärken“, sagt Carsten Heinrich, Geschäftsführer von Rubina Real Estate und EichenGlobal. „Sehr spannend ist aber auch das digitale Bauen, das perspektivisch verspricht, günstiger und schneller bauen zu können.“

Viele Unternehmen, die in den Bereichen Facility-, Property- und Asset Management und Immobilienverwaltung tätig sind, haben die Zeichen der Zeit bereits erkannt. Susanne Tattersall, geschäftsführende Gesellschafterin der Tattersall • Lorenz, Immobilienverwaltung- und management GmbH, weiß um die große Bedeutung der digitalen Möglichkeiten: „Durch die wachsende Digitalisierung lässt sich die Effizienz im Property Management deutlich erhöhen: Automatisierte Serviceprozesse bieten ein besseres Nutzenpotenzial für alle Beteiligten. Tattersall • Lorenz steht dem aufgeschlossen gegenüber und nutzt die Möglichkeiten bereits in vielen Bereichen. Hier auf der EXPO REAL werden wir sicherlich weitere Inspirationen gewinnen können.“

Trend 2: Wohnen © SANUS AG

TREND #2 – WOHNEN IST NACH WIE VOR MEGATHEMA

Das Thema Wohnen wird auf der Messe-Plattform als dauerhaft wichtiges Thema der Branche mit allen Aspekten wie zum Beispiel der Schaffung bezahlbaren Wohnraums bespielt. Denn die Zuwanderung bedeutet vor allem, dass es immer mehr Menschen in die wirtschaftlich blühenden Städte zieht und dort entsprechend Wohnraum benötigt wird.

Gewerbeimmobilien hingegen sind in den A-Cities mittlerweile rar. Besonders im Büro- oder Hotelsektor sind jüngst vor allem Forward-Deals vorherrschend. Kaum ist ein Projekt in Entwicklung, wird schon gekauft und das oft zu Mondpreisen, die bereits die Dimensionen einer fertiggestellten Immobilie erreichen. Daher suchen viele Investoren nach anderen Anlagemöglichkeiten.

Das hat auch das Thema Wohnen wieder verstärkt in den Vordergrund gerückt – sowohl von Seiten der Investoren wie auch der Entwickler. Insbesondere in den Metropolen wie München, Hamburg und Berlin ist Wohnraum Mangelware. Die kürzlich veröffentliche Berliner Wohnungsbauprognose geht von einem Bedarf von 194.000 zusätzlichen Wohnungen bis zum Jahre 2030 aus. Es gilt, zum einen dieser Wohnungsknappheit mit Neubau zu begegnen, zum anderen sind die Renditen immer noch etwas höher sind als bei Gewerbeimmobilien, die aufgrund der hohen Preise immer mehr unter Druck geraten.

Projektentwickler wie die Berliner SANUS AG sehen nach wie vor gute Möglichkeiten in der Hauptstadt. „Es gibt aus unserer Sicht nur eine Möglichkeit, dem zunehmenden Wohnraummangel in Städten wie Berlin zu begegnen: Neubau! Die Preise sind rapide gestiegen, das ist schlicht und einfach die Folge der drastisch erhöhten Nachfrage. Das ist das Einmaleins der Marktökonomie“, so Siegfried Nehls, Vorstand SANUS AG. „Gemeinsam mit der Politik und den städtischen Wohnungsbaugesellschaften sind private Investoren dazu bereit, den dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Das ist eine Herausforderung, die nur gemeinsam zu bewältigen ist.“

Trend 3: Der BREXIT. © CCO Creative Commons

TREND #3 – IMMER NOCH DER BREXIT

Es ist weiterhin unklar, was die konkreten Ergebnisse und Folgen der Verhandlungen zum EU-Austritt Großbritanniens sind. Absehbar ist aber schon ein deutlicher Aufschwung für die Bürostandorte in Kontinentaleuropa. Finanzmetropolen wir Frankfurt am Main werden zunehmend interessant, bedeutende Bankhäuser, wie etwa Morgan Stanley, Goldman Sachs, sogar die Royal Bank of Scotland, haben bereits ernstzunehmende Abschiedsbekundungen geäußert. Viele haben bereits erste Vorbereitungen getroffen und angekündigt, Tausende Mitarbeiter ins EU-Gebiet abzuziehen. Hinzu kommen noch die EU-Behörden, die London verlassen müssen – wie etwa die Europäische Arzneimittelbehörde EMA oder die Europäische Bankenaufsicht (EBA), für die sich in erster Linie Frankfurt am Main, aber auch Mailand und Paris interessieren.

Auch wird damit gerechnet, dass die Investments in London sukzessive nachlassen und verstärkt auf dem Kontinent stattfinden werden. Deutschland hat London bereits als Topinvestmentstandort bei Büros überholt. Das Transaktionsvolumen überstieg nach vorläufigen Zahlen in den ersten neun Monaten 2017 auf dem Büro- und Gewerbemarkt das Vorjahresergebnis deutlich. Deutschland kann im Vergleich zu Großbritannien mit Stabilität punkten, denn nach wie vor gilt der deutsche Immobilieninvestmentmarkt als sicherer Anlagehafen für internationale Investoren. Die Ergebnisse der Bundestagswahl 2017 deuten darauf hin, dass eine neue Regierung den weltoffenen Kurs fortsetzt wird und Deutschland sich weiterhin internationalen Investoren gegenüber aufgeschlossen zeigt.

„Es ist deutlich spürbar, dass Berlin in den letzten Jahren international deutlich an Attraktivität gewonnen hat“, sagt Carsten Heinrich. „Dafür ist auch der Brexit verantwortlich. Wir betreuen viele ausländische Kunden, vor allem aus China, die es verstärkt in die deutsche Hauptstadt zieht.“

Trend 4: B-Lagen und Umland. © CC by 3.0.de

TREND #4 – B-LAGEN WERDEN IMMER BELIEBTER

In den main cities haben die Immobilienpreise zum Teil schon schwindelerregende Höhen erreicht. Die Renditen sind dafür in Talfahrt. Viele erwarten für die A-Cities und andere Premium-Lagen keinen signifikanten Wertzuwachs. Doch abseits der Top-Lagen in den üblichen Hotspots Berlin, München und Hamburg können Käufer und Anleger noch Schnäppchen machen.  Das Risiko, in solche Standorte zu investieren, ist mittlerweile relativ niedrig, da auch diese steigende Bevölkerungszahlen aufweisen.

Im ersten Halbjahr 2017 machten die sieben Top-Cities Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf insgesamt 60 Prozent des Transaktionsvolumens am Immobilienmarkt aus. In Städten wie München, Frankfurt oder Stuttgart sind die Risiken eines Immobilieninvestments sehr gering. Da jedoch die Preise so stark gestiegen sind, sind dort auch die erzielbaren Renditen mittlerweile deutlich niedriger. B-Städte wie Osnabrück, Wolfsburg oder Flensburg dagegen sind die Gewinner, denn sie bieten die besten Gelegenheiten, weil das Verhältnis zwischen Risiko und Rendite noch stimmt.

Trend 5: Büro- und Gewerbeflächen. © wikipedia.org/Naturally Selenator

TREND #5 – ANFORDERUNGEN AN BÜRO- UND GEWERBEFLÄCHEN

Es kommt längst nicht mehr nur auf Größe und Zuschnitt an. Das Verknüpfen von Flächen mit zeitgemäßen Serviceleistungen ist ein Trend, der sich über verschiedenste Nutzungsbereiche erstreckt. Im Bürosegment drückt er sich vor allem im Aufkommen von Coworking Spaces aus. Die Nutzer mieten nicht mehr nur die Fläche, sondern gleichzeitig auch die nötige Büroinfrastruktur und Serviceleistungen. Aufenthaltsqualität ist das wichtigste Kriterium – die Arbeitenden müssen sich wohlfühlen. Ähnliches gilt für Hotels. Die Lobby als sozialer Raum gewinnt im Vergleich zur Raumgröße immer stärker an Bedeutung. Auch Shopping-Center müssen ihren Kunden einzigartige Einkaufserlebnisse bieten. Neben umfangreichen Serviceleistungen ist es vor allem wichtig, Schnittstellen zwischen analoger und digitaler Shoppingwelt einzurichten.

Die Schweizer Unternehmensgruppe SSN Group engagiert sich stark in der Hauptstadt und entwickelt auch Top-Bürostandorte in Berlin. Zu den Projekten gehören das Franklinhaus, das über 10.800 Quadratmeter Büromietfläche verfügen wird und insbesondere das Landmark-Projekt Quartier Bundesallee, dessen Bürogebäude bereits an die Berliner Volksbank verkauft wurden, die an dem Standort ihre Hauptstadtrepräsentanz einrichten wird.

„Für den Berliner Büromarkt mit seinem geringen Angebot an freien Mietflächen ist die Schaffung neuer Büroflächen dringend erforderlich“, so Jürgen Overath, Deutschland-Chef der SSN Group. „Nach wie vor sind eine zentrale Lage und eine repräsentative Anmutung entscheidend für die Bewertung einer Büroimmobilie, Faktoren wie die digitale Infrastruktur und weitere Serviceleistungen gewinnen aber zunehmend an Bedeutung.“

Die HD Handelsimmobilien GmbH fokussiert sich darauf, ein Portfolio mit Handelsimmobilien aus ganz Deutschland aufzubauen. Zu den Objekten gehören unter anderem das Kannenstieg-Center in Magdeburg und die Burggalerie in Mühlhausen. Nils Blömke, Geschäftsführer der HD Handelsimmobilien GmbH setzt auf ein zukunftsorientiertes Vorgehen: „Die Anforderungen an Handelsimmobilien ändern sich innerhalb von Jahren – nicht nur im Mieterbesatz selbst, sondern auch bei der Aufenthaltsqualität. Wir stellen die verschiedenen Käufergenerationen mit ihren Kommunikationsbedürfnissen in den Mittelpunkt unseres Denkens. Die Generation Y erwartet von einer Handelsfläche Kommunikationsqualität und digitale Connectivity. Die ältere Kundengeneration erwartet Service und ein tradiertes Einkaufserlebnis. Die Zukunft des Handels liegt in der Austarierung dieser Anspruchshandlungen. Hier sind wir gefordert, in die Zukunft zu denken.“

Experten wie Carsten Heinrich, Siegfried Nehls, Susanne Tattersall, Nils Blömke und Jürgen Overath sind sich einig, dass ein Ende des Booms nicht abzusehen ist. Der deutsche Immobilienmarkt hat noch viel Potenzial und die internationale Anziehungskraft wird weiter zunehmen. „Der Großraum Berlin gehört zu den Regionen, in denen die Immobilienpreise bis 2030 weiter steigen – oder zumindest stabil bleiben“, sagt Siegfried Nehls. „Die Preise sind gestiegen, aber Berlin hat einfach viel Nachholbedarf im Vergleich zu anderen Metropolregionen. Eine Immobilienblase ist aus meiner Sicht nicht zu befürchten.“ (ak)

 

Mehr Infos: http://www.berlinboxx.de/expo-real-2017/

LINK: http://www.exporeal.net/index-2.html

Bahnpendler aus Brandenburg: Warten auf ein Expressnetz nach Berlin

Lange Fahrzeiten, unpünktliche Züge, schlechte An- und Verbindungen sind eine regelrechte Zumutung für Hauptstadtpendler, aber auch für Touristen und Berliner. Geplant sind laut der Deutschen Bahn Bauarbeiten an 50 Streckenabschnitten oder Einzel-Bauarbeiten. Das ist auch dringend notwendig, denn Staus auf der Autobahn sind fast genauso lang wie die wartenden Pendlerschlangen vor den Zügen.

Einst wurde das Konzept „Zielnetz 2000“ aufgestellt, um den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im Metropolenraum von Berlin und Brandenburg zu regeln. Dabei sollte der Vorortverkehr deutlich vom Regional Express-Verkehr getrennt werden. Allerdings ist 2017 von einem funktionierenden „Stadt-Express-Netz“ oder einer Koordinierung von öffentlichen Verkehrsmitteln und Regionalverkehr nicht viel zu spüren. Grund dafür sind vor allem die Einsparmaßnahmen der Vergangenheit, u.a. zusätzliche Halte von Regional-Zügen im Berliner Umland. Die hätten beispielsweise den Vorortverkehr mit der S-Bahn entlasten können. Mittlerweile sind selbst die RE-Züge völlig überfüllt.

Der tägliche Pendlerstrom will nicht abreißen

Derzeit pendeln, laut dem rbb|24-Pendleratlas, ca. 280.000 Beschäftigte pro Werktag zwischen Berlin und Brandenburg. Davon sind 200.000 Beschäftige aus Brandenburg, die in der Hauptstadt berufstätig sind. Wohnen in Brandenburg und arbeiten in Berlin ist ein geeignetes Modell, um den Wohnungsmarkt in der Hauptstadt zu entlasten. Da die Mehrheit der Pendler die Bahn nutzt, muss ein gut ausgebautes Bahnliniennetz als Grundvoraussetzung vorhanden sein. Bis 2030 erwartet Brandenburg sogar noch weiteren Zuzug in den Berliner „Speckgürtel“. Wirtschaftlich profitabel ist das sowohl für Brandenburg, als auch für die Hauptstadt. Allerdings sind die jetzigen Bahnkapazitäten schon fast ausgelastet, bei erneuert wachsenden Pendlerzahlen und zunehmenden Baustellen zu einem Hindernis werden. Die neue Mobilitätsstrategie für Berlin-Brandenburg wurde bereits am Anfang diesen Jahres vorgestellt.

„Der Einfall ersetzt nicht die Arbeit“

In der Entwicklungsstrategie für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Berlin und Brandenburg der Innoverse GmbH, im Auftrag der CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg steht: „Um allen Brandenburger Städten gute Entwicklungschancen zu sichern, muss der Regionalverkehr deutlich anspruchsvollere Fahrzeit-Ziele anstreben. So sollen alle Mittelzentren im Berliner Umland in maximal 30 Minuten vom Berliner Zentrum erreichbar werden, die Oberzenten und meisten Mittelzentren in maximal 60 Minuten und alle übrigen Mittelzentren in maximal 90 Minuten.“ Schon der deutsche Soziologe und Ökonom Max Weber sagte: „Der Einfall ersetzt nicht die Arbeit.“ Die Landesplanung Berlin-Brandenburg als auch die Deutsche Bahn stehen vor vielfältigen Koordinations- und Organisationsaufgaben. Schon jetzt hapert es bei der Taktung der S-Bahnen: Pendler im Gebiet Oberhavel-Reinickendorf wünschen sich eine Zehn-Minuten-Taktung der S25 zwischen Hennigsdorf und Tegel und der S1 zwischen Hohen Neuendorf und Frohnau. Ein weiteres Problem sind die überlasteten Regionalzüge, wie der RE1, die wegen zu kleiner Bahnsteige ihre Kapazitäten nicht erhöhen können. Eine Erweiterung des S-Bahn Streckennetzes, würde den Regionalverkehr entlasten. Zurzeit wird über eine mögliche Fortführung der Linie S25 bis nach Stahnsdorf spekuliert, aber konkrete Pläne liegen noch nicht vor.

Was lange währt, wird gut?

Lichtblicke sind einerseits der fast fertige Regionalbahnsteig am S-Bahnhof Ostkreuz, der eine bessere Anbindung an das S-Bahnliniennetz ermöglicht. Zusätzlich wird Ende August auch der Ausbau des Bahnhofs Strausberg bei Berlin fertig sein. S- und Fernverkehr werden dort ebenfalls getrennt und ermöglichen somit eine Erhöhung der Fahrgast-Kapazitäten sowie den Ausbau des Fernverkehrs Richtung Ost allgemein. Bleibt zu hoffen, dass die Hauptstadtpendler auf die Umsetzung der Mobilitätsstrategie nicht so lang warten müssen wie auf ihre Züge. (red)

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IHK Potsdam wählt Peter Heydenbluth zum neuen Präsidenten

Bei der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Potsdam wurde am Mittwoch, den 13. September, der neue Präsident Peter Heydenbluth sowie die Vizepräsidenten gewählt.

 

IHK-Präsident Peter Heydenbluth mit 1. Vizepräsidentin Bärbel Röhncke und 2. Vizepräsidenten Uwe Kaim

„Eine bessere Infrastruktur, darüber den weiteren Anschub des ländlichen Raumes sowie die aktive Unterstützung der beruflichen Aus- und Weiterbildung, um das Fachkräfteproblem besser in den Griff zu bekommen – dafür stehe ich. Die Weiterentwicklung der regionalen Wirtschaft ist das Hauptziel der IHK Potsdam, was wir auch in unserem Leitbild fest verankert haben“, so Heydenbluth. Außerdem bedankte er sich bei der vorherigen Präsidentin Beate Fernengel, die die Erneuerung der Kammer gestartet und sehr erfolgreich vorangetrieben hatte.

Zu Peter Heydenbluth

Seit der Gründung der ERV GmbH Entsorgung – Recycling – Verwertung im Jahr 1994 ist Peter Heydenbluth unternehmerisch in Oranienburg tätig. Der gebürtige Hennigsdorfer setzte sich im ersten Wahlgang gegen seinen Mitbewerber Dr. Stephan Knabe, Geschäftsführer der Dr. Knabe GmbH Steuerberatungsgesellschaft, Potsdam, durch. Die Amtsinhaberin Beate Fernengel war zur Präsidentenwahl nicht wieder angetreten, ist aber gewähltes Mitglied der neuen Vollversammlung.

Industrie- und Handelskammer Potsdam

Die IHK Potsdam ist die größte Kammer im Osten Deutschlands. Seit 1898 vertritt sie die wirtschaftlichen Interessen von den Unternehmerinnen und Unternehmern zwischen Prignitz und Fläming. Die im Frühsommer gewählte Vollversammlung ist mit 75 ehrenamtlichen Mitgliedern das höchste Gremium der IHK Potsdam und repräsentiert rund 75.000 Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. (red)