Wirtschaftsstandort Berlin: Siemens baut 870 Stellen ab

Der Technologiekonzern Siemens wird trotz eines Rekordgewinns von 6,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr weltweit rund 6.900 Stellen abbauen. Davon wird die Hälfte die Niederlassungen in Deutschland treffen, 870 allein in Berlin. Für den Wirtschaftsstandort Berlin ist das nach der Insolvenz der Fluggesellschaft Air Berlin und dem Verlust tausender Arbeitsplätze erneut ein herber Schlag.

Laut des Konzerns reagiere man mit dem Stellenabbau auf den rasant zunehmenden Strukturwandel in der fossilen Stromerzeugung und im Rohstoffsektor. „Die Energieerzeugungsbranche befindet sich in einem Umbruch, der in Umfang und Geschwindigkeit so noch nie dagewesen ist. Der Ausbau und die Innovationskraft Erneuerbarer Energien setzen andere Formen der Energieerzeugung zunehmend unter Druck. Die jetzigen Maßnahmen knüpfen an unsere Anstrengungen an, die wir bereits vor drei Jahren gestartet haben, um unser Geschäft an die sich verändernden Marktbedingungen anzupassen“, so Lisa Davis, Mitglied des Vorstands der Siemens AG.

In Moabit und Spandau werden 870 Stellen gestrichen

Insgesamt 870 Arbeitsplätze sollen in Berlin gestrichen werden, davon 300 im Gasturbinenwerk in Moabit und 570 im Spandauer Dynamowerk. Nach der ersten Planung bleiben das Engineering und der Vertrieb bestehen. Die Fertigung soll allerdings entfallen. „Eine Schließung des Standorts Berlin ist jedoch nicht vorgesehen“, so Siemens. Nicht nur Angestellte und Betriebsräte sind über den massiven Stellenabbau empört, auch die IG Metall kritisiert die Siemens-Pläne scharf. Klaus Abel, der Berliner IG-Metall-Chef, kündigte bereits gestern heftigen Widerstand der Arbeitnehmerseite an.

Dynamowerk in Berlin-Spandau

Politik und Wirtschaft kritisieren die Entscheidung

Außerdem sprach er von einem „Vertrauensbruch“ seitens des Siemens Vorstandschefs Joe Kaeser. Auch  Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) kritisiert den Siemens-Konzern scharf. So habe Siemens „mit seinen Berliner Werken lange Zeit gut verdient“, sagtPop gegenüber der Berliner Zeitung „Ich erwarte, dass Siemens gemeinsam mit den Beschäftigten nach Lösungen sucht.“

Ob der Konzern, der sich unter anderem im vergangenen Jahr im Streit um die Errichtung einer Hauptstadtrepräsentanz im Garten des denkmalgeschützten Magnus-Hauses in Mitte darauf berufen hatte, seine Wurzeln in Berlin zu haben, sich von seinen Streichungsplänen abbringen lässt, bleibt abzuwarten. (red)

Lufthansa und Eurowings: Konkurrenz um Berliner Luftstrecken?

Nach der Insolvenz von Air Berlin will auch Eurowings die Strecken Berlin-Frankfurt und Berlin-München bedienen. 2018 sollen unter anderem die Strecken Berlin-Frankfurt, Berlin-München und Düsseldorf-München neu angeboten werden. Auf diesen Verbindungen ist nach dem Ende von Air Berlin derzeit die Lufthansa ohne Konkurrenz unterwegs. Dieses Privileg könnte sie allerdings bald verlieren. Kartellrecht Experten vermuten bislang, dass es zu keinem Preiskampf kommen wird. Beide Fluggesellschaften gehören schließlich demselben Konzern an. 2001 hatte die Deutsche Lufthansa AG die Billigfluglinie Eurowings übernommen.

Fehlende Konkurrenz treibt die Preise hoch

Fakt ist, dass derzeit gerade auf innerdeutschen Strecken eine sehr hohe Nachfrage herrscht. Infolge der Air-Berlin-Pleite ist das Angebot stark eingeschränkt. Das führt in den meist voll besetzten Flugzeugen zu hohen Ticketpreisen. Durch den Wegfall von Air Berlin mangelt es an Konkurrenz und so sind die innerdeutschen Flüge bis zu 50 Prozent teurer. Berliner Geschäftsreisende sind besonders betroffen, berichtete der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) in Frankfurt. Laut ihren Berechnungen sind nach der Aufgabe des Linienverkehrs der Air Berlin auf Kurzstrecken die Preise zwischen 26 Prozent an Werktagen und knapp 39 Prozent an Wochenenden gestiegen – was natürlich auch Privatkunden trifft.

Die höheren Ticketpreise im Lufthansa-Konzern seien allein durch die gestiegene Nachfrage entstanden, die ihrerseits auf das verkleinerte Angebot zurückzuführen sei, erklärte das Unternehmen. An der Preisstruktur habe sich nach Angaben einer Konzernsprecherin nichts geändert. Die Preisbildung funktioniert wie bei nahezu allen Airlines: Ist der Flugtermin noch weit entfernt und sind erst wenige Plätze verkauft, werden die Tickets günstig angeboten. Kurz vor Abflug werden die letzten Plätze aber nur noch zu Höchstpreisen abgegeben.

Überraschend ist jedoch, dass seit dem Lufthansa und die Tochtergesellschaft Eurowing bei Inlandsflügen dominieren, sich einiges verändert hat. Die Systeme zeigen viel häufiger speziell für Inlandsflüge zu günstigen Tageszeiten nur noch den Status „ausverkauft“ an.

Mehr Konkurrenz belebt das Geschäft

Die Auswirkungen der fehlenden Konkurrenz treffen allerdings ganz andere. „Es leiden insbesondere die Unternehmen, die auf Flugverbindungen von dezentralen Airports abseits der großen Hubs angewiesen sind. Deren Situation hat sich in Bezug auf Ticket-Verfügbarkeit, Frequenz und Preis dramatisch verschlechtert“, so Christoph Carnier, VDR-Präsidiumsmitglied.

Außerdem wird im nächsten Jahr noch ein zusätzlicher Konkurrent erwartet. Die britische Linie Easyjet möchte mit ihren von Air Berlin übernommenen Flugzeugen ebenfalls innerdeutsche Verbindungen fliegen. Auf welchen Strecken und zu welchen Terminen hat die britische Fluggesellschaft, die bis zu 25 Jets einsetzen wollen, bislang nicht kommuniziert

Gemeinsam für eine soziale und wirtschaftlich starke Stadt

Auf dem 9. Berliner Quartiersrätekongress wird die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Stadt diskutiert.

Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, lädt am Freitag, den 10. November zum 9. Berliner Quartiersrätekongress ein. Die Veranstaltung ist eine besondere Kooperation zwischen dem Berliner Parlament, den Quartiersräten als Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerschaft und der Verwaltung. Im Abgeordnetenhaus von Berlin werden sie sich den komplexen Aufgaben zur Verbesserung der Bildung, der Integration und der Lebenssituation der Menschen in den Quartieren widmen. Im März 2019 jährt sich der Senatsbeschluss zum Programm „Soziale Stadt mit der Einführung“ des Berliner Quartiersmanagements zum 20. Mal.

Gemeinsam für eine soziale Stadt

Schon im Vorfeld des diesjährigen Kongresses wurde das Programm „Soziale Stadt“ proaktiv durch Fragebögen mitgestaltet. Das Ziel ist, das Programm auch 2018 fortzuführen. Das Motto der Veranstaltung lautet „Mitmachen-Mitentscheiden-Selbermachen: Quartiersräte gestalten Stadt“. Gemeinsam sollen wichtige Impulse für die weitere Programmausrichtung gewonnen werden.

Ehrenamtliches Engagement für die Stadtteile

„Ich schätze die ehrenamtliche Arbeit der Quartiersräte, weil sie den Menschen im Quartier eine Stimme geben. Lassen sie uns gemeinsam darüber nachdenken, wie die Fördermittel des ProgrammsSoziale Stadt‘ dort eingesetzt werden können, wo sie am dringendsten gebraucht werden und wo sie den größten Nutzen für möglichst viele Menschen in den Quartieren bringen. Für die weitere Ausgestaltung des Programms ‚Soziale Stadt‘ in Berlin ist mir das Wort der lokalen Spezialisten, die Quartiersräte ja sind, besonders wichtig“, so die Senatorin Lompscher.

Derzeit engagieren sich über 1.000 Quartiersräte in den 34 Quartiersmanagementgebieten der Stadt. Die Gremien werden alle zwei Jahre neu gewählt. Das Hauptanliegen der Räte ist es, den Stadtteil attraktiver zu machen, die Chancen der Kinder auf Bildung zu erhöhen, die Kommunikation untereinander herzustellen und das Zusammenleben der Bewohnerinnen und Bewohner unterschiedlicher ethnischer Herkunft im Quartier zu stärken.

Städtebau wird aktiv mit Projekten gefördert

Das Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ unterstützt die Stabilisierung städtebaulich, wirtschaftlich und sozial benachteiligter Stadtteile. Mit gezielten Investitionen in die öffentliche Infrastruktur und den öffentlichen Raum wird das Wohnumfeld aufgewertet. Für die Umsetzung der Programmpunkte hat der Berliner Senat ein Quartiersmanagementverfahren ins Leben gerufen und setzt es in Zusammenarbeit mit den Bezirken um. Die jeweiligen Quartiersmanagement-Teams unterstützen lokale Aktivitäten der Bewohnerinnen und Bewohner, vernetzen und kooperieren mit verschiedenen Initiativen. In diesem Jahr wird das Programm mit finanziellen Mitteln in Höhe von 26,8 Millionen Euro  gefördert. Mittlerweile umfasst das Programm „Soziale Stadt“ 230 Einzelprojekte. (red)

 

 

Social Business Panda Coffee: Konsum muss Mehrwert haben

Good Coffee. Good Karma.

Wir alle konsumieren täglich. Schon morgens, noch bevor der Tag so richtig begonnen hat, geht es los. Zum Wachwerden brauchen wir Kaffee (Tchibo Kaffeereport 2017). Ein von weit her importiertes Gut, das zu unserem Tagesablauf gehört, wie Gesichtwaschen und Zähneputzen. Und uns zu besseren Menschen machen könnte.

Nachhaltigkeit ist trotz der Geiz-ist-geil-Mentalität der Deutschen in aller Munde. Es gibt fair produzierte und gehandelte Kleidung, Gebrauchsgegenstände und Lebensmittel, aber man muss länger suchen, genauer hingucken und tiefer in die Tasche greifen. Dafür bekommt man nicht nur ein gutes Gewissen, sondern auch beste Qualität und unterstützt eine faire Wertschöpfungskette. Panda Coffee geht sogar noch einen Schritt weiter.

Fair Trade und fair Play mit Panda Coffee

Das Social Business bietet in seinem Online-Shop nicht nur direkt gehandelten Kaffee an, sondern überzeugt durch Initiative und Transparenz. So erfährt der Konsument alles über die Hintergründe des Kaffee-Anbaus, wird über gängige Vorurteile und Missstände aufgeklärt und kann sich überzeugen, dass Panda Coffee allen Kriterien des nachhaltigen Konsums entspricht.

Da es dem Unternehmen mit seinem wegweisenden Geschäftsmodell nicht reicht, den Menschen entlang der Wertschöpfungskette eine verlässliche Lebensgrundlage durch über Fair Trade liegende Löhnen und Unterstützung bei der Infrastruktur der Anbauregion zu bieten, unterstützt das Unternehmen mit 3 Euro pro verkauftem Kilogramm humanitäre und artenschutzerhaltende Hilfsprojekte. Respekt vor so viel Engagement – mehr Nachhaltigkeit durch Konsum ist kaum möglich. (red)

Neue Energien in der Lieferbranche – auf Grün setzen!

An Ideen, die Logistikbranche grüner zu gestalten mangelt es nicht. Zahlreiche Entwicklungen wie elektrische Straßenroller, Drohnen oder der Gebrauch von Lastenfahrrädern mobilisieren die Stadt bereits heute. Dennoch ist das Stadtbild ein anderes: Sowohl in der Innenstadt, als auch auf den Autobahnen ist die Realität von schadstoffausstoßenden Dieseln und Benzinern geprägt. Aufgrund des angedrohten Diesel-Fahrverbots steht nun auch die Logistikbranche vor der Frage, welche Alternativen möglichst umweltschonend, aber dennoch effizient sind.

Wichtiges Thema auf dem Logistikkongress

Dieser Tage wird das Thema beim 34. Logistikkongress heiß diskutiert. Die Automobilbranche steht vor der Aufgabe das Vertrauen der Kunden in die Technologie nach dem Diesel-Abgasskandal wiederzugewinnen, aber auch in die Zukunft zu denken, um die Automobilbranche umweltfreundlicher zu gestalten.

Grün in die Zukunft

Die Vorstellung vom elektrischen Lieferverkehr kommt nicht von ungefähr. Der Klimawandel schreitet durch eine extreme Umweltverschmutzung und –belastung voran wie nie zuvor. Es besteht dringender Handlungsbedarf.

Möglich ist auch ein komplettes Diesel-Verbot in deutschen Innenstädten, um die enorme Umweltverschmutzung und den damit einhergehenden Schadstoffausschuss zu reduzieren und die Gesundheit der Bevölkerung nicht weiter zu beeinträchtigen bzw. zu gefährden.

Viel für und gegen

Branchenkenner sind der Meinung, es gäbe bereits saubere Nutzfahrzeuge unter den Dieseln und ein komplettes Verbot wäre wirtschaftlich nicht rentabel, zumal viele Handwerker mit Dieselmotoren in den Innenstädten unterwegs seien. Nichtsdestotrotz sind heute noch fast alle Lieferanten mit Dieselfahrzeugen unterwegs. Von insgesamt 2,9 Millionen zugelassenen Lastwagen in Deutschland, fährt nur gerade einmal gut ein Prozent mit alternativen Antrieben wie einem Elektroroller oder Erdgas.

Die Deutsche Post testet schon seit Jahren den Paketlieferdienst auf vier elektrischen Rädern. Schon lange stehen sie im Austausch mit Partnern aus der E-Transport Branche. Gegenüber der Berliner Zeitung äußerte sich Logistikexperte Stephan Seeck positiv zu den Elektrofahrzeugen. Seiner Meinung nach wird der innerstädtische Lieferverkehr früher oder später von den jetzigen Dieseltransportern auf Elektrofahrzeuge umsteigen.

Elektroautos sind auch nicht ohne Makel

Der CDU-Abgeordnete Carsten Müller ließ gegenüber der Berliner Zeitung verlauten :„Auch das Elektroauto hat einen Auspuff. Und das ist eben oft das Braunkohlekraftwerk“. Soll heißen: Auch der Strom für Elektrofahrzeuge sollte aus umweltfreundlichen Quellen stammen.

Müller mahnt auch an, dass die langfristige Wirtschaftlichkeit  sichergestellt sein müsse. Demnach sei der Elektroantrieb zwar der Motor der Zukunft, flächendeckend rechnen tut er sich aber frühestens ab dem Jahr 2025. Müller vertritt die Überzeugung, die Mobilität müsse ein Stück weit neu erfunden werden. Innovationen wie E-Autos, E-Bikes und Pedelecs gehören schon dazu, dennoch müsse mehr Initiative gezeigt werden, zum Beispiel mit dem Bau von Ladestationen oder Garagen, so Müller gegenüber der Berliner Zeitung. (red)

Berlin, New York, Australien – Ausnahmekünstlerin Claudia Chaseling eröffnet Soloausstellung auf dem fünften Kontinent

Morgen wird im Rahmen einer Soloausstellung in Wollongong, Australien (bei Sydney) die Ausstellung „Silent“ von Claudia Chaseling eröffnet. Sowohl in der Show SITE-MUTATIVE PAINTING in der Magic Beans Gallery in Berlin Mitte als auch in der Richard Taittinger Gallery in New York präsentiert die Künstlerin zur Zeit parallel ihre raumgreifenden und teilweise dreidimensionalen Werke.

Magic Beans Gallery Berlin: Galerist Christian Efremidis (l.), Claudia Chaseling (2.v.l.) und Gäste der Ausstellung, Copyright: Magic Beans

Die in München geborene Claudia Chaseling, war an der Universität der Künste in Berlin Meisterschülerin bei Professor Marwan Kassab-Bachi. Sie wird für die Eröffnung der australischen Ausstellung sogar persönlich vor Ort anwesend sein.

Wagemutig und ohne Scheu vor großen Themen verknüpft die in Berlin lebende Claudia Chaselings Malerei unterschiedliche Werkstoffe wie Ölfarbe, Eitempera oder auch Aluminium. „Meine Malerei benutzt Strukturen, die chaotisch anmuten aber regelmäßig auftreten“, sagt die Künstlerin selbst über ihre Arbeiten.

Die Ausstellung in der Magic Beans Gallery in der Auguststraße 86 in Berlin Mitte läuft noch bis zum 5. November.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 12:00 bis 18:00 Uhr

Buchtipp: Claudia Chaseling – Spatial Painting – Verlag für zeitgenössische Kunst und Theorie, Berlin, 2016

(red)

Richtfest am Mercedes Platz

Nachdem die Anschutz Entertainment Group im Jahr 2001 das große Gelände des einstigen Güterbahnhofs zwischen Warschauer Straße und Ostbahnhof gekauft hatte, nimmt das geplante Vergnügungsviertel rund um die Mercedes Benz Arena nun endlich Form an: Am 24. Oktober wurde am Mercedes Platz Richtfest gefeiert.

Die Mehrzweckhalle, zur Eröffnung 2008 noch unter dem Namen O2 World bekannt, bekommt in nächster Zeit viele Nachbarn: In den kommenden Jahren wird das gesamte Viertel rund um die Halle für 200 Millionen Euro bebaut. Zum Richtfest sind vier Gebäude im Rohbau fertiggestellt. Bis zum Herbst nächsten Jahres sollen ein Multiplexkino mit 14 Sälen für 2.500 Zuschauer, eine Music Hall für 4.500 Besucher, zwei Hotels, 15 Restaurants, Bars und Cafés sowie eine Bowlingbahn gebaut werden. Der circa 6.500 Quadratmeter große Vorplatz wird mit Fontänen und großzügigen Baumflächen gestaltet.

Bereits in dieser Woche wird auf dem Gelände ein weiteres Richtfest gefeiert. Am 26. Oktober 2017 wird der Rohbau des neuen Einkaufszentrums East Side Mall der Öffentlichkeit präsentiert. Ebenfalls im Herbst 2018 sollen die 120 Geschäfte, Gastrobetriebe und ein Fitnessstudio einziehen.

Das Baugeschehen im Viertel wird darüber hinaus noch einige Jahre andauern: Weitere Hotels sowie ein Unternehmensstandort von Zalando sind unweit der East Side Gallery in der Planung. (uc)

Sieben auf einen Streich

degewo beginnt sieben Neubauvorhaben im November – Startschuss für 866 Wohnungen

Berlins größtes kommunales Wohnungsbauunternehmen ist weiter auf Wachstumskurs. Die degewo erweitert den Bestand hauptsächlich in den Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick mit dem Bau von 866 überwiegend mietpreisgebundenen Wohnungen. In den beiden Bezirken verwaltet die degewo bereits über 32.000 Wohnungen.

Um das Neubauziel für die nächsten Jahre zu realisieren, macht die degewo mit sieben Baustarts im November den nächsten großen Schritt. Bis 2021 plant die degewo ihren Wohnungsbestand durch Neubau und Ankauf um jährlich ca. 1.500 Wohnungen zu erhöhen. Damit soll mehr bezahlbarer Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen geschaffen werden.

Die Bauvorhaben im Überblick:

– Marzahn-Hellersdorf: Ludwig-Renn-Str., 255 Wohnungen, davon 38 % mietpreisgebunden und 22 % Modellprojekt Variowohnen

– Treptow-Köpenick: Mahlower Straße, 101 Wohnungen, 100 % mietpreisgebunden

– Treptow-Köpenick: Schönefelder Chaussee, 164 Wohnungen, davon 84 % mietpreisgebunden, Modellvorhaben für die Integration Geflüchteter

– Treptow-Köpenick: Bohnsdorfer Weg, 72 Wohnungen, ohne Mietpreisbindung

Berlin-Mitte: Lehrter Straße 23-25, 118 Wohnungen, 100 % mietpreisgebunden

– Neukölln-Gropiusstadt: Feuchtwangerweg, 99 Wohnungen, davon 37 % mietpreisgebunden

Reinickendorf: Tramper Weg 6, 57 Wohnungen, davon 51 % mietpreisgebunden

Zwei der Bauprojekte haben einen besonderen Schwerpunkt

Fünf Gebäude entstehen in der Marzahner Ludwig-Renn-Straße. In einem Gebäude entsprechen die neu geschaffenen Wohnungen den Anforderungen des Förderprogramms „Variowohnen“ des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung. Vario-Wohnungen werden den Bedürfnissen von Studenten gerecht. Es wird 3-Raum-Wohngemeinschaften und Studiowohnungen geben. Zusätzlich werden auch Gemeinschaftsräume und –küchen zur Verfügung stehen.

Mit diesem Wohnungstyp hat die degewo für den Förderzeitraum von zehn Jahren ein besonderes Angebot für Studenten im Portfolio. Zudem entstehen in weiteren Gebäuden seniorengerechte Wohnungen und Familienwohnungen.

In der Schönefelder Chaussee im Ortsteil Altglienicke sind beim Modellprojekt „ToM– Tolerantes Miteinander“ rund die Hälfte der Wohnungen für geflüchtete Menschen mit Bleiberecht vorgesehen. Die Betreuung erfolgt durch einen sozialen Träger vor Ort . Eine Kita, ein Anwohnercafé und Gemeinschaftsräume sollen den interkulturellen und nachbarschaftlichen Austausch fördern. Wie in der Kooperationsvereinbarung „Leistbare Mieten, Wohnungsneubau und soziale Wohnraumversorgung“ der sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen mit dem Berliner Senat vereinbart, liegen die Mieten der mietpreisgebundenen Wohnungen im Durchschnitt bei 6,50 EUR/m². Der frei finanzierte Teil wird für durchschnittlich unter 10,00 EUR/m² angeboten. (red)

Knapper Wohnraum treibt die Mieten weiter in die Höhe

Wer in Berlin auf Wohnungssuche ist, der muss Geduld und Geld mitbringen. Die Wohnungsknappheit treibt die Mieten in die Höhe und macht das Wohnen in Berlin zum teuersten in ganz Ostdeutschland. Wie der „Wohnungsmarktbericht Ostdeutschland 2017“, den die TAG Immobilien AG gestern vorgestellt hat, zeigt, liegt der Preis pro Quadratmeter Kaltmiete bei mittlerweile 10,09 Euro. Damit übertreffen die Preise sogar den Quadratmeterpreis in Potsdam – die bisher als teuerste Stadt im Osten des Landes galt.

Der stetige Anstieg der Mieten in Berlin treibt die Menschen ins Umland. Dort sind die Mieten mitunter recht günstig, steigen aber dennoch an. In der Untersuchung der TAG wurden 27 Städte betrachtet. In Eberswalde zum Beispiel liegt der Preis pro Quadratmeter bei 5,60 Euro, in Brandenburg an der Havel zahlt man eine durchschnittliche Quadratmeter-Miete von 5,50 Euro, in Nauen 6,49 Euro und in Strausberg 6,87 Euro.

Auch Wohneigentum ist teuer   

Dem Bericht zufolge, sind auch die Wohneigentumspreise in Berlin und Potsdam angestiegen. Haushalte in Berlin und Brandenburg müssen im Durchschnitt mittlerweile fast 32 Prozent bzw. 29 Prozent ihres Nettoeinkommens für das Wohnen ausgeben. Es gibt sogar Bereiche in Berlin, in welchen die Wohnkostenbelastungsquote bei 51 Prozent liegt. Für eine Eigentumswohnung im Bestand zahlt man in Berlin inzwischen 3100 Euro pro Quadratmeter. Bei Neubauwohnungen liegt der Preis pro Quadratmeter überdies schon bei 4600 Euro. Die Preise in Potsdam nehmen sich nicht viel von denen in Berlin. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte kommt sogar auf einen Durchschnittswert in der Hauptstadt von 5038 Euro pro Quadratmeter.

Der stetige Anstieg ist vorhersehbar, aber laut Immobilienverkäufer Nikolaus Ziegert, nicht mehr so stark. Gegenüber der Berliner Zeitung und in seinem Bericht gab er an, nach Preissteigerungen von durchschnittlich 10 Prozent in den letzten 5 Jahren, sei in den nächsten Jahren mit einem Anstieg von etwas über 5 Prozent zu rechnen.

Wohnraum in Berlin wird immer rarer. Der Wohnungsbau entwickelt sich zudem nur sehr langsam. Um dem entgegen zu wirken und der großen Nachfrage gerecht zu werden, ist es nun Aufgabe der Regierung, gegen die Wohnungsknappheit vorzugehen und den enormen Anstieg der Mieten zu regulieren und zu stabilisieren. (ao)

Trotz Wohnungsnot kein Bauboom – Rot-Rot-Grün stagniert, die CDU agiert

Mittlerweile verzeichnet Berlin einen stetig wachsenden Zulauf von immer mehr Menschen, die die Hauptstadt zu ihrem Wohnort ernennen; mit einem gleichzeitigen Defizit an vorhandenem Wohnraum. Dem Amt für Statistik zufolge kamen in den ersten sechs Monaten des letzten Jahres 35.000 Menschen mehr nach Berlin, als wegzogen. Setzt sich der Trend fort, dann wächst die Bevölkerung künftig um 70.000 Menschen pro Jahr. Der Wohnungsbau in Berlin kommt nur schleppend in Fahrt. Zwar ist der Rot-Rot-Grünen Regierung durchaus bewusst, dass Berlin wächst und dementsprechend auch der dafür benötigte Wohnraum nicht fehlen darf. Nichts desto trotz werden geplante Projekte nur sehr langsam umgesetzt. Der CDU Generalsekretär Stefan Evers übt deshalb Druck auf die Regierung aus, indem er jene Vorhaben beleben möchte, über welche mit der SPD einst Einverständnis herrschte.

Der Volksentscheid Tegel macht Rot-Rot-Grünen einen Strich durch die Rechnung

Durch den Volksentscheid zu Tegel und der von der Mehrheit der Bürger gewünschten Offenhaltung dessen, geht der Berliner Regierung ein zuvor geplantes, zentrales und imposantes Entwicklungsgebiet verloren. Geplant waren nicht nur eine neue Siedlung, sondern zudem 100 Mietshäuser die außenherum entstehen sollten. Die Senatsbaudirektorin Regula Lüscher beziffert das Potential des Areals sogar mit 25.000 Wohnungen. Dieses Projekt ist nun auf lange Sicht erstmal nicht realisierbar.

Eine weitere Herausforderung stellen die Einkünfte der meisten Neuberliner dar. Kaum einer ist in der Lage sich mehr als eine günstige Miet- oder Sozialwohnung leisten zu können. Die Anzahl an jenen Wohnungen nimmt allerdings ab und das immens.

Die Lösung des Dilemmas: Neubau auf landeseigenen Flächen

Die Bredouille ließe sich lösen durch preiswerten Neubau auf landeseigenen Flächen. Dafür hat der Senat bereits elf Distrikte aufgelistet, die meisten davon am Stadtrand. Dazu zählen unter anderem die Wasserstadt Spandau, Adlershof, Buckow, Lichterfelde-Süd und Buch. Auch hier mahnt die CDU die Weiterentwicklung der Zentren an, die offensichtlich nicht stattfindet. Sie seien im Koalitionsvertrag zwar als außergewöhnliche Plätze aufgeführt, deren Weiterentwicklung verlockend sei, die letztendliche Umsetzung erfolgt dennoch nicht.

Für CDU-Generalsekretär Evers ist dies schlichtweg Ideologie. Für ihn ist genügend potentiell bebaubarer Wohnraum vorhanden. Zwischen dem Bahnhof Zoo und dem Ernst-Reuter-Platz sei durch höhere Häuser Verdichtung möglich, gab Evers gegenüber dem Tagesspiegel an. Dennoch glaubt Evers nicht daran, dass seine Änderungsanträge im Haushalt angenommen werden und der Wohnungsbau in Berlin endlich in die heiße Phase gehen kann. (ao)