Wohnungsbau statt Schrebergärten: Mehrheit der Berliner ist dafür

Wenn Arne Piepgras an die Wohnraumsituation in Berlin denkt, schaudert es ihn. „Es ist ein Desaster“, sagt der langjährige Sozialdemokrat. Seit 17 Jahren führen seine Genossen den Senat, aber der Wohnungsmarkt findet nicht aus der Krise. Der 61-jährige Piepgras ist Projektentwickler, er kennt die Misere im Wohnungsbau genau.

Berlin ist eine wachsende Stadt, rund eine Viertel Millionen Menschen werden sich in den kommenden 15 Jahren zusätzlich ansiedeln. Bis 2020 braucht die Bundeshauptstadt mindestens 137.000 neue Wohnungen, bis 2030 müssen etwa 194.000 sein. Nur so kann das Wohnangebot mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten und den ohnehin bereits angespannten Wohnungsmarkt entlasten. Aber wo soll gebaut werden?

Wohnungsbau braucht neue Flächen

Projektentwickler Piepgras hat sich mit einer unkonventionellen Idee an die Öffentlichkeit gewagt. Rund drei Prozent der Stadtfläche, etwa 3.000 Hektar, werden von Kleingartenkolonien belegt. Die Gelände waren immer sogenannte Baulandreserve, Laubenpieper-Parzellen also seit jeher Idyllen auf Zeit. „Auf dieser Fläche könnten an die 400.000 Wohnungen errichtet werden“, hat Piepgras errechnet. Er weiß, dass er sich mit seinem Vorschlag unbeliebt macht. Kleingärten sind für Berliner Herzenssache. Wer Gartenkolonien planieren und bebauen will, muss mit Widerstand von Bürgerinitiativen rechnen.

Piepgras wollte es genau wissen und gab eine Umfrage in Auftrag, um die Stimmung in der Bevölkerung zu ermitteln. Und siehe da: 54,4 Prozent der Befragten würde eine teilweise oder vollständige Bebauung von Schrebergärten gutheißen. In der Altersgruppe 18 bis 29 Jahre würden sogar 71,2 Prozent eine Bebauung begrüßen. Hingegen lehnen mehr als 60 Prozent der über 50-Jährigen eine Bebauung entschieden ab.

 

Kämpft für gerechtes Wohnen: Immobilieninvestor Arne Piepgras | Foto: BERLINboxx

Kämpft für gerechtes Wohnen: Immobilieninvestor Arne Piepgras | Foto: BERLINboxx

 

Generationenkonflikt um Wohnraum

Dies macht den Generationenkonflikt sichtbar, der sich um das Thema rankt. Während sich alteingesessene Berliner im Stadtgebiet in ihren grünen Laubenpieper-Oasen erholen, werden junge Familien aus der Stadt gedrängt, weil die Mietpreise explodieren. Piepgras will eine „Gerechtigkeitsdiskussion“ anstoßen: „Ist es gerecht, dass absehbar hunderttausende Berliner Bürger das Stadtgebiet wegen steigender Mieten verlassen müssen? Wäre es nicht gerechter, die Kleingärten ins Umland umzusiedeln und damit hier Platz zu schaffen für eine Wohnungsbauinitiative, die diesen Namen auch verdient?“

In zwei offenen Briefen auf Zeitungsanzeigenseiten hat sich Piepgras in den vergangenen Wochen an die Bausenatorin Katrin Lompscher gewandt. „Rufen Sie zu einem Masterplan ,Bezahlbaren Wohnraum schaffen‘ auf“, lautet sein Appell. „Wenn wir nicht aufpassen“, warnt Piepgras, „werden wir Verhältnisse wie in München oder London bekommen, wo sich kein Normalverdiener mehr innerstädtischen Wohnraum leisten kann.“ Berlin werde „seinen Charakter als bezahlbare und damit liebenswerte Großstadt verlieren und zu einer unbezahlbaren Metropole“ werden.

Ausschließlich günstige Wohnungen

Vom rot-rot-grünen Senat erwartet er den Mut zu einer „Politik über den Tellerrand hinaus“. Piepgras spekuliert sogar auf eine breite Zustimmung seitens betroffener Kleingärtner: „Wenn sichergestellt wird, dass auf den Grundstücken ausschließlich günstige Wohnungen sowie Schulen und Kitas entstehen, wäre dann nicht auch ein Großteil der Kleingärtner bereit, auf ihre Privilegien zu Gunsten der Allgemeinheit zu verzichten?“

Für die Bausenatorin könnte Piepgras’ Vorschlag der Ausweg aus einem Dilemma sein. Soeben hat sie amtlich bestätigen müssen, dass der Senat das im Koalitionsvertrag vereinbarte Wohnungsbauziel verfehlen wird. Die Unterhändler von SPD, Linke und Grüne hatten sich auf „mindestens 30.000 Neubauwohnungen“ verständigt. In einem von Lompscher vorgelegten Bericht geht der Senat nun von 26.514 fertigen Neubauwohnungen in kommunaler Hand bis 2021 aus. Höchste Zeit also für einen Neustart in der Berliner Wohnungsbaupolitik. (hf)

Im dritten Anlauf: Zustimmung zu Brückenteilzeit-Gesetz

Am Mittwoch stimmte das Bundeskabinett dem Gesetzesentwurf des Bundesarbeitsministers Hubertus Heil (SPD) zur Regelung der Brückenteilzeit zu. Das Gesetz soll die rechtmäßige Rückkehr von einer Teilzeit- in eine Vollzeitstelle regeln. Voraussetzung ist, dass es sich um eine zeitlich begrenzte Teilzeit handelt. Während die Zustimmung des Bundestages noch aussteht, würde der Anspruch rund 22 Millionen Beschäftigte betreffen. Diese sollen ab dem 1. Januar 2019 nach dem Inkrafttreten des Gesetzes sorgenfreier entscheiden können. Nachdem vergleichbare Entwürfe während mehrerer Amtszeiten seit 2009 gescheitert waren, möchte Arbeitsminister Heil nun „Brücken schaffen“.

Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten hat sich laut des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) seit 1998 von acht auf mehr als 15 Millionen fast verdoppelt. Vier von fünf in Teilzeit Arbeitenden sind Frauen. Heil wies darauf hin, dass sich viele von ihnen aus Gründen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unfreiwillig in der sogenannten „Teilzeit-Falle“ befänden. Für den Vorstoß der aktuell entworfenen Regelung musste der SPD-Politiker einige Zugeständnisse machen. Trotzdem hagelt es weiterhin oder gerade deshalb Kritik vonseiten der Parteien und Arbeitgeberverbände.

Einschränkungen und Vorteile der Brückenteilzeit

Die notwendigen Zugeständnisse der SPD äußern sich in der Beschränkung des Anspruchs auf bestimmte Unternehmensgrößen und weitere Einschränkungen. Das Gesetz betrifft Betriebe ab einer Größe von 45 Beschäftigten. Unternehmen mit einer Größe von 46 bis 200 Mitarbeitern werden mit einer Zumutbarkeitsgrenze entlastet. Nur einem von 15 Mitarbeitern muss der Arbeitgeber die vorher genau festgelegte Brückenteilzeit gewähren.

Um die Union nach zweimaligem Scheitern der Entwürfe von Vorgängern zur Zustimmung zu bewegen, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Beweispflicht-Klausel stark abgeschwächt. Denn derzeit sind die Arbeitnehmer in der Beweispflicht, eine freie Stelle aufzuzeigen, sollten sie wünschen, aus der Teilzeit in Vollzeit zurückzukehren. Heil wollte ursprünglich auf eine Umkehrung der jetzigen Regelung und somit eine Entlastung der Arbeitnehmer hinarbeiten.

Die befristete Teilzeit ermöglicht es nun, den Schritt auch aus anderen Gründen als den bisher gesetzmäßig legitimen mit Rückkehrrecht zu wagen. Somit wird die Aufstockung der Stunden nicht nur nach der bisher geregelten Eltern- oder Pflegezeit gewährt, sondern gesetzlich auch auf Weiterbildungen, Selbstverwirklichungen oder die Freizeit ausgeweitet. Verändert sich das Leben, kann auch die Stundenanzahl ohne Angst vor einer endgültigen Entscheidung angepasst werden. „Arbeit, die zum Leben passt – das ist für immer mehr Menschen ein entscheidender Wert und für mich ein wesentliches Ziel“, sagt Heil. Er „baue Brücken“ für eigene Pläne und besondere Lebenssituationen, betonte Heil nach dem Erfolg der Zustimmung durch das Bundeskabinett.

Vor allem Frauen sollen von der Flexibilität des neuen Brückenteilzeit-Gesetzes profitieren. | Foto: pexels.com

Bürokratie vs. Selbstverwirklichung

Der Beitrag, den er zur Gleichstellung von Frauen und dem Ausmerzen der „Teilzeit-Falle“ damit leisten möchte, wird jedoch kritisch betrachtet. So gibt die Deutsche Handwerkszeitung an, Frauen würden vor allem in kleinen Betrieben arbeiten, in denen der Anspruch gar nicht geltend gemacht werden könne. Die Linke rechnete zudem vor, dass das Gesetz aufgrund der Betriebsgröße grundsätzlich sowieso nur jeden vierten Beschäftigten beträfe (Quelle: Morgenpost). 22 Millionen oder rund 27 Prozent – das macht schon vom Klang her einen erheblichen Unterschied.

Sowohl der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) als auch der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagebau (VDMA) sorgten sich um eine Verschärfung des Fachkräftemangels. Für Arbeitgeber entstehe ein Gegensatz aus der „Verrechtlichung der Arbeitsverhältnisse“ und weiteren unbesetzten Stellen, aufgrund der neu gewonnenen Freiheit, die Mitarbeitern den Rücktritt in ein Teilzeitverhältnis ermöglicht. Eine Teilzeitbeschäftigung ist nun keine Einbahnstraße für Beschäftige mehr, könnte sich jedoch in bürokratischen Aufwand für Arbeitgeber verwandeln. Außerdem würde laut ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke nach „schon bestehenden Belastungen“, wie  dem gesetzlichen Mindestlohn, den Einschränkungen der Zeitarbeit und den Entgelttransparenzvorschriften, ein weiteres Mal „tief in die Entscheidungsfreiheit der Unternehmen“ eingegriffen.

Von den Gewerkschaften begrüßt

Der deutlich entschlackte Gesetzesentwurf zur Brückenteilzeit scheint jedoch ein wichtiger Schritt zu sein, dem aber noch weitere folgen müssen. „Das ist ein erster wichtiger Schritt in Richtung mehr Arbeitszeitsouveränität und Selbstbestimmung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Diese Reform war überfällig – insbesondere nachdem ein entsprechendes Vorhaben in der letzten Legislaturperiode an den erforderlichen Mehrheiten gescheitert war“, so DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Der DGB wird sich auch zukünftig für mehr Arbeitszeitsouveränität einsetzen, sodass Arbeitnehmer Beruf und Privatleben besser vereinbaren können. (cn)

 

 

Für mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft: 19 Innovationen aus Berlin ausgezeichnet

Unter dem Jahresmotto „Welten verbinden – Zusammenhalt stärken. 100 Innovationen für Deutschland“ sind am Montag in Berlin 100 Projekte aus ganz Deutschland ausgezeichnet worden, darunter 19 aus Berlin. Die Preisträger schaffen ,wie das Start-up Lumenaza, einen digitalen Marktplatz für regionale Stromerzeuger, forschen an der TU mithilfe von Darmbakterien an einem Klebstoff für die Medizin, entwickeln in einem interdisziplinären Forum gemeinsam Lösungen gegen urbanen Stress oder entwerfen barrierefreie Designs wie die Initiative #goinclusive.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stellte heraus: „Unser Land lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen und Brücken schlagen. Von Menschen, die mutig und offen sind für das Unerwartete. Und die mit ihren Ideen Zusammenhalt stiften in unserer Gesellschaft. Ich danke Ihnen für dieses Engagement für unser Land.“

„Deutschland – Land der Ideen“ und Deutsche Bank ehren Preisträger des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte“ 2018 in Berlin

Die offizielle Siegerehrung wurde im Kultur- und Veranstaltungszentrum „Radialsystem“ am Berliner Spreeufer abgehalten. Dr. Markus Kerber, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, würdigte in einer Laudatio die 100 „Ausgezeichneten Orte im Land der Ideen“ 2018 . Eine unabhängige Jury hat die Sieger aus knapp 1.500 eingereichten Bewerbungen ausgewählt. Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank richten den Innovationswettbewerb seit 13 Jahren gemeinsam aus.

Zu den Siegern gehören unter anderem CT Coworking Toddler GmbH mit dem Projekt Coworking Toddler – Büroplatz mit Kita. In einem Gemeinschaftsbüro bekommen Eltern die Möglichkeit zu arbeiten, während ihre Kinder nebenan spielen. Gerade bei der derzeitigen Kitaplatz-Not ist dies ein innovatives Modell. Die Tandem – Tripod Technology GmbH hingegen verhilft mit der App Tandem Language Exchange Millionen Menschen beim Lernen fremder Sprachen.

Zusammenhalt als Mehrwert für alle

Harald Eisenach, Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Ost/Leiter Firmenkunden Region Ost der Deutschen Bank, gratulierte den Preisträgern: „Wir leben in bewegten Zeiten. Manche sagen sogar: Unsere Gesellschaft driftet auseinander. Verliert also die Idee der großen Gemeinschaft an Kraft? Unsere 100 Preisträger kommen zu einem anderen Ergebnis. Ihre ausgezeichneten Ideen belegen eindrucksvoll: Wir sind ein sehr innovatives Land. Und wir halten zusammen – trotz aller Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.“

Prof. Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), erkennt vor allem an, wie sehr die Gesellschaft von denen profitiert, die vorbildhaft vorangehen: „Eine Gesellschaft braucht Zusammenhalt und Chancen für die Teilhabe seiner Bürgerinnen und Bürger. Sonst ist sie kein lebenswerter Ort. Die ‚Ausgezeichneten Orte‘ sind in diesem Jahr Leuchttürme für Gemeinsinn. Die Preisträger verbinden dank ihrer innovativen Ideen Welten – Jung mit Alt, Starke mit Schwachen, Stadt mit Land, Sozialprojekte mit Hightech. Sie beweisen, dass es uns allen Mehrwert bringt, wenn mutige Ideen gefördert und geteilt werden. Ihre 100 Innovationen machen die Gesellschaft ein Stück besser.“

Innovationen bekommen eine Bühne

Die 100 Preisträger erwartet ein Wettbewerbsjahr voller Höhepunkte und professioneller Unterstützung: Ab September werden die Preisträger in den Staatskanzleien ihrer Bundesländer empfangen. „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank lassen die Preisträger von ihrem Netzwerk profitieren. Sie werden zu exklusiven Veranstaltungen eingeladen, dürfen mit dem Gütesiegel „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ für sich werben und so neue Kunden, Partner, Sponsoren oder Mitglieder gewinnen. Wie im Vorjahr können sich Preisträger im Rahmen des Deutsche Bank „Made for Good“-Chancenprogramms von Experten und in Seminaren beraten lassen. (red)

Rasante Umbrüche durch Digitalisierung in Berlin

Wie hoch ist die Bedeutung der Digitalisierung für Großstädte wie Berlin? In die Hauptstadt zieht es neue Kompetenzzentren für maschinelles Lernen und von künstlicher Intelligenz profitierende Start-ups, die für ein neu gestaltetes Arbeitsumfeld sorgen. Deutschland, vor allem aber Berlin als Gründermetropole, will in der Entwicklung von KI nicht hinter großen Investoren der digitalen Zukunft wie China und den USA zurückbleiben. Zum Auftakt des 21. Bundeskongresses des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) fordern Politiker ein nachhaltiges Geschäftsmodell und befürworten Investitionen in digitale Bildung.

 

Schneller und effizienter durch KI? | Foto: pexels.com

Schneller und effizienter durch KI? | Foto: pexels.com

 

Menschliche Arbeit wird austauschbar

Etwa 70.000 Berliner arbeiten im digitalen Umfeld der Hauptstadt. In der Eröffnungsrede des 21. DGB-Bundeskongresses sprach Bundespräsident Frank Walter Steinmeier unter anderem über die Neugestaltungen durch die Digitalisierung der letzten Jahre. Neben einer geforderten „Ethik der Digitalisierung“,thematisierte er auch die Gestaltung dieser für eine zukünftige Arbeit mit der KI. „Wir müssen die Digitalisierung so gestalten, dass sie Arbeit aufwertet und nicht ersetzt“, so Steinmeier.

Der Unterschied zu vergangenen technologischen und industriellen Umwälzungen sei die Betroffenheit aller Berufsfelder von einem eventuellen Austausch durch intelligente Systeme. Diese können dann Busse selbst fahren lassen, Bücher katalogisieren oder das Postsystem revolutionieren. Die große Menge an heutzutage zu verarbeitenden Daten treibt auch die maschinelle Innovation hierfür voran.

Digitalisierung der Arbeitsplätze

Nachhaltige Digitalisierung ist nicht nur aus Material- und Umweltsicht bisher fragwürdig, sondern auch in Bezug auf die Schaffung und Kürzung von Arbeitsplätzen. Gleichzeitig sorgen die zunehmende Nutzung des Internets und mehrerer Devices für eine starke Erhöhung der Stromnachfrage. Materiell betrachtet ist die Basis der Geräte, die uns mit dem schnellen Internet verbinden, schon aufgrund ihrer Produktionsprozesse nicht konstruktiv. Doch auch die zunehmenden Aufgaben, die von mit KI arbeitenden Systemen gelöst werden können, betreffen alle Berufsgruppen. So wird von einer Wegrationalisierung der Arbeitsplätze und größer werdenden Einkommensschere der kommenden 20 Jahre gesprochen.

Gerade für die Start-up Branche sind diese selbstdenkenden – zum Teil auch selbstständig lernenden – Systeme attraktiv und Berlin als Standort einträglich. Rund die Hälfte aller auf KI setzenden deutschen Start-ups siedelt sich derzeit in Berlin an. Grund dafür ist, abgesehen von der hohen Lebensqualität trotz verhältnismäßig niedriger Gewerbemieten, auch die einfache Rekrutierung guter Mitarbeiter.  Als IT-Standort und europäische Gründermetropole hat sich Berlin einen internationalen Namen gemacht.

 

Der Arbeitsplatz von Heute. | Foto: pexels.com

Der Arbeitsplatz von Heute. | Foto: pexels.com

 

Den Nachwuchs zieht es an die Spree

Für Oktober ist die Eröffnung des neuen Kompetenzzentrums für maschinelles Lernen in Berlin geplant.Von dessen Angebot können Informatikinteressierte für ihre Jobs der Zukunft profitieren. Schon 2017 wurde das von den großen Berliner Universitäten getragene Einstein Center Digital Future im Robert-Koch-Forum (Mitte) in Betrieb genommen. Es wurde zu Forschungszwecken rund um Themen wie Smart Housing und Mobilität sowie zur digitalen Bildung des Nachwuchses, gegründet. Ziel ist es digitalen Nachwuchs zu gewinnen und abseits von großen Unternehmen wie Google, Amazon und Facebook, wieder eine Vorreiter-Position einzunehmen.

Weitere Projekte, wie ein Internet-Institut, sind in Planung. Den Standort hierfür gewann Berlin in einer Ausschreibung des Bildungsministeriums vor anderen deutschen Städten. Auch die EU-Kommission erhöhte ihre Förderung für die KI im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020. In diesem wird vorgesehen bis 2020 rund 1,5 Milliarden Euro zu investieren und 2,5 Milliarden Euro mit Co-Investitionen zu mobilisieren. (cn)

Wird Tropical Islands bald verkauft?

Das Badeparadies Tropical Islands in Brandenburg könnte demnächst einen neuen Besitzer bekommen. Am 03.04.2018 bestätigte das Unternehmen, dass nach weiteren Partnern für Investitionen gesucht wird. Letztendlich könnte das ein Komplettverkauf bedeuten. „Unser Mehrheitsgesellschafter Tanjong, Colin Au und die Geschäftsführung sind seit Langem in Gesprächen, wie man das geplante Investitionsvolumen über die kommenden Jahre stemmen kann“, so die Sprecherin von Tropical Islands, Katja Benk.

Verkauf von Tropical Islands kann bis zu 300 Millionen Euro einbringen

Der Mehrheitseigentümer von Europas größtem tropischen Urlaubsresort Ananda Krishnan und sein Geschäftspartner Colin Au prüfen derzeit in Zusammenarbeit mit einer Investmentbank wie groß das Interesse an Tropical Islands ist.

Dem Wirtschaftsinformationsdienst Bloomberg zufolge befinden sich die Verhandlungen mit potenziellen Käufern in einem frühen Stadium. Der Verkauf der Freizeitanlage könnte um die 300 Millionen Euro einbringen.

Besitzer kündigten Anfang dieses Jahres bereits eine Investition von 300 Millionen Euro an

Das Resort verfügt über eine Fläche von rund 100.000 Quadratmeter. Die Anlage ist unter anderem mit einem Hotelkomplex, einem eigenen Regenwald mit circa 600 Pflanzenarten, einem Wasserpark sowie einem Wellnessbereich ausgetattet. Trotz des großen und vielfältigen Angebots kündigten die Besitzer Anfang dieses Jahres eine Investition von 300 Millionen Euro in das lukrative Geschäft an.

Geplant war es die tropische Kuppel im Spreewald im Innen- und Außenbereich zu erweitern. Die Kapazität der Freizeitanlage sollte demnach von circa 2.000 Betten auf 9.000 erhöht werden. Es gehe den Besitzern nicht nur um die Erhöhung der Kapazitäten, sondern vor allem um eine Weiterentwicklung. Die Konkurrenz in der europäischen Freizeitpark-Branche sei laut Angaben des Geschäftsführers, Michiel Illy, sehr stark.

Was ändert sich durch den möglichen Verkauf?

Tropical Islands ist im Besitz der Tanjong-Gruppe aus Malaysia. Die Hauptanteile des Ressorts gehören Ananda Krishnan, der sich laut Angaben des Düsseldorfer Handelsblatts mehr auf seinen Heimatmarkt konzentrieren möchte. Die Geschäfte in Asien laufen schwierig. Sein Unternehmen Aircel, ein Mobilfunkanbieter in Indien, meldete im März 2018 Insolvenz an. Die Summe des Verkaufs kann der Milliardär demnach gut für seine Heimatprojekte gebrauchen kann.

Ob und wann ein Verkauf tatsächlich stattfindet, steht noch nicht fest. Für die Besucher der Freizeitanlage würde sich durch einen Besitzerwechsel des Tropical Islands allerdings nichts ändern. (ls)

Babyboom vs. Fachkräftemangel – Deutschland fehlt es an Erziehern

Der Fachkräftemangel in Deutschland trifft nicht nur private Unternehmen, sondern auch den öffentlichen Sektor. Die Kombination ist denkbar schlecht: Während die Geburtenrate von Jahr zu Jahr steigt, sinkt die Zahl an qualifiziertem Personal in den Kindertagesstätten sukzessiv.

Eltern lassen nichts unversucht, um ihren Kinden einen Kitaplatz zu verschaffen: Dutzende Bewerbungen schreiben, einen Lebenslauf über die Kleinstkinder verfassen, sich ehrenamtlich auf dem Kuchenbasar einbringen oder den Erziehern ein süßes Foto des Kindes per Whatsapp senden, um möglichst im Gedächtnis zu bleiben.Trotz all der Bemühungen werden die meisten Eltern letztendlich mit einem Wartelistenplatz vertröstet, der teils länger dauert als die Kindergartenjahre betragen. Für die Eltern, die Erzieher und die Kinder ist der Mangel an Kitaplätzen zu einer unzumutbaren Belastung geworden.

Babyboom in Deutschland auf Rekordkurs

Während die Kitaplätze immer mehr schrumpfen, verzeichnet Deutschland parallel dazu die höchste Geburtenrate seit 1973. Im Jahr 2016 erblickten laut Statistischem Bundesamt über 790.000 Kinder das Licht der Welt.

Wesentliche Faktoren die zu Deutschlands Babyboom beitragen, sind vor allem die Bevölkerungszusammensetzung, die sich durch die steigenden Migranten in den letzten Jahren stark verändert hat, die Elternzeit, die fehlenden oder geringen Kita-Gebühren, die sich positiv entwickelnde Familienförderung und zu guter Letzt die gute Konjunktur. Denn Deutschland erlebt derzeit den längsten Aufschwung seit den 1960er Jahren. Die Arbeitslosigkeit befindet sich derzeit auf einem Nach-Wende-Tief.

 

Babyboom vs. Fachkräftemangel – Deutschland fehlt es an Erziehern| Foto : Pexels

Babyboom vs. Fachkräftemangel – Deutschland fehlt es an Erziehern | Foto : Pexels

Fruchtbarkeitsrate von Konjunktur abhängig

Laut Soziologen lässt sich die Fruchtbarkeitsrate an der strukturellen Situation der Wirtschaft messen. Der Einfluss von Konjunktur und Arbeitslosigkeit auf die Realisierung des Kinderwunsches wird in vielen Studien belegt.

Die Soziologin Chiara Ludovica Comolli untersuchte die Geburtenrate in dem Zeitraum der Finanzkrise von 2000-2013. Aus der Studie ging hervor, dass die Krise Frauen mit einem geringen Bildungsniveau wenig beeinflusst hat. Bei Familien im Mittelstand fand dagegen ein immenser Rückgang der Geburtenrate in Folge der steigenden Arbeitslosenzahlen statt.

Berlin braucht mehr Fachkräfte – Scheeres plant Initiative für Erzieher

In Berlin sollen laut Schätzungen des paritätischen Wohlfahrtsverbandes in diesem Jahr 3.000 Kinder keinen Kitaplatz bekommen. Zwei wesentliche Faktoren tragen dazu bei, dass es immer weniger junge Menschen gibt, die eine Ausbildung als Erzieherin ausüben wollen: Die fehlende Vergütung während der Ausbildung und die Geringschätzung und niedrige Bezahlung nach der Ausbildung. Genau das plant Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) in Zukunft zu ändern. Zum einen soll eine vergütete Ausbildung eingeführt werden, zum anderen soll eine grundsätzlich höhere Eingruppierung im Tarifvertrag der Länder stehen.

„Nur so erhält der Beruf die Wertschätzung, die er tatsächlich verdient“, so Senatorin Scheeres. Anfang Mai wird der Antrag bei der Jugend- und Familienministerkonferenz beraten. Zudem sieht der Antrag vor, Quereinsteiger für den Beruf zu gewinnen. Förderung und Fortbildungen sollen vor allem lebenserfahrene und ältere Bewerber in Form von Aufstiegs-Bafög erhalten. „Ich gehe davon aus, dass die Ministerkonferenz im Mai der Bundesregierung den Auftrag erteilen wird, die einzelnen Punkte umzusetzen. Ich freue mich, dass Frankziska Giffey als neue Bundesfamilienministerin bereits deutlich gemacht hat, dass sie dem Thema eine hohe Priorität hat“, erklärte Scheeres.

Sind Grundschullehrer und Erzieher auf gleichem Niveau?

Kritik hagelt es für die Forderung von Bundesfamilienministerin Franziska Giffeys, dass Bund und Länder die Erzieher wie Grundschullehrer bezahlen sollen. Es steht außer Frage, dass es eine qualifizierte und umfassende Ausbildung benötigt, um fundiertes Wissen in den Feldern der Pädagogik und Psychologie so zu erlernen, um als Erzieher kompetent agieren zu können. Allerdings sollte das Niveau eines Lehramt-Studiums nicht mit einer Erzieherausbildung gleichgesetzt werden. Auch der Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden (DaKS) hält einen solchen Zuschlag für zu hoch.

Dennoch ist Scheers bundespolitische Initiative unabdingbar, um wieder mehr Menschen für den Beruf als Erzieher zu gewinnen. (ls)

Affordable Luxus: Gewinnen Sie einen Aufenthalt im Designhostel Generator in Berlin Mitte

Die in Europa führende Design-Hostelkette Generator ist bekannt für ihr außergewöhnliches Konzept: Luxuriöse Unterkünfte zu erschwinglichen Preisen in top internationalen Städten quer durch Europa. Die Kette zählt aktuell 12 Standorte, drei davon in Deutschland. Das Generator Berlin Mitte bietet zudem für Dauergäste Luxus-Apartments, die über einen längeren Zeitpunkt gemietet werden können.

Generator ist Europas führende Hostelkette

Von dem Fast Company Magazin unter die Top 50 der innovativsten globalen Unternehmen gewählt, stellt das Unternehmen Europas am schnellsten wachsende Hostelkette mit Top-Standorten dar. Generator Hostels bieten designorientierte Unterkunftsmöglichkeiten in den zentralsten europäischen Städten wie Dublin, London, Kopenhagen, Hamburg, Berlin (Mitte und Prenzlauer Berg), Venedig, Barcelona, Paris, Amsterdam, Stockholm und Rom.

Egal, ob Sie einen Business-Trip nach Berlin planen oder mit Ihren Liebsten über die Osterfeiertage verreisen möchten, das erfolgreiche Konzept der Generator Hostels ist einzigartig und zeichnet sich durch eine neue Art stylischer und geselliger Reiseunterkünfte aus. Generator versteht es die angesagtesten Städte Europas – und bald auch Miami in Amerika – durch gut gelegene und top ausgestattete Hostels zu Erkundungs- und Erlebnisorten der Extraklasse zu machen.

Gewinnen Sie eine Übernachtung inmitten des pulsierenden Herzens der Hauptstadt

Mit “BERLINboxx“, dem Business Magazin der Hauptstadt, haben Sie die Chance, eine Übernachtung im Generator Hostel Berlin Mitte im Premium Zweibettzimmer für zwei Personen zu gewinnen – inmitten des pulsierenden Herzens der Hauptstadt.

Berlin vereint Kultur, exzellente Bars und Restaurants, so dass garantiert für jeden Geschmack etwas dabei ist. Das vielfältige Kultur- und Freizeit-Angebot wird dem weltweiten Ruf der Stadt als kulturelle Hochburg, die bekannte Künstler und Musiker aus aller Welt anlockt, mehr als gerecht. Außergewöhnliche Partynächte sowie Bar- und Restaurantbesuche stehen auf der Tagesordnung, sowohl für Touristen, als auch für waschechte Berliner!

Von Theater-, Konzert- oder Opern-Besuchen, über Museen oder Vernissagen, bis hin zu Restaurants vielfältiger, internationaler Küchen, gibt es in Berlin nichts, was es nicht gibt!

Generator bietet eine ideale Unterkunft für Reisende

Ganz zentral gelegen in Berlin Mitte ist die Unterkunft – das Generator Hostel – nicht nur der optimale Schlafplatz, sondern gleichzeitig der perfekte Ausgangs- und Verweilplatz für Reisende aus aller Welt sowie Business-Gäste. Das Hostel befindet sich in unmittelbarer Nähe zur bekannte Shoppingmeile Friedrichstraße und dem Hackeschen Markt, mit seinen teils versteckten Boutiquen und Cafés. Außerdem sind fußläufig attraktive Sehenswürdigkeiten, vielseitige Bars, Restaurants und Shops zu erreichen.

Um den Aufenthalt im Hostel so unvergesslich wie möglich zu gestalten, fährt das Generator Hostel Berlin Mitte ein besonderes Konzept auf, welches von einer preisgekrönten Inneneinrichtung, über sorgfältig geplante Veranstaltungen mit lokalem Flair bis hin zu einem vielfältigen und einzigartigen Essens- und Getränkeangebot reicht. Gemäß der Generator Tradition ungewöhnliche Orte in extravagante Design-Immobilien zu verwandeln, wurden für das Generator Hostel Berlin Mitte zwei ehemalige Bürogebäude aus dem 19. Jahrhundert zu einem designfokussierten Hostel mit besonderem Augenmerk auf Kunst umgewandelt.

Die Kupfer Bar

Ein besonderes Extra stellt die hauseigene „Kupfer Bar“ dar, die längst nicht mehr nur Anziehungspunkt für Hostelgäste, sondern ein beliebter Treffpunkt für Einheimische ist. Ein historischer Innenhof, eine Bücherei sowie ein hauseigenes Café laden zum Entspannen ein.

Kupfer Bar | Foto: Generator Hostels LTD

Kupfer Bar | Foto: Generator Hostels LTD

Für einen erholsamen Schlaf sorgen anschließend maßgefertigte Betten in Mehrbett-, privaten Doppelzimmern oder Luxus-Apartments.

Mehr Infos zum Gewinnspiel erfahren Sie auf unserer Facebook-Seite (red)

 

Baustelle Kulturforum als Vorzeigeprojekt

Berlin eilt der Ruf voraus, dass Großprojekte immer zu teuer werden und viel zu lange dauern. Das befürchtete die Öffentlichkeit auch von der wichtigsten Kulturbaustelle Deutschlands, dem Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses als Humboldt Forum, im Herzen der Hauptstadt. Doch es kam anders.

Einer, der von Anfang an etwas gegen dieses Negativszenario hatte, war und ist Wilhelm von Boddien. Bereits 1992 initiierte der gelernte Kaufmann den Fördervereins Berliner Schloss e. V., um den Wiederaufbau mithilfe von Spendengeldern zu realisieren. Ende 2017 sind schon drei Viertel der Bauzeit (von 2013 bis 2019) zurückgelegt. Nach wie vor sieht von Boddien das Datum zur Fertigstellung des Schlosses als Kulturforum Ende des Jahres 2019 als ein Versprechen an, das es einzuhalten gilt. Dagegen ist für den BER nun schon der siebte Eröffnungstermin im Herbst 2020 festgelegt. Nur weil für den BER niemand Verantwortung übernehmen möchte, sollte die Skepsis nicht auf alle Berliner Großbauprojekte überschwappen.

Die Kritiker werden immer stiller

In den vergangenen Jahren durchlebte von Boddien zusammen mit den Mitarbeitern des Fördervereins Höhen und Tiefen. Ähnlich wie bereits beim BER zeigte die öffentliche Meinung zum Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses als Humboldt Forum gleichzeitig ein Spektrum von großem Enthusiasmus bis vernichtender Kritik. In den Medien Berlins überwogen zunächst schmähende Herabsetzungen des Wiederaufbaus des Schlosses. Es wurde als Fake oder Disneyland diskreditiert. „Gerade einmal zehn Prozent unserer Spender kamen so zur Zeit der Grundsteinlegung aus Berlin. Jetzt sind es schon über 50 Prozent“, meint von Boddien.

Das kritische Medienecho ist überwiegend verhallt und die Berliner beginnen sich mit dem Bauprojekt zu identifizieren. „Nachdem wir nun das Projekt einigermaßen erfolgreich nach vorn gebracht haben und auch täglich mehr von der historischen Schönheit des Gebäudes sichtbar wird, werden auch scharfe Kritiker immer stiller“, so von Boddien. Kein Anlass für von Boddien, in Höhenflüge oder in Eitelkeiten zu verfallen. Bescheiden beharrt der Norddeutsche darauf, dass er über seinen Verdienst daran in seinem Alter nicht mehr nachdenkt und der Ruhm den Spendern und Mitarbeitern gebührt.

105 Millionen Euro für das Projekt

Der Kaufmann steht zu seinem Wort und so hat er mit dem Förderverein bereits 76 Millionen der versprochenen 105 Millionen Euro bereitstellen können. Mit der nahenden Fertigstellung des Schlosses erhöht sich auch wieder der Druck aus der Öffentlichkeit auf den Erfolg der Spendensammlung. „Deswegen werde ich so lange an der Erfüllung meines Versprechens arbeiten, bis auch der letzte Cent abgeliefert wurde“, sagt Wilhelm von Boddien. Bislang bleibt er optimistisch, die fehlenden Fördergelder noch rechtzeitig beschaffen zu können.

Sein Weg dazu führt über die Begeisterung der Berliner und Hauptstadttouristen beim Anblick des fertiggestellten Humboldt Forums mit seiner berühmten historischen Schlossfassade. Daran richtet sich seine zukünftige Öffentlichkeitsarbeit aus – und in der Ehrung der Spender, die mit ihrer Spende öffentlich in die Wiederaufbaugeschichte des Schlosses eingehen. Zahlreiche Spender sowie die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter helfen ihm intensiv dabei. Die Verantwortung für das Gemeinschaftsprojekt übernimmt von Boddien mit einer überraschenden Gelassenheit, von der sich die BER-Verantwortlichen eine Scheibe abschneiden könnten. (lj)

Zalando feiert für neues Hauptquartier Richtfest am Spreeufer

Zalando hat nach einem starken Weihnachtsgeschäft die Ziele für das Gesamtjahr 2017 erreicht. Wie das Unternehmen mitteilte, stieg der Umsatz um bis zu 24 Prozent auf bis zu 4,5 Milliarden Euro. Co-Vorstandschef Rubin Ritter spricht von einem „starken Endspurt“.

Nun hat der führende Onlinehändler  an diesem Donnerstag den Richtkranz über der zukünftigen Firmenzentrale in Berlin-Friedrichshain gehoben. Rund 2.500 Mitarbeiter werden in dem siebenstöckigen Büro-Komplex arbeiten.

Richtfest am Spreeufer: Zalando-Chefs und Senatorin Ramona Pop fehlten

Mehrere Hundert Menschen kamen zum Richtfest in Berlin-Friedrichshain neben der Mercedes-Benz-Arena an der East Side Gallery. Nur die Firmenchefs und die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop, die kurzzeitig abgesagt haben, fehlten. Vertreten wurde Zalando-Chef Rubin Ritter von Raimund Paetzmann, Vice President Corporate Real Estate: „Wir sind in vielen europäischen Ländern tätig. Aber Berlin ist ganz klar unsere Heimat und soll es auch bleiben“, so der Zalando-Manager.

„Das neue Zalando-Hauptquartier zeigt eindrucksvoll, wie schnell sich ein Berliner Start-up zu einem der größten Arbeitgeber der Region entwickelt hat“, sagt Andreas Hochreuter, Abteilungsleiterin der Senatsverwaltung für Wirtschaft, die Senatorin Ramona Pop vertrat. Zalando war im Oktober 2017 der größte Mode-Onlinehändler Deutschlands und verfügt über einen der umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland.

Zalando etabliert sich zum führenden Onlinehändler

2008 gründeten David Schneider und Robert Gentz den Internet-Versandhändler Zalando. Bekannt wurde Zalando zunächst durch den Onlinevertrieb von Schuhen. In den folgenden Jahren wurde das Sortiment um Kleidung und Accessoires erweitert. Ab Frühjahr 2018 kommen auch Kosmetika hinzu.

Vor zehn Jahren wurde Zalando als Start-up in Berlin noch belächelt, doch nun ist der Onlinehändler zu einem der größten Arbeitgeber der Stadt geworden. Weltweit arbeiten fast 14.000 Angestellte für das Unternehmen und die Zahl steigt weiter. So kamen im Vorjahr 2000 neue Mitarbeiter dazu. In Berlin sind es aktuell 6000 Mitarbeiter. Das Geschäft wächst rasant und so investierte Zalando Millionen Euro in ein neues Quartier.

Neues Quartier in Berlin

Berlins erfolgreichster Onlinehändler investierte stolze 140 Millionen Euro in das neue Luxus-Quartier am Friedrichshainer Spreeufer. Auf der 42.000 Quadratmeter großen Fläche sollen Büros, Parkplätze, ein Gastronomiebereich und eine Kindertagesstätte entstehen. Ende September dieses Jahres soll der Bau fertiggestellt werden. Anfang 2019 will Zalando dann in das Hauptquartier gegenüber der East Side Gallery ziehen. 2.500 Mitarbeiter sollen in dem neuen Quartier arbeiten. (dn)

Lufthansa und Eurowings: Konkurrenz um Berliner Luftstrecken?

Nach der Insolvenz von Air Berlin will auch Eurowings die Strecken Berlin-Frankfurt und Berlin-München bedienen. 2018 sollen unter anderem die Strecken Berlin-Frankfurt, Berlin-München und Düsseldorf-München neu angeboten werden. Auf diesen Verbindungen ist nach dem Ende von Air Berlin derzeit die Lufthansa ohne Konkurrenz unterwegs. Dieses Privileg könnte sie allerdings bald verlieren. Kartellrecht Experten vermuten bislang, dass es zu keinem Preiskampf kommen wird. Beide Fluggesellschaften gehören schließlich demselben Konzern an. 2001 hatte die Deutsche Lufthansa AG die Billigfluglinie Eurowings übernommen.

Fehlende Konkurrenz treibt die Preise hoch

Fakt ist, dass derzeit gerade auf innerdeutschen Strecken eine sehr hohe Nachfrage herrscht. Infolge der Air-Berlin-Pleite ist das Angebot stark eingeschränkt. Das führt in den meist voll besetzten Flugzeugen zu hohen Ticketpreisen. Durch den Wegfall von Air Berlin mangelt es an Konkurrenz und so sind die innerdeutschen Flüge bis zu 50 Prozent teurer. Berliner Geschäftsreisende sind besonders betroffen, berichtete der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) in Frankfurt. Laut ihren Berechnungen sind nach der Aufgabe des Linienverkehrs der Air Berlin auf Kurzstrecken die Preise zwischen 26 Prozent an Werktagen und knapp 39 Prozent an Wochenenden gestiegen – was natürlich auch Privatkunden trifft.

Die höheren Ticketpreise im Lufthansa-Konzern seien allein durch die gestiegene Nachfrage entstanden, die ihrerseits auf das verkleinerte Angebot zurückzuführen sei, erklärte das Unternehmen. An der Preisstruktur habe sich nach Angaben einer Konzernsprecherin nichts geändert. Die Preisbildung funktioniert wie bei nahezu allen Airlines: Ist der Flugtermin noch weit entfernt und sind erst wenige Plätze verkauft, werden die Tickets günstig angeboten. Kurz vor Abflug werden die letzten Plätze aber nur noch zu Höchstpreisen abgegeben.

Überraschend ist jedoch, dass seit dem Lufthansa und die Tochtergesellschaft Eurowing bei Inlandsflügen dominieren, sich einiges verändert hat. Die Systeme zeigen viel häufiger speziell für Inlandsflüge zu günstigen Tageszeiten nur noch den Status „ausverkauft“ an.

Mehr Konkurrenz belebt das Geschäft

Die Auswirkungen der fehlenden Konkurrenz treffen allerdings ganz andere. „Es leiden insbesondere die Unternehmen, die auf Flugverbindungen von dezentralen Airports abseits der großen Hubs angewiesen sind. Deren Situation hat sich in Bezug auf Ticket-Verfügbarkeit, Frequenz und Preis dramatisch verschlechtert“, so Christoph Carnier, VDR-Präsidiumsmitglied.

Außerdem wird im nächsten Jahr noch ein zusätzlicher Konkurrent erwartet. Die britische Linie Easyjet möchte mit ihren von Air Berlin übernommenen Flugzeugen ebenfalls innerdeutsche Verbindungen fliegen. Auf welchen Strecken und zu welchen Terminen hat die britische Fluggesellschaft, die bis zu 25 Jets einsetzen wollen, bislang nicht kommuniziert