Zweigleisig: Das Doppelleben Berliner Beamter

8 Stunden Nebentätigkeit pro Woche sind erlaubt, also ein sechster Arbeitstag in der Woche. Was sich nach einem geringen Extrastundensatz anhört, kann sich allerdings stark auf das psychische und physische Wohlbefinden auswirken. Für Berlins Beamte jedoch wird dies immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Laut der Berliner Morgenpost übt bei der Polizei fast jeder Zehnte eine Nebentätigkeit aus – bei der Feuerwehr mehr als jeder fünfte. Egal ob Taxifahrer, Stromzähler oder sogar als Komparse vor der Kamera, viele möchten (oder müssen) etwas dazuverdienen. Ganz besonders in den letzten drei Monaten war ein deutlicher Anstieg der Nebenjobs zu verzeichnen. Der Grund: Viele entscheiden sich für einen Nebenjob, sobald die Kinder aus dem Haus sind. Eine weitere Ursache ist eine hohe Scheidungsrate.

Nichtsdestotrotz, ist es nicht wichtig, Berliner Beamte besser zu bezahlen, damit eine weitere Tätigkeit nicht zur Selbstverständlichkeit wird? Denn auch wenn ein weiterer Tag in der Woche sich nach einem zu verschmerzenden Betrag anhört, so kann dies doch langfristige Auswirkungen haben. Wer möchte denn schon, dass die Polizei, dein Freund und Helfer, vollkommen übermüdet und unkonzentriert ihrer Tätigkeit nachgeht? Es wäre doch viel besser für alle Beteiligten, wenn Berlins Beamte ausgeschlafen und entspannt sind. Dies verringert die Fehlerquote, hilft dabei, in Konfliktsituationen besser zu agieren und effizienter zu arbeiten. Langfristig gesehen wäre eine bessere Bezahlung nicht nur angemessen, sondern würde sich zudem positiv auf das Arbeitsklima sowie die Produktivität auswirken. Ein weiterer positiver Nebeneffekt wäre, dass es der Polizei mit Sicherheit nicht an qualifizierten Bewerbern mangeln würde. Nicht umsonst wurde die am 31. Juli endende Bewerbungsfrist um ganze zwei Wochen verlängert. (mg)

Foto: © Flickr.com
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