Michael Müller und Dietmar Woidke | Foto: brandenburg.de

Berlin und Brandenburg investieren 9 Millionen Euro in den Pendlerverkehr

Gute Nachrichten für Pendler: Die Länder Berlin und Brandenburg wollen eine hohe Summe in den Ausbau des Schienenverkehrs investieren.

Dabei sind sich die beiden Länder Berlin und Brandenburg, wenn es um den Pendlerverkehr ging, jahrelang aus dem Weg gegangen. Inzwischen sind beide Partien anderer Ansicht und möchten mit einem Millionenbetrag die Fahrt für Pendler angenehmer gestalten.

Die Zahl der Pendler ist stark angestiegen

Aufgrund der Not auf dem Wohnungsmarkt und den steigenden Grundstückspreisen zogen vergangenes Jahr laut Berliner Morgenpost rund 10.000 Berliner über die Landesgrenze ins benachbarte Bundesland. Insgesamt stieg die Pendlerzahl in den vergangenen Jahren stark an. Rund 300.000 Menschen waren letztes Jahr täglich zwischen Berlin und Brandenburg unterwegs. Überfüllte Züge sind da zum Alltag geworden.

Um auf die wachsenden Pendlerströme zu reagieren, trafen sich am vergangenen Dienstag der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, und Brandenburgs Ministerpräsident, Dietmar Woidke, gemeinsam zu einer Kabinettssitzung im Schloss Neuhardenberg. Mit von der Partie waren auch Bahn-Chef Richard Lutz und der Vorstand für Infrastruktur, Ronald Pofalla. Ganz oben auf der Tagesordnung stand die Verbesserung des Schienenverkehrs.

Neun Millionen für Pendler

Im Hinblick auf die zunehmende Pendlerzahl sind Angebotsverbesserungen dringend nötig. „Viele Menschen brauchen jeden Tag diese Infrastruktur“, so Michael Müller. Laut dem Tagesspiegel wollen die Länder Berlin und Brandenburg im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel bis 2022 jährlich neun Millionen Euro in die Verbesserungen des Schienenverkehrs investieren. Dabei soll Brandenburg sechs Millionen und Berlin drei Millionen Euro zur Verfügung stellen.

 

Die Kapazität der Regionalzüge sollen erhöht werden | Foto: Wikimedia

Die Kapazität der Regionalzüge sollen erhöht werden | Foto: Wikimedia

 

Von den Millionenbeträgen wird der Großteil in den Ausbau der Züge fließen. Dieser soll möglichst schon im April anfangen. Vor allem soll durch Einsatz von Doppelstockwagen, zusätzlichen Wagons und Takt-Verdichtung die Kapazität und die Zahl der Sitzplätze erhöht werden. So soll in den Zügen der RB13 zwischen Berlin-Jungfernheide und Wustermark die Zahl der Sitzmöglichkeiten von 160 auf 300 steigen. Des Weiteren steigt zwischen Berlin und Oranienburg die Kapazität von 150 auf knapp 200 Plätze. Im zweiten Quartal 2019 soll es den nächsten großen Schub geben: Die Sitzplätze der RB10 zwischen Berlin und Nauen sollen von 460 auf 600 verstärkt werden.

Wohnen, wo die Züge fahren

Neben dem Ausbau des Schienenverkehrs stand auch der Wohnungsbau auf der Agenda. Neue Wohnungen und Häuser sollen möglichst entlang der Haltepunkte des Schienennahverkehrs entstehen. Ziel ist es, dass zukünftig mehr Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, um Emissionen zu reduzieren. Daher sollen nicht nur die Regionalzüge ausgebaut werden, sondern auch die Berliner S-Bahnen. Die neuen S-Bahnzüge sind bereits bestellt und sollen 2021 in Betrieb gehen. Die Auslieferung der neuen Fahrzeuggeneration soll bis 2023 abgeschlossen sein. Mit den neuen Zügen wird vor allem die Zuverlässigkeit und Qualität der Verkehrsleistung sichergestellt.

 

Die S-Bahn bekommt eine neue Fahrzeuggeneration | Foto: PxHere

 

Jens Wieseke vom Fahrgastverband IGEB sieht dem ganzen Vorhaben jedoch kritisch entgegen: „Ab 2023 werden wir gute S-Bahn- Fahrzeuge haben, aber keine richtig gute Infrastruktur“. Im Hinblick darauf haben die Bundesländer Berlin und Brandenburg gemeinsam mit der Deutschen Bahn AG das Projekt „i2030“ ins Leben gerufen. Mit diesem Konzept erklären sich die Beteiligten bis 2030 die nötigen Finanzmittel für den Ausbau der Infrastruktur des Schienenverkehrs in Berlin und Brandenburg bereitzustellen. Bis der Ausbau jedoch fertig umgesetzt wird, kann es noch Jahrzehnte dauern. Da helfen selbst Züge mit mehr Sitzplätzen wenig. Dennoch ist die Erweiterung der Züge schon mal ein wichtiger Schritt, um dem wachsenden Pendlerstrom zu begegnen. (dn)

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