Berlin hat eine neue Streitfrage: Wie viele Hochhäuser braucht die Stadt?

Kommentar: Wie viele Hochhäuser braucht Berlin? Darüber wurde seit der Wende immer mal wieder diskutiert – jedoch ohne Ergebnis. Die Vorstellungen erstreckten sich von Berlin als neuem Hochhaus-Dorado bis zur Ablehnung jeglicher Hochhausbebauung. Seit wir eine rot-rot-grüne Landesregierung haben gewinnt die Diskussion über diese Frage allerdings deutlich an Fahrt. Dabei entpuppt sich der Senat immer stärker als Bremser. Der Bau von Hochhäusern soll begrenzt werden und die wenigen Genehmigungen müssen noch strengere Vorgaben einhalten.

Gegen einen Hochhausplan für die Hauptstadt ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Dafür sprechen auch die Erfahrungen anderer Metropolen. Nach allen Äußerungen dazu aus Richtung Senat ist jedoch zu befürchten, dass der Plan am Ende sehr klein ausfallen wird. Es werden nicht nur neue Projekte von vornherein abgelehnt, auch bereits genehmigte Hochhäuser zum Beispiel am Alexanderplatz kommen wieder auf den Prüfstand.

Eins der Gegenargumente lautet: Hochhäuser leisten keinen Beitrag zur Verbesserung des Wohnungsangebots, da die hohen Baukosten keine preisgünstigen Wohnungen zuließen. Investoren haben dagegen klargestellt, dass auch dafür Lösungen gefunden werden können und Hochhäuser einen Mehrwert für die Stadt bringen.

Es ist wünschenswert, dass die Berliner Politik das ganze Spektrum des Für und Wider von Hochhäusern in Betracht zieht und an diese Frage nicht mit ideologischen Scheuklappen herangeht. Niemand will städtebaulichen und architektonischen Wildwuchs. Niemand sollte sich aber auch hinter solchen Befürchtungen verstecken. Hochhäuser müssen ihren Platz in Berlin bekommen. Beispiele anderer Metropolen beweisen, dass sachlich begründeter Hochhausbau einer Stadt nicht schadet, sondern im Gegenteil ihre Anziehungskraft für Investoren genauso wie für Touristen verstärkt. (in)

 

Bildquelle: tuxyso/wikimedia.commons

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