BER Aufsichtsrat: Unlösbares Dilemma

Kommentar: Auch nach der fünften Verschiebung der BER-Eröffnung zieht die Politik keine Lehren, wie die heutige Aufsichtsrats-Sitzung der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg offenbart. Obwohl der Ruf nach mehr Fachleuten in dem Kontrollgremium immer lauter wird, sind fast alle der insgesamt 20 Mitglieder Politiker oder Arbeitnehmervertreter. Ohne den Damen und Herren des Gremiums zu nahe treten zu wollen, darf bezweifelt werden, dass sie über den nötigen Sachverstand in Wirtschaftsfragen verfügen, um das größte Infrastrukturprojekt Ostdeutschlands tatsächlich kontrollieren zu können.

Dieser Auffassung ist auch das Deutsche Institut der Aufsichtsräte, dessen Vorstandsmitglied Eckart Reinke am Morgen im inforadio scharfe Kritik an der Besetzung des BER-Aufsichtsrats übte und dabei feststellte, dass hier Machtgier seitens der Politiker über dem Interesse stehe, den Airport kosten- und qualitätsgerecht fertig zu stellen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, will im Frühjahr den wirklichen Eröffnungstermins des BER bekanntgeben. Nach allen bisherigen Erfahrungen wird man dann mit Goethes Faust wohl sagen müssen: „Die Botschaft hör‘ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ Wer vertraut noch Aussagen eines Gremiums, das sich in ein unlösbares Dilemma zwischen Wollen und Können hineinmanövriert hat? (in)

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