Wohnungsbau | Foto: Pixabay

Baukonjunktur gewann ab Jahresmitte an Fahrt

„Das Bauhauptgewerbe der Region Berlin-Brandenburg registrierte nach einem mäßigen ersten Halbjahr 2017 in der zweiten Jahreshälfte insgesamt deutliche Wachstumstendenzen – sowohl bei der Nachfrage nach Bauleistungen als auch in der Bautätigkeit“, erklärte Dr. Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Berlin-Brandenburg, nach Bekanntgabe der Jahresergebnisse durch das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.

Auftragseingang: Wohnungsbau bricht ein, Öffentlicher Bau mit Auftragsplus

Mit einem Jahresvolumen von 4,8 Mrd. Euro bewegte sich der Gesamtauftragseingang 2017 um 2,2 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Der Rückgang ergab sich aus der unbefriedigenden Entwicklung im ersten Halbjahr, welche trotz deutlich vermehrter Auftragseingänge in der zweiten Jahreshälfte das negative Gesamtergebnis bedingte. Betrachtet nach Bausparten trugen der Wirtschaftsbau und insbesondere der Wohnungsbau maßgeblich zu der negativen Gesamtbilanz bei. Der Wirtschaftsbau schloss mit Aufträgen im Wert von 1,7 Mrd. Euro um 3,9 Prozent schlechter ab als 2016. Der Wohnungsbau verblieb mit einem Bestellvolumen von ebenfalls 1,7 Mrd. Euro sogar um 11,7 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. „Gerade die Auftragsentwicklung im Wohnungsbau bereitet Sorgen, geht sie doch sowohl in Berlin also auch in Brandenburg am Bedarf vorbei“, kommentierte Momberg das Ergebnis. Anders die Situation im Öffentlichen Bau. Dieser verzeichnete sowohl im ersten als auch im zweiten Halbjahr 2017 einen erheblichen Zuwachs. Das Auftragsvolumen erreichte 1,4 Mrd. Euro und lag damit um 15,4 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Umsatz: Alle Bausparten mit mehr oder weniger starkem Wachstum

Das Bauhauptgewerbe in der Region Berlin-Brandenburg verbuchte 2017 ein baugewerbliches Umsatzergebnis von 5,6 Mrd. Euro, was einem Zuwachs von 5,7 Prozent gegenüber 2016 entsprach. Die Bautätigkeit entwickelte sich im Jahresverlauf nicht geradlinig. Während in der ersten Jahreshälfte 2017 der Umsatzerlös noch hinter dem des Vorjahres lag, war die Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr durch eine starke Dynamik gekennzeichnet. Diese reichte aus, um in der Jahressumme das positive Resultat zu erreichen. Das Wachstum fiel 2017 in den Bausparten sehr unterschiedlich aus. Im Wohnungsbau belief sich das Umsatzvolumen 2017 auf 2,1 Mrd. Euro (+12,0% ggü. VJ), im Wirtschaftsbau gleichfalls auf 2,1 Mrd. Euro (+0,8%) und im Öffentlichen Bau auf 1,4 Mrd. Euro (+4,5%).

Beschäftigung über dem Vorjahresniveau

Die durchschnittliche Zahl der gewerblichen Beschäftigten im Bauhauptgewerbe der Region Berlin-Brandenburg lag 2017 bei rund 40.500 und damit über dem Vorjahresniveau (+2,8%). „Dieses Ergebnis ist trotz Fachkräftemangels auf die unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten zurückzuführen. Berlin profitiert in diesem Falle von Brandenburg und zieht vor allem Fachkräfte aus dem Umland ab“, so Momberg.  Die Anzahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Bauleute hat 2017 weiter abgenommen. Im Jahresdurchschnitt lag sie in der Region bei 6.100 Betroffenen und damit um 18,7 Prozent unter dem Stand von 2016. (red)

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.