Altenheim-Expo: Absolute Mehrheit für schwarz-gelbe Problemlöser

Wenn es nach den Präferenzen der der stationären Altenpflege geht, regiert bald Schwarz-Gelb auf Bundesebene: Bei der Eröffnung der Altenheim EXPO in Berlin votierte das Publikum auf die Frage, welcher Partei sie am ehesten zu trauen, die Probleme in der stationären Altenpflege zu lösen mit 39 Prozent für die CDU/CSU und 22 Prozent für die FDP. Die SPD bekam von den 500 Anwesenden Heimleitern, Investoren und Planern nur 16 Prozent, die Grünen 12 und die Linke 3 Prozent.

Welche Schwerpunkte legt die nächste Bundesregierung bei ihrer Pflegepolitik und welche Reformen braucht es, um die Altenpflege zu stärken? Diese Fragen standen im Zentrum der Eröffnung der Altenheim EXPO, dem Strategiekongress der stationären Altenpflege, der vom Verlagshaus Vincentz Network veranstaltet wird. Auf dem Podium diskutierten die pflegepolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen Erwin Rüddel (CDU/CSU) und Elisabeth Scharfenberg (Bündnis 90/Die Grünen) mit Herbert Maul, Geschäftsführer des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), und Bernhard Schneider, Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Verbands für Altenarbeit und Pflege e.V. (DEVAP) und Initiator der Initiative Pro Pflegereform.

Beide Branchenvertreter adressierten klare Forderungen an die Politik und rechneten mit den Reformen der aktuellen Legislaturperiode ab: „Die Pflegeheime dürfen nicht länger die Stiefkinder der politischen Aufmerksamkeit bleiben“, so Herbert Maul (bpa). Alle drei Pflegestärkungsgesetze seien noch immer zu schwach, um die Pflege nachhaltig zu stärken, ergänze Bernhard Schneider (DEVAP). „Es ist endlich Zeit für einen Paradigmenwechsel. Die Rahmenbedingungen für die Zukunft der Pflege aufzustellen heißt, die Personalsituation zu verbessern“, fasste Schneider zusammen.

Auch die Oppositionspolitikerin Elisabeth Scharfenberg betonte, dass das Thema Pflegepersonal von der aktuellen Bundesregierung unbeantwortet geblieben sei. Im Falle einer Regierungsverantwortung der Grünen käme der Personalbemessung eine Hauptrolle zu, versicherte Scharfenberg: „Wir brauchen ein Pflegekräftestärkungsgesetz.

Erwin Rüddel räumte ein, dass die stationäre Pflege von Bundesregierung vernachlässigt wurde. „Wir werden den Fokus in der nächsten Legislaturperiode klar auf die stationäre Versorgung legen“, versprach Rüddel.

Im Anschluss an die Diskussion war die Meinung des Publikums gefragt, das per TED votierte. Auf die Frage nach der Zufriedenheit mit der Pflegepolitik der Bundesregierung antworteten 39 Prozent der anwesenden Branchenvertreter, dass sie sehr unzufrieden sind, 57 Prozent sehen ein geteiltes Bild und nur drei Prozent sind zufrieden. Auch der Optimismus der Branche hält sich in Grenzen: 62 Prozent sind skeptisch, dass sich die Lage für die stationäre Pflege verbessern wird. Trotz der negativen Bilanz traut die Mehrheit der Befragten (39 Prozent) am ehesten der Union zu, die Probleme in der stationären Pflege zu lösen. Als zweitkompetenteste Partei in Sachen Pflege votierte das Publikum mit 22 Prozent für die FDP.

„Wir haben heute gesehen, wie tief der Frust bei der stationären Pflege sitzt. Die Politik muss hier dringend die Richtung wechseln, damit der Graben zwischen der ambulanten und der stationären Altenpflege nicht immer tiefer wird“, fasst Steve Schrader, Chefredakteur beim Veranstalter Vincentz Network, zusammen. (red)

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